Empört... das darf doch nicht wahr sein! Einfach nicht nachvollziehbar
27.01.2026 LeserbriefeMit Freude und Neugier habe ich den Beitrag von «Stauffers Vogelstation im Oberland» lesen wollen, in der Hoffnung, dass sie doch noch – obwohl ein bisschen spät – eine ehrwürdige Dankbarkeit für ihre langjährige aufopfernde Tätigkeit für ihre ...
Mit Freude und Neugier habe ich den Beitrag von «Stauffers Vogelstation im Oberland» lesen wollen, in der Hoffnung, dass sie doch noch – obwohl ein bisschen spät – eine ehrwürdige Dankbarkeit für ihre langjährige aufopfernde Tätigkeit für ihre ornithologische Pflegearbeit erhalte.
Leider war das Gegenteil der Fall. Empört musste ich da lesen, dass der Lohn für ihr lebenslanges Wirken nun mit Vorwürfen der Tierquälerei und mit einer Busse verbunden ist. Dies ist meiner Ansicht nach ein Hohn. Das darf doch nicht sein!
Da ich Verena schon seit vielen Jahren kenne, vor allem in der Zeit als wir, mein Mann Bert und ich in Grindelwald eine Wildvogel-Pflegestation führten, hatten wir regen Kontakt mit ihr sowie auch mit andern Aufzuchtstationen in der Schweiz. Wir tauschten uns mit Erfahrungen aus, und gaben uns gegenseitig wertvolle Tipps und Ratschläge.
Als wir dann später im 2004 ins Saanenland zügelten und unsere Pflegestation aufgaben, trauten wir ihr unseren zahmen Uhu an, da wir wussten, dass er bei Verena in guten Händen sein wird. Dort durfte er dann auch noch schöne Jahre verbringen, bis er eines natürlichen Todes verstarb.
Wie es zur Einschätzung kommen konnte, Verena habe Tierquälerei betrieben, kann ich persönlich nicht nachvollziehen. Aus meiner Sicht wirft die im Artikel geschilderte Situation, dass sie dem besagten Waldkauz einen grossen Knochen gegeben hätte, viele Fragen auf. Die gegen sie erhobenen Vorwürfe empfinde ich als schwer verständlich. Aus meiner langjährigen Erfahrung gehe ich stark davon aus, dass die Eule bei ihr eingeliefert wurde, da sie den Knochen anderweitig verschluckte. Für mich hört sich diese Geschichte wie eine Verleumdung an und die ihr vorgeworfene Tierquälerei ist in meinen Augen ein Affront.
Wir hatten seinerzeit mal ein ähnliches Erlebnis, als uns ein Wildhüter im Winter einen geschwächten und halb verhungerten Fischreiher vorbeibrachte, der keine Nahrung mehr schlucken konnte und trotz unseren Bemühungen am folgenden Tag einging. Eine von uns eingeleitete tierärztliche Untersuchung ergab, dass ein quer im Hals steckengebliebenes Fischgrät die Ursache war und so jede Hilfe zu spät kam. Das war vor 30 Jahren, als man noch Hand in Hand miteinander kommunizieren und handeln konnte, ohne gegenseitige Anschuldigungen.
Am meisten schockierte mich in dem Zeitungsbericht, dass die beschlagnahmten Vögel getötet wurden! Ich empfinde es als sehr belastend, dass ausgerechnet Tiere, die gerettet werden sollten, ihr Leben verloren haben.
Da muss ich mich schon fragen, wer ist da der Täter und wer hätte da eine Busse verdient? Ich bin einfach masslos enttäuscht!
NORA INÄBNIT, SCHÖNRIED
