Als Bergbauer stelle ich fest, dass der Enzian auf unseren Bergen leider immer häufiger mit Gift bekämpft wird. Früher stand der Enzian unter Schutz. Heute breitet er sich vielerorts stark aus, weil er von Rindern und Kühen nicht gefressen wird. Das ist für die ...
Als Bergbauer stelle ich fest, dass der Enzian auf unseren Bergen leider immer häufiger mit Gift bekämpft wird. Früher stand der Enzian unter Schutz. Heute breitet er sich vielerorts stark aus, weil er von Rindern und Kühen nicht gefressen wird. Das ist für die Bewirtschaftung der Alpen durchaus ein Problem.
Trotzdem finde ich es schade, dass im Saanenland immer wieder Spritzmittel eingesetzt werden, um den Enzian zurückzudrängen. Es gäbe auch andere Möglichkeiten: Man kann den Enzian ausgraben – die Wurzeln lassen sich sogar verkaufen – oder ihn regelmässig mähen. Das ist zwar mit mehr Arbeit verbunden, aber nachhaltiger.
Der Einsatz von Gift belastet unsere Böden und passt nicht zu einer verantwortungsvollen Berglandwirtschaft. Deshalb plädiere ich dafür, den Enzian künftig vermehrt durch Mähen oder Ausgraben zu bekämpfen, statt ihn mit Spritzmitteln zu behandeln.
GOTTFRIED RYTER, GRUBEN