FCO feierte ein Jubiläum voller Fussball, Begegnungen und Emotionen
26.06.2026 SportAm 19. und 20. Juni feierte der FC Obersimmental sein 30-jähriges Bestehen mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsfest. Zahlreiche Vereinsmitglieder, ehemalige Spielerinnen und Spieler, Familien, Freunde sowie Fussballbegeisterte aus der Region kamen zusammen, um drei Jahrzehnte ...
Am 19. und 20. Juni feierte der FC Obersimmental sein 30-jähriges Bestehen mit einem abwechslungsreichen Jubiläumsfest. Zahlreiche Vereinsmitglieder, ehemalige Spielerinnen und Spieler, Familien, Freunde sowie Fussballbegeisterte aus der Region kamen zusammen, um drei Jahrzehnte Vereinsgeschichte zu würdigen und gemeinsam zu feiern.
Der Auftakt erfolgte am Freitagabend im Clubhaus des FC Obersimmental. Bei einem gemütlichen «Fyrabebier» und einem Grillabend bot eine Bildergalerie spannende Einblicke in die Geschichte des Vereins. Viele Erinnerungen wurden ausgetauscht und alte Geschichten lebten wieder auf. Gleichzeitig konnten die Besucherinnen und Besucher die Liveübertragung der Fussball-Weltmeisterschaft verfolgen, was für zusätzliche Fussballstimmung sorgte. Leider sorgte ein heftiges Gewitter mit starkem Regen dafür, dass weniger Gäste als erwartet den Weg ins Clubhaus fanden und einige Besuchende sich entschieden, den Anlass vorzeitig zu verlassen. Dennoch liessen sich die Anwesenden die gute Stimmung nicht verderben und verbrachten einen gemütlichen Abend in geselliger Runde.
Am Samstag zeigte sich das Wetter dann den ganzen Tag von seiner besten Seite. Mit Temperaturen von über 30 Grad war es sehr heiss und viele Gäste kamen ins Schwitzen. Für eine angenehme Abkühlung sorgte jedoch die Simmental Arena, wo man sich bei Speis und Trank wieder erfrischen konnte.
Bereits am Vormittag begann das öffentliche Fussballturnier, bei dem Mannschaften aus der Region ihr Können unter Beweis stellten. Anschliessend konnten sich alle messen: Wer hat den stärksten Schuss oder wer trifft am besten ins Tor? Das Bubble Soccer zog viele Kinder auf den Fussballplatz, allerdings wurde es in den Plastikbällen auch sehr, sehr warm. Die Kleineren freuten sich auch über das Kinderschminken, das am Nachmittag stattfand.
Altersheim oder Fussballplatz?
Ein Höhepunkt des Tages war der offizielle Festakt, bei dem auf die vergangenen 30 Jahre zurückgeblickt wurde. Präsident Patrick Matti (alias Staudi) begrüsste die Gäste und freute sich, dass nun endlich das Jubiläum gefeiert wird. Denn das 25-Jährige konnte man wegen Corona leider nicht so feiern, wie man das gerne gemacht hätte. Umso schöner ist es, dass dies nun fünf Jahre später nachgeholt wurde.
Mehrere Gründungsmitglieder waren anwesend und stellvertretend für sie erzählte der erste Präsident des Klubs, Stefan Kurt, einige Anekdoten aus der Vergangenheit.
Es brauchte längere Zeit, bis es endlich zur Gründung des Fussballclubs kam. «Weil der damalige Gemeinderatspräsident Ernst Hodel ein grosser Fussballfan war und immer noch ist, half er, einen passenden Ort für den Fussballplatz in der Gemeinde zu finden. Am heutigen Standort war allerdings das Altersheim geplant.» Für Hodel war dies aber nicht der richtige Ort, er war der Meinung, dass das Altersheim besser beim Spital gebaut werden sollte. Mit aller Kraft und grossem Engagement setzte er sich für einen Landabtausch ein. Das war gar nicht so einfach und brauchte einige Jahre, bis man für alle Beteiligten eine passende Lösung fand. Dank Hodels Beharrlichkeit wurde aber eine sinnvolle Lösung für die Gemeinde gefunden, die auch heute noch ideal ist.
Stefan Kurt erinnert sich noch gut an die Vereinsgründung zurück: «Am Montagabend fragte mich Jonny Richener in der Sauna, ob ich nicht der erste Klubpräsident werden möchte.» Kurt war schon als Kind ein begeisterter Fussballspieler und als er dann das Gymnasium im Unterland besuchte, spielte er aktiv in der Jugendmannschaft mit. Auch während des Studiums spielte er weiter bei den Aktiven und so sagte er zu und wurde der erste FCO-Präsident.
Am 18. April 1995 wurde der FC Obersimmental im Hotel Krone gegründet. «Dann mussten noch ein Beitrittsgesuch an den Schweizerischen Fussballverband gestellt und eine Kopie der Statuten sowie das Protokoll der ersten GV geschickt werden und schon konnte es losgehen», lachte Stefan Kurt.
Über 100 Anmeldungen in einer Woche
«Es sollte ein Schuttklub für alle werden. Jeder durfte kommen, nicht nur jene, die schon Fussball spielen konnten.» Auf ein kleines Inserat im damaligen «Obersimmentaler» meldeten sich innerhalb von einer Woche über 100 Kinder. «Das waren grad etwas viele», erzählte er und so musste dann das Training «aufgegleist» werden.
Im Vergleich zu anderen Sportarten ist der Einstieg beim Fussball sehr einfach. Es braucht einen Platz und einen Ball. Das mit dem Platz war aber so eine Sache, denn der Club hatte noch gar keinen Platz – er war noch im Bau. So wurde beim Kuspo an der Lenk, auf den Schulhausplätzen Reidenbach, St. Stephan oder auch in Matten gespielt.
Trikots ohne Nummern und Autos statt Scheinwerfer
Improvisiert musste auch bei den Turnieren werden. Bei den Älteren wurden Sponsoren gefunden und sie erhielten ein T-Shirt mit Nummer. Bei den jüngeren (E-und F-Junioren) wurden einfach farbige Shirts gekauft und den Kindern jeweils abgegeben. «Der Vorteil dieser T-Shirts war, dass die gegnerischen Trainer immer etwas gefrustet waren, weil sie ohne die Nummer ihren Kindern nicht sagen konnten, wen sie zu decken hatten», schmunzelte Kurt.
Mit den vielen Kindern gab es auch für Kurts Frau Sonja viel zu tun, da sie jeweils nach den Wochenenden die vielen T-Shirts waschen musste.
Auch die erste Mannschaft musste improvisieren, denn beim Abendtraining hatte es noch kein Flutlicht und so wurden die Autos oben auf dem Parkplatz abgestellt und mit Volllicht der Platz beleuchtet.
Ein leidiges Thema waren auch die Garderoben. «Es entwickelte sich eine ‹tiefe, langjährige Freundschaft› zwischen den Herren Gurtner, Christen und mir», erinnert sich Kurt. «Ich konnte nicht verstehen, warum eine bestehende Infrastruktur nur angesehen, aber nicht benutzt werden durfte.» Meistens konnte er sich dann doch durchsetzen und mit den Zivilschutzanlagen wurde irgendeine Lösung gefunden.
Als Klubhaus fungierte zu Beginn eine für 10’000 Franken von Frutiger gekaufte Baracke, welche dann fast 20 Jahre ihre Dienste tat. Im Juni 2015 durfte der Klub sein neues Klubhaus – das allerdings etwas mehr kostete und mit viel Fronarbeit der Klubmitglieder gebaut wurde – einweihen.
Die damaligen Zugpferde
Stefan Kurt dankte nach seinem Rückblick noch einigen Personen, die bei der Gründung mitgeholfen hatten: «Roland Dubler, Walter Probst und Urs Hiltbrunner sind heute nicht mehr unter uns und können das Jubiläum leider nicht mehr feiern.» Neben Stefan Kurt gehörten dem Vorstand sein Vize Ueli Stucki, Sekretärin Beatrice Anderegg, Kassier Werner Ziörjen sowie Otto Richener, René Jaggi und Ernst Steiger an. Natürlich dürfen auch die Trainer nicht vergessen werden, allen voran Peter Anderegg, der schon vor der Gründung zusammen mit Ruedi Spalinger eine grosse Gruppe Kinder trainierte. Bei seinem Blick in die Runde sah er auch Claude Metraux, «der bei baulichen Fragen mithalf, oder Daniel Mülchi und Ton Vaneste – Gesichter, mit denen schöne Erinnerungen auftauchen».
Nicolas Moser dankte zwei weiteren wichtigen Personen im Verein. Nicht vergessen werden darf natürlich Marcel Spalinger. Er war seit der Gründung im Verein und spielte rund 14 Jahre aktiv in der ersten Mannschaft. Neben seinem Amt als Material- und Platzwart half er überall mit und war sogar mal Interimspräsident. Seit 2007 ist er Spiko (Spielerkontrolle) und damit für den reibungslosen Ablauf der Vereinsspiele verantwortlich.
Patrick Matti ist seit 2002 Vereinsmitglied und bis heute aktiv. Er spielt in der ersten Mannschaft, mit der er in die 3. Liga aufgestiegen ist. Weil er doch schon etwas älter ist, spielt er auch bei den Senioren mit. Er war jahrelang Trainer der Junioren-C und ist seit zwei Jahren Präsident. Den beiden Mitgliedern überreichte Nicolas Moser einen Geschenkkorb.
Ein Club für alle
Auch Stefan Kurt zeigte sich über den Aufstieg der ersten Mannschaft in die 3. Liga erfreut: «Das zeigt, der FCO lebt und damit ist das Ziel erreicht», gratulierte er den Aktiven von heute und übergab das Wort wieder an Staudi, der auch unter Stefan Kurt trainiert hatte und sich noch gut «an die Flipflops und den legendären Dreifachwechsel» erinnern kann. Zur Erklärung für die Nicht-FCO-Mitglieder: Stefan Kurt stellte bei den Kindern immer zwei Linien à drei Personen zusammen. Die Linie bestand aus einem sehr guten, einem durchschnittlichen und einem weniger talentierten Spieler. Bei einem Wechsel kamen drei neue Spieler, die die erste Linie ersetzten und diese zur zweiten Linie wurde. So durften alle Kinder bei den Turnieren mitspielen und nicht nur die besten. Denn, wie schon oben beschrieben, der FCO soll ein Club für alle sein!
Packende Duelle beim Legendenspiel
Der FC Obersimmental hat sich in den vergangenen drei Jahrzehnten zu einem wichtigen Bestandteil des regionalen Vereinslebens entwickelt und verbindet Menschen unterschiedlicher Generationen durch die gemeinsame Leidenschaft für den Fussball.
Das spürte man auch beim Legendenspiel, das anschliessend an den Festakt stattfand. Ehemalige Spieler kehrten auf den Platz zurück und begeisterten die Zuschauenden mit ihrem Einsatz und ihrem Können. Als Trainer amteten Peter Minnig und Jürg Perren.
Das Spiel war mindestens so abwechslungsreich und spannend wie das erste Spiel der Schweiz an der Fussball-WM gegen Katar. Der Kämpfergeist war sofort wieder da und es kam zu packenden Duellen. Die Hitze forderte die Spieler sehr. Da kam das neue Hydrationsbreak gut gelegen und die Spieler hatten zwei Pausen mehr, um sich zu erholen. Scheinbar hatte Peter Minnig die passenderen Worte vor dem Spiel. Er sagte nur: «Wer heute verliert, wird dies sein Leben lang hören müssen.» Das reichte zum Sieg.
Den festlichen Abschluss bildete die grosse Jubiläumsparty mit «Schocco-Rocco» und DJ Rüfe. Bis in die frühen Morgenstunden wurde gemeinsam gefeiert, getanzt und auf das 30-jährige Bestehen des Vereins angestossen.
Das Fest wird sicher allen noch lange in bester Erinnerung bleiben und bildet einen würdigen Meilenstein in der noch jungen Vereinsgeschichte des FC Obersimmental.
«SIMMENTAL ZEITUNG»/FABIAN KOPP




