Festansprache von Beat Luginbühl am 1. August in Lauenen
07.08.2026 LeserbriefeGeklatscht habe ich nicht.
Es ist eine lange und, wie ich finde, schöne Tradition in Lauenen, dass immer wieder Gäste zum Halten der Festansprache eingeladen werden.
Beat Luginbühl hatte heuer Gelegenheit, seine Sicht auf die wesentlichen Dinge dieser Welt ...
Geklatscht habe ich nicht.
Es ist eine lange und, wie ich finde, schöne Tradition in Lauenen, dass immer wieder Gäste zum Halten der Festansprache eingeladen werden.
Beat Luginbühl hatte heuer Gelegenheit, seine Sicht auf die wesentlichen Dinge dieser Welt darzulegen.
Obwohl Herr Luginbühl eingangs erwähnte, dass er seine persönliche Sicht auf die Dinge darzulegen vorhabe, konnten seine Worte als Rundumschlag gegen die Behörden der Stadt Bern einerseits als auch gegen das Bundesparlament andererseits verstanden werden.
Herr Luginbühl fühlt sich gegängelt.
Allerdings fusst der Warnhinweis auf Tabakprodukten nicht auf Behördenwillkür, er ist Teil des Tabakproduktegesetzes und wurde so vom nationalen Parlament beschlossen.
Selbstverantwortung sei gefragt. Anlauf- und/oder Beratungsstellen – unter anderem – für die Opfer von sexualisierter Gewalt, Frauenhäuser, Genderberatung sind nach Ansicht von Herrn Luginbühl unnötig. In die Genderkerbe, die bei vielen die Warnlampen blinken lassen, hat Herr Luginbühl kräftig reingehauen.
Ich bin Bewohnerin der gleichen Gemeinde wie Sie, Herr Luginbühl, und ich bin sehr zufrieden mit der Arbeit unseres – demokratisch gewählten – rot-grünen Stadtparlamentes und unserer Regierung.
Aus Ihren Äusserungen spricht Frust. Es ist schon so: Ihre Partei spielt aus meiner Sicht seit Jahren keine Rolle in der Stadt Bern.
Der viel zitierte Graben zwischen uns von der Stadt und den Menschen vom Land, in diesem Fall den Lauenern – die ich als sehr offen erlebe – und ihren Gästen: Sie haben kräftig an dem Graben gebaggert. Ihn zuzuschütten, oder – noch besser – zu zeigen, dass es ihn nicht gibt. Diese Gelegenheit haben Sie leider verpasst. Das halte ich für bedauerlich.
Sie erzählen von den vielen Jahren, die Sie ins Saanenland kommen, Sie sprechen von all den Gipfeln, die sie bezwungen haben. Es ist äusserst schade, dass Sie es versäumt haben, die Veränderung der Landschaft zu erwähnen. Was unserem Auge weh tut, ist für die ständige Wohnbevölkerung in diesem schönen Tal eine existenzielle Bedrohung.
Ich habe nach ihren Worten nicht geklatscht.
Am liebsten hätte ich gepfiffen, aber das kann ich leider nicht, trotz langen Übens.
JOHANNA BUCHER, SEIT KNAPP 70 JAHREN GAST IN LAUENEN
