«Förderprogramm Energie» findet Anklang
13.02.2026 SaanenSeit April 2025 fördert die Gemeinde Saanen gezielt Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Das kommunale Förderprogramm stösst auf grosse Nachfrage: Bis Ende 2025 gingen knapp 100 Gesuche ein.
JONATHAN SCHOPFER
Die Gemeinde Saanen ...
Seit April 2025 fördert die Gemeinde Saanen gezielt Investitionen in erneuerbare Energien und Energieeffizienz. Das kommunale Förderprogramm stösst auf grosse Nachfrage: Bis Ende 2025 gingen knapp 100 Gesuche ein.
JONATHAN SCHOPFER
Die Gemeinde Saanen unterstützt seit dem 1. April 2025 gezielt Massnahmen im Bereich der erneuerbaren Energien sowie der Steigerung der Energieeffizienz. Mit dem kommunalen Förderprogramm sollen wirksame Anreize für Bevölkerung und Wirtschaft geschaffen werden. Dabei baut das Programm auf bestehenden nationalen und kantonalen Förderinstrumenten auf. Es schliesst gezielt Förderlücken und ergänzt einzelne Massnahmen zusätzlich.
Nach gut neun Monaten Laufzeit bietet sich nun eine erste Zwischenbilanz an.
Hohe Nachfrage nach Förderbeiträgen
Auf Anfrage teilt die Gemeinde Saanen mit, dass seit dem Start des Programms bis Ende 2025 insgesamt 99 Fördergesuche eingegangen sind. Davon wurden 91 Gesuche als förderwürdig beurteilt. «Die Nachfrage ist sehr erfreulich», hält Heinz von Gunten, Abteilungsleiter vom Bereich Bauinspektorat, Raumplanung und Umwelt der Gemeinde Saanen, fest. «Insgesamt sind bis Ende 2025 Förderbeiträge in der Höhe von rund 350’000 Franken zugesichert und entsprechend reserviert worden. Rund ein Drittel dieser Summe sei bereits ausbezahlt, da die Projekte erfolgreich realisiert wurden.» Am häufigsten beantragt werden Förderbeiträge für Photovoltaikanlagen, gefolgt von Batteriespeichern. Ebenfalls stark nachgefragt sind Beiträge für den Ersatz von Heizungsanlagen sowie für Energieberatungen in Form von GEAK-Plus-Berichten. Die Gemeinde zieht ein positives Zwischenfazit: «Die Gesuche können effizient und zügig bearbeitet werden, das Förderprogramm stösst auf breite Zustimmung und entspricht den Erwartungen vollumfänglich», so von Gunten.
Verordnung bereits vereinfacht
Noch vor dem Start des Förderprogramms kam es zu ersten Anpassungen. «Anfang 2025 wurde die vom Gemeinderat beschlossene Verordnung durch eine Begleitgruppe vereinfacht», sagt von Gunten. Diese Anpassungen haben sich im Vollzug bewährt. Sollte sich künftig weiterer Anpassungsbedarf zeigen, könne der Gemeinderat die Verordnung erneut überprüfen und weiterentwickeln. Ziel sei es, das Förderprogramm langfristig attraktiv und flexibel zu halten.
GEAK UND GEAK PLUS
GEAK (Gebäudeenergieausweis der Kantone) ist ein schweizweit einheitliches System, bei dem von einer Fachperson die Energieeffizienz von Gebäuden ausgerechnet wird und ein Bericht erstellt wird.
GEAK Plus ist auch ein Gebäudeenergieausweis, dieser wird zusätzlich mit einem vertieften Beratungsbericht mit Sanierungsvarianten für das Gebäude erweitert.
JSC
ENERGIELAUBE
Ein konkretes Beispiel für ein gefördertes Projekt ist jenes der IG Energielaube. «Heute ist es möglich, ästhetisch hervorragende Lösungen von Photovoltaik auf Fassaden zu realisieren, die sich gut ins Landschaftsbild einfügen und einem Gebäude sogar einen Mehrwert bieten», erklärt Michi Gehret, zuständig für das Design der Energielaube. «Mit den dunklen Panels und den dazwischen befindlichen Holzelementen wird es über die Jahre aussehen wie eine Holzwand», so Gehret weiter.
Ihm sei es ein zentrales Anliegen, das Landschaftsbild zu erhalten. «Wir leben im Saanenland davon und müssen dazu Sorge tragen. Der Erhalt des Landschaftsbilds ist meine Passion – deshalb war ich übrigens gegen SolSarine», betont Gehret. «Gleichzeitig sind nachhaltige Lösungen gefragt. Ich hoffe, dass dieses Projekt als Beispiel vorangeht.»
Ziel sei es zudem gewesen, erneuerbaren Winterstrom zu produzieren. Dass die Solaranlagen vertikal an der Laube montiert sind, sieht Gehret als Vorteil. «Strom ist dann besonders wertvoll, wenn man ihn auch wirklich braucht», erklärt er. Die Laube profitiere insbesondere von der tiefstehenden Wintersonne. Zudem könne auch dann Strom produziert werden, wenn Schnee liege.
«Die Kosten des Projekts wurden zirka zu einem Fünftel mit Förderbeiträgen der Gemeinde Saanen unterstützt», so Michi Gehret. Mit dem Resultat zeigt sich die Familie Hauswirth, Besitzerin der Pilotanlage, sehr zufrieden. Nach rund sechs bis acht Jahren sei die Solaranlage amortisiert, unter anderem, weil ein Teil des produzierten Stroms selbst verbraucht werden könne. Bei Stromüberschuss könne die Energie neu in die kürzlich gegründete lokale Energiegesellschaft (LEG) sowie der BKW weiterverkauft werden. Bei der Einspeisung ins bestehende Netz müsse jedoch frühzeitig auf den Netzbetreiber zugegangen und die Möglichkeit zur Einspeisung abgeklärt werden.
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