Der lebhafte Diskurs zu meinem Leserbrief («Nein zur demokratiegefährdenden Halbierungsinitiative ‹200 Franken sind genug›», AvS vom Freitag, 6. Februar) freut mich; genau dieser Austausch von Argumenten ist das Herzstück unserer Demokratie.
Dennoch gilt ...
Der lebhafte Diskurs zu meinem Leserbrief («Nein zur demokratiegefährdenden Halbierungsinitiative ‹200 Franken sind genug›», AvS vom Freitag, 6. Februar) freut mich; genau dieser Austausch von Argumenten ist das Herzstück unserer Demokratie.
Dennoch gilt es, die Vorlage sachlich einzuordnen: Die Leserbriefe von Eugen Dornbierer-Hauswirth und Nationalrat Andreas Gafner rücken die Chefgehälter ins Zentrum. Kritik an hohen Salären mag berechtigt sein – mit der vorliegenden Initiative hat sie jedoch wenig zu tun. Die Halbierungsinitiative kürzt nicht einzelne Löhne, sondern entzieht einem Unternehmen mit über 7000 Mitarbeitenden fast die Hälfte seiner Mittel. Zur Disposition steht damit nicht eine Personalfrage, sondern die mediale Grundversorgung der Schweiz.
Es wird suggeriert, man könne die Gebühren massiv senken, ohne die Qualität zu gefährden. Das ist ein Trugschluss. Da die Abgeltungen an private Sender gemäss Initiativtext stabil bleiben sollen, trifft die Reduktion die SRG direkt und existenziell.
Ein nationales Medienhaus ist weit mehr als die Summe seiner Nachrichtensendungen: Es stellt eine Infrastruktur für Information, Kultur und Sport bereit, die für alle Sprachregionen unabhängig von kommerziellen Quoten funktionieren muss.
Wenn Herr Dornbierer-Hauswirth den Pluralismus als Stütze unserer Demokratie betont, gebe ich ihm recht. Doch Pluralismus bedingt einen starken, unabhängigen Akteur, der nicht von privaten Grossinvestoren gesteuert wird. Ohne diese Säule riskieren wir eine Medienlandschaft, in der Reichweite und Einfluss käuflich werden – eine Entwicklung, die in anderen Ländern bereits zu tiefer Polarisierung geführt hat.
Die Halbierungsinitiative ist kein Instrument für gezielte Reformen, sondern ein grober Eingriff, der den Medienstandort Schweiz nachhaltig schwächt. Deshalb: Am 9. März Nein zu diesem riskanten Experiment.
FABIAN BLUM, GSTAAD,
CO-PRÄSIDENT GLP OBERSIMMENTAL-SAANEN