Freude, Applaus und Poesie
30.01.2026 GstaadAm vergangenen Samstagabend fand im Hotel Arc-en-ciel die Generalversammlung der Musikgesellschaft Gstaad (MGG) statt. Zuerst das Vergnügen, dann an die Arbeit, lautete das Motto: Gegessen wurde dieses Jahr vor der Sitzung.
Präsident Marcel Romang freute sich ...
Am vergangenen Samstagabend fand im Hotel Arc-en-ciel die Generalversammlung der Musikgesellschaft Gstaad (MGG) statt. Zuerst das Vergnügen, dann an die Arbeit, lautete das Motto: Gegessen wurde dieses Jahr vor der Sitzung.
Präsident Marcel Romang freute sich über die grosse Zahl der anwesenden Mitglieder. Der wachsende Musikverein durfte einige Minuten später mit einem warmen Applaus gleich fünf neue Mitglieder aufnehmen, darunter drei motivierte Jugendliche.
Die Kassierin präsentierte die Zahlenbeigen anschaulich und klar und alles Buchhalterische wurde von den Wahlberechtigten einstimmig genehmigt.
Ein Highlight des Abends war der Jahresbericht des Präsidenten: Jeden Höhepunkt des Jahres 2025 hatte er in ein fesselndes Gedicht gepackt, das bei allen für herzhaftes Lachen und tosenden Applaus sorgte! Zum vergangenen Jahr gehörte ein zweiter Rang am Kreismusiktag in Oberwil, eine Musikreise ins ferne Luxemburg, eine nasse 1.-August-Feier, gelungene kleine und grosse Konzerte, gemeinsames Anpacken am Country und beim Lottomatch – ein durchaus erfreuliches und farbenfrohes Jahr.
Neue Lücken in grossen und kleineren Ämtern konnten an diesem Abend gefüllt werden, ob für Rechnungsrevision, Vorstand oder Musikkommission.
Auch Präsident Marcel Romang legte sein Amt nieder und neu wurde Andreas Aellen mit herzlichem Dankesapplaus zum Präsidenten gewählt. Er freut sich, wenn in Zukunft jüngere Mitglieder die Vereinsführung übernehmen möchten, lässt ihnen aber mit seiner Amtsübernahme noch etwas Zeit.
Sandra Burri nimmt im Vorstand den Platz von Marjolein Aellen ein. Letztere gehört schon bald 20 Jahre lang zur MGG und hat sich während acht Jahren im Vorstand engagiert, zum Beispiel im Organisieren der Geschenke.
Viel Applaus für die Veteranen
Daniel Bütschi hat 30 aktive Musikjahre hinter sich und freute sich über seine Urkunde. Auch Bernhard Reichenbach hat schon 30 Jahre geschafft. Beide wurden in den Neunzigerjahren in den Verein aufgenommen und am Kreismusiktag in Oberwil schliesslich zu kantonalen Veteranen ernannt.
Auch Medaillen wurden an diesem Abend verteilt: Sie gingen an Rita Walker und Res Aellen, unsere eidgenössischen Veteranen. Die beiden haben sogar schon 35 aktive Musikjahre hinter sich.
Natürlich wurde auch der anwesenden Ruth Reichenbach nochmals kräftig applaudiert: Sie hat schon bemerkenswerte 50 Jahre aktives Musizieren geschafft und darf sich seit dem letzten Kreismusiktag kantonale Ehrenveteranin nennen. Niemand besuchte im vergangenen Jahr mehr Proben als Ruth Reichenbach. Nur der abtretende Präsident konnte mit ihr mithalten. Die beiden wurden für ihre vielen Probebesuche mit einer Gift Card belohnt.
Abwechslungsreiches Jahresprogramm
Die Musikgesellschaft Gstaad blickt mit Vorfreude auf das Jahresprogramm 2026: Im März kommen die Jahreskonzerte. Das Publikum kann sich auf viel Tanzmusik freuen! Im Mai schaut alles nach Biel: Dort findet das grosse Eidgenössische Musikfest statt. Ein Fest, das nur alle fünf Jahre stattfindet und wofür sich sage und schreibe 550 Blasmusikvereine angemeldet haben!
Ehrung des abtretenden Präsidenten
Bevor Marcel Romang die Sitzung schliessen konnte, machte Vizepräsident Philipp Reber einen wichtigen Einschub: Natürlich musste der Präsident noch gewürdigt werden.
Marcel Romang trat mit 17 Jahren in die Militärmusik Gstaad ein. Zu dieser Zeit, wie Philipp Reber erzählte, war der Walkman der Hit und man hörte Musik über Kassetten. Nachdem Romang auch in der Brass Band «Harmonie» Saanen und in der Brass Band Berner Oberland mitspielen konnte, kam er 1993 zurück in die Musikgesellschaft Gstaad und wurde gleich Muko-Mitglied. Seither war der Götti des aktuellen Dirigenten Sandro Frautschi entweder Muko- oder Vorstandsmitglied – also bemerkenswerte 33 Jahre – und seit 2016 sogar Präsident des Vereins. Laut Rechnung des Vizepräsidenten hat Marcel Romang 330 Stunden Vorstandssitzungen geleitet. «Mit Vor- und Nacharbeit sind das Vier-Mann-Monate freiwillige Arbeit für den Musikverein!», lautete Rebers Schlussfolgerung. «Chapeau!», kann man da nur sagen. Bevor Marcel Romang zum letzten Mal die Sitzung schliessen konnte, wurde ihm noch eine riesige Kartonkiste überreicht. Dort drin fand der Beschenkte seinen ganz persönlichen Pokal, mit dem er sich gerne noch ablichten liess. Das Zersägen des dazu benötigten Althorns scheint dem Musikkollegen aus dem Trompetenregister gewaltig Freude gemacht zu haben…
MUSIKGESELLSCHAFT GSTAAD/DANIELA ROMANG BIELER



