Mit einer realitätsnahen Stabsübung hat das Regionale Führungsorgan (RFO) Saanen Ende Mai den Ernstfall geprobt. Im Szenario eines schweren Sturms mit Stromausfällen, Evakuierungen und Verkehrsunterbrüchen trainierten die Beteiligten die Führungs- und ...
Mit einer realitätsnahen Stabsübung hat das Regionale Führungsorgan (RFO) Saanen Ende Mai den Ernstfall geprobt. Im Szenario eines schweren Sturms mit Stromausfällen, Evakuierungen und Verkehrsunterbrüchen trainierten die Beteiligten die Führungs- und Entscheidungsprozesse sowie das Zusammenspiel zwischen Behörden, Zivilschutz und weiteren Partnern.
Am Morgen, 28. Mai, wurde der Stab des Regionalen Führungsorgans Saanen um 7.30 Uhr per Handyalarm zur Übung aufgeboten. Während draussen strahlender Sonnenschein herrschte, begaben sich die Mitglieder des Stabs in die fensterlosen Räume der Zivilschutzanlage in Gstaad. Ein einleitender Film führte die Teilnehmenden in das Szenario ein: Ein schwerer Sturm bedroht das Saanenland. Das gewählte Szenario diente als «Turngerät», um die Führungs- und Entscheidungsprozesse des Stabs unter realistischen Bedingungen zu trainieren.
Nach der Alarmierung nahm der Stab seine Arbeit im Kommandoposten auf. Im Verlauf der Übung wurde ein orkanartiger Sturm simuliert, dessen Auswirkungen sich über mehrere Tage bis hin zu Wochen erstrecken könnten. Strassensperrungen, ein blockierter Zug, Stromausfälle, Verletzte, Evakuierungen – die Auswirkungen auf die Region Saanenland waren komplex und gravierend. Erkenntnisse aus vergangenen Ereignissen, wie dem Bergsturz in Blatten im Wallis oder den Unwettern in Brienz, flossen direkt in die Übungsanlage ein. Dadurch erhielt der Stab die Möglichkeit, theoretische Führungsgrundsätze und Rapportstechniken praxisnah anzuwenden und zu vertiefen.
Konzipiert wurde die Übung von Bernhard Russi vom Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär des Kantons Bern. Er begleitete die Teilnehmenden durch die verschiedenen Übungsphasen und stellte sicher, dass die Führungsprozesse unter möglichst realistischen Bedingungen trainiert werden konnten.
Eine zentrale Rolle spielte zudem der Zivilschutz. Die Angehörigen der ZSO Beo West unterstützten den Stab bei der Führung des Kommandopostens, der Erstellung und Nachführung des Lagebildes sowie bei zahlreichen weiteren Führungsaufgaben. Das Zusammenspiel zwischen den verschiedenen Fachbereichen des Stabs und den Angehörigen des Zivilschutzes konnte dadurch geübt und weiterentwickelt werden – eine wertvolle Vorbereitung auf mögliche zukünftige Ereignisse.
Regierungsstatthalter Matthias Matti sowie Gemeinderat David Schmid (Ressort Sicherheit) integrierten sich ebenfalls in die Übung. Sie nutzten die Gelegenheit, um sich ein Bild von den Abläufen im Kommandoposten zu machen und Einblicke in die Zusammenarbeit zwischen Stab, Gemeinde und kantonalen Stellen im Ereignisfall zu gewinnen.
Die Auswertung der Übung fiel entsprechend positiv aus. Besonders hervorgehoben wurden das gute Zusammenspiel zwischen den Fachbereichen sowie das realitätsnahe Durchspielen der Führungsprozesse. Die gewonnenen Erkenntnisse bilden eine wichtige Grundlage für die weitere Zusammenarbeit und die kontinuierliche Weiterentwicklung der Führungsfähigkeit des RFO Saanen.
RFO SAANEN/MICHEL ZYSSET, FACHBEREICHSLEITER INFORMATION