Für einmal Kampfstiefel statt Skischuhe
13.10.2026 SportEin Training der besonderen Art für Dania Allenbach und Sue Piller: Die beiden Skirennfahrerinnen tauschten von April bis August ihr Tenue und rückten in die Spitzensport-Rekrutenschule ein.
JONATHAN SCHOPFER
Kampfstiefel statt Skischuhe, Tarnanzug statt Skidress: ...
Ein Training der besonderen Art für Dania Allenbach und Sue Piller: Die beiden Skirennfahrerinnen tauschten von April bis August ihr Tenue und rückten in die Spitzensport-Rekrutenschule ein.
JONATHAN SCHOPFER
Kampfstiefel statt Skischuhe, Tarnanzug statt Skidress: Die Bissnerin Dania Allenbach und die Gsteigerin Sue Piller rückten im April in die Spitzensport-Rekrutenschule (RS) in Magglingen bei Biel ein, die bis August dauerte. Mit den beiden traten laut Schweizer Armee rund 60 weitere Athletinnen und Athleten ihren Dienst an. Vertreten waren unter anderem Sportarten wie Eishockey, Volleyball und Ski alpin. Den Athletinnen und Athleten standen fürs Training die modernen Sportanlagen, Krafträume und Betreuungsmöglichkeiten des Sportzentrums Magglingen zur Verfügung.
Wir fragten bei Dania Allenbach, die dem B-Kader von Swiss-Ski angehört, und Sue Piller, die in der vergangenen Saison den Sprung ins A-Kader geschafft hat, nach, wie sie diese Zeit erlebt haben.
Vom Militäralltag zum Spitzensport
«Die Spitzensport-RS war anders, als ich es mir vorgestellt hatte», sagt Allenbach. In den ersten drei Wochen habe die militärische Grundausbildung auf dem Programm gestanden – unter anderem mit einem Marsch und einer Sanitätsausbildung. «Danach hat sich der Schwerpunkt mehr und mehr auf den Spitzensport verlagert.»
Wie kann man sich die weitere Ausbildung vorstellen? «Neben dem Training wurden wir in Bereichen wie Ernährung, Marketing und Medien geschult», so die Bissnerin. Als zusätzliches Wahlfach entschied sich die 19-Jährige für Englisch. Viel Zeit für die Englischlektionen sei ihr leider nicht geblieben. «Die Trainings sind dazwischengekommen.»
Sue Piller wechselte direkt von der Skisaison in die RS. Ohne richtige Erholungsphase sei das für sie anspruchsvoll gewesen. «Ich habe mich dann während der dreiwöchigen militärischen Grundausbildung ein wenig erholen können», sagt sie schmunzelnd. Nichtsdestotrotz war die Zeit für Piller eine Bereicherung: «Ich bekam viele Einblicke in andere Sportarten und konnte so neue Perspektiven gewinnen.»
Die beiden Athletinnen sind sich einig, dass die Monate in Magglingen eine «coole Zeit» waren.
Training am anderen Ende der Welt
Nach 18 Wochen Spitzensport-RS ging es für die frischgebackenen Sportsoldatinnen von Ende August bis September wieder auf die Ski: Allenbach und Piller reisten mit dem Frauenkader von Swiss-Ski ins Trainingslager nach Ushuaia. Die südlichste Stadt Argentiniens ist für die schneesicheren Skigebiete in ihrer Umgebung bekannt und wird auch als «Ende der Welt» (Fin del Mundo) bezeichnet. Dort konnten sie sich weiter auf die bevorstehende Saison vorbereiten.
Mit klaren Zielen in die neue Saison starten
«Ich weiss, woran ich arbeiten muss, und konnte von den Trainings profitieren», sagt die 21-jährige Piller rückblickend. Auch Allenbach blickt zufrieden auf die Vorbereitung zurück. «Ich bin gesund und zwäg durch die Trainings gekommen.» Ziele für die kommenden Wettkämpfe haben die beiden: «Ich möchte mein Potenzial voll ausschöpfen und vor allem konstanter werden», sagt Allenbach. Pillers Ziel ist es, bereits zu Saisonbeginn offensiver aufzutreten. «Ich möchte voll angreifen, mehr wagen und auf dem Weg durch die Tore eine direktere Linie suchen.»
Weltcupauftakt in Sölden
Schon bald können die Skifans die weitere Entwicklung der beiden Nachwuchstalente mitverfolgen: Am 24. Oktober beginnt in Sölden mit dem Riesenslalom der Frauen die neue Weltcupsaison.
Dania Allenbach hat sich dank ihres Sieges in der Riesenslalomwertung des Europacups einen Fixplatz für die Weltcup-Riesenslaloms gesichert. Für Sue Piller war 2025/26 ihre erste vollständige Weltcupsaison im Riesenslalom. Auch sie hat sich dank ihres 27. Rangs in der Schlusswertung des Riesenslalom-Weltcups einen Fixplatz gesichert.
SPITZENSPORT-REKRUTENSCHULE
Laut der Schweizer Bundesbehörde zielt das Konzept der Spitzensport-Rekrutenschule darauf hin, den Spitzensport optimal mit der militärischen Dienstpflicht zu kombinieren. Das Bundesamt für Sport BASPO biete jenen Athletinnen und Athleten in Magglingen die optimale Infrastruktur dazu.
Das Nationale Sportzentrum in Magglingen (NSM) ist dabei das Ausbildungszentrum für den Schweizer Sport. «Insgesamt stehen für etliche Sportarten Indoor- und Outdoor-Sportanlagen sowie Seminarräume, Unterkunft und Verpflegungsmöglichkeiten zur Verfügung», schreibt das BASPO.
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