«Gägestrom» – eine Woche voller Abenteuer
21.08.2026 KircheAm Samstag, 11. Juli, bei schönstem Sommerwetter, waren die 47 Teilnehmenden bereit. Die Jungscharen aus dem Saanenland und von Lenk/ Zweisimmen gingen ins SOLA zum Thema «Gägestrom» nach Meiringen. Zusammen erlebten wir eine ereignisreiche Woche mit Hiskia, der uns ...
Am Samstag, 11. Juli, bei schönstem Sommerwetter, waren die 47 Teilnehmenden bereit. Die Jungscharen aus dem Saanenland und von Lenk/ Zweisimmen gingen ins SOLA zum Thema «Gägestrom» nach Meiringen. Zusammen erlebten wir eine ereignisreiche Woche mit Hiskia, der uns durch spannende Theater immer wieder begleitete. Wir hatten viel Spass, Action, Spiel, Gemeinschaft und lernten eine Menge dabei. Nun wollen wir mit euch Lesern nochmal in das Geschehen eintauchen…
Samstag: Los gehts!
Nach dem Verabschieden und der strengen Reise zum Lagerplatz freuten sich alle darauf, zu entdecken, wo wir die nächste Woche verbringen werden. Wo werde ich wohl schlafen? Und stinkt es schon auf dem ToiToi? Und wo ist das sehr wichtige Fussballfeld? Diese Fragen wurden bald geklärt und so konnte das Lager so richtig starten. Natürlich gibt es Regeln in einem Lager. Eine davon war, dass man einander beim Jungscharnamen nennt. Wenn dies vergessen ging, riefen alle, die es gehört hatten, «PAGAG» (wenn Sie nicht wissen, wie das klingt, fragen Sie einen Teilnehmenden).
«Mir gefiel besonders das Liedersingen.» (Haya) Oh ja! Das Singen machte jedes Mal besonders Spass. Und das obligate «Siu!» (Torjubel von Christiano Ronaldo) am Ende von «Laudato si» hatten die Teilnehmenden auch nach zwei Jahren nicht vergessen.
Sonntag: «Gägestrom»
«Ich möchte nur dem einen wahren Gott dienen!» Das waren Hiskias Worte, der gerade frisch König wurde und sich dazu entschieden hatte, sein Königreich zu führen wie Gott es gefiel. Deshalb stand ein Geländespiel auf dem Programm.
«Am besten gefiel mir, die Götter der Assyrer zu zerstören.» (Struppi) Dafür sammelten sie Material bei den Posten, schlugen den Räubern ein Schnippchen und versuchten, mit Dartpfeilen die Ballone (Götzen) zu zerplatzen.
Am Nachmittag wurden fleissig Armbänder geknotet und ein Karussell sowie eine Hollywoodschaukel gebaut. Dies fand grossen Anklang.
Am Abend feierten wir das Passahfest. Ein spezielles Ereignis! Wir assen in Salzwasser getunkten Peterling, ein Mus aus Äpfeln und Nüssen, ein wenig Brot dazu und tunkten unsere Finger in den Becher, um für jede der zehn Plagen ein Zeichen auf den Tisch zu malen. Eine spannende Erfahrung. Einige Kinder befürchteten schon, nur das zum Abendessen zu bekommen.
Montag: Sieg!
Eine aufgeregte Stimmung herrschte an diesem Morgen! Hiskia wird den jährlichen Tribut an die Assyrer nicht zahlen, eine sehr gefährliche Entscheidung. Hiskia jedoch vertraute auf Gottes Zusage. Deshalb stand uns eine Belagerung bevor. Mit viel Eifer bastelten unsere Teilnehmenden Pfeile, Schwerter und Rüstungen. Dabei wurden sie sehr kreativ und tolle Helme und Brustpanzer entstanden. Am Nachmittag war es dann so weit: Die Assyrer, in Form der Eltern, trafen auf dem Lagerplatz ein.
«Mir gefiel das Red Flag sehr.» (Dalie) Dies spielten wir gegen die Eltern und die Jungschärler:innen gewannen. Beim Fussball hatten wir das Nachsehen. Aber natürlich nur wegen der langen Hosen, die wir für den späteren Aufenthalt im Wald anhatten. Sonst hätten wir gewonnen, hörte ich einige Jungschärler:innen fachsimpeln.
Dienstag: Mutprobe
Der heutige Tag wurde mit grosser Vorfreude und ein wenig Nervosität erwartet: Denn es stand das «Nämelen» an! Mit verbundenen Augen kämpften sich die Kinder durch den Parcours: Eine Seilbahn runterfahren, eklige Getränke trinken und Speisen essen, auf dem Sprungtuch plötzlich in die Luft fliegen und noch vieles mehr. Die mutigen Teilnehmenden erhielten am Schluss von Hiskia ihren Jungscharnamen: Flipper, Jabulani, Perle, Husky, Hope, Aramis und noch viele weitere tolle Namen, die zu den Kindern passten, kamen da zusammen. Den restlichen Tag genossen wir den Wald, das Seilbahnfahren, das Leiterfesseln, das Baden und das Seilbrückenbauen. Zurück auf dem Lagerplatz fegte plötzlich ein heftiger Windstoss über den Zeltplatz und räumte ein offenes Zelt aus. Glücklicherweise wurden alle Mätteli wieder gefunden. Die Aufregung war aber damit nicht zu Ende! Plötzlich wurde Hiskia berichtet, dass die Assyrer im Anmarsch seien! Schnell machten sich die Teilnehmenden bereit, die Wasserversorgung anhand eines Geländespiels sicherzustellen. Dabei wurden es immer mehr Assyrer, welche die Teilnehmenden daran hinderten. Plötzlich war der Fokus nicht mehr auf dem Spielgewinn, sondern diesen Assyrern, die immer zahlreicher wurden, möglichst zu schaden.
«Zu meinen Highlights gehört das Theater!» (Sunny) Und dieses Theater war besonders eindrucksvoll: Die furchteinflössenden Assyrer beleidigten unseren Gott und drohten uns mit dem Untergang. Hiskia sprach uns Mut zu, Gott zu vertrauen, dass er uns aus dieser bedrohlichen Lage befreien wird und wir keine Angst haben müssen. Von Angst sahen wir bei den Teilnehmenden aber keine Spur: Voller Eifer brüllten sie in Richtung der Assyrer und liessen sich nicht verunsichern. Und so gingen wir voller Zuversicht schlafen, obwohl die Assyrer vor unserem Lager ihre Zelte aufbauten.
Mittwoch: Ein Wunder!
«Schnell, schnell, kommt schauen, es ist etwas Unglaubliches passiert!» Mit diesen Worten wurden die Jungschärler:innen geweckt und rannten in ihren Pyjamas zum Lager der Assyrer! In der Nacht kam ein Engel Gottes und hatte die Gefahr gebannt, die Assyrer waren weg! Vor lauter Überraschung gab es gleich im Pyjama Zmorge.
«Mir hat die Schlucht am besten gefallen!» (Aebi) Die Jungschärler:innen besuchten die spektakuläre Gletscherschlucht Rosenlaui. Bei der Wanderung wurden sie immer wieder leicht nass, sei es vom leichten Regen oder dem Gletscherwasser der Schlucht. Die gute Laune war jedoch niemandem zu nehmen, es wurde nämlich viel und laut gesungen. Da sich aber am Nachmittag ein Gewitter zusammenbraute, brätelten wir die Cervelats auf dem Lagerplatz statt wie geplant unterwegs bei einer Feuerstelle. Da die Wanderung abgekürzt wurde, hatten wir am Nachmittag viel Zeit im «Schärme» unter dem Firstzelt für «Zytigchlopfe» oder sonstige Spiele und auch fürs Singen. Auch die Kleingruppenzeit, die wir sonst immer am Morgen hatten, holten wir am Nachmittag nach.
Die Teens, die schon seit dem frühen Morgen unterwegs waren, befanden sich auf der Wanderung auf die Axalp. Eine sehr schöne, steile Route, den Wasserfällen entlang, durch den Wald und schlussendlich zu einem kleinen See. Eigentlich wollten wir baden gehen, doch das Wetter spielte nicht mit. Auf dem letzten Abschnitt zu unserem Biwakplatz wurden wir auf offener Wiese von einem heftigen Gewitter überrascht. Dieses durchnässte uns völlig und war erschreckend laut und nah. Da passte das heutige Andachtsthema gerade richtig gut: «Gott beschützt dich!» Ja, diese Bewahrung hatten wir gerade hautnah erlebt. Einige Teens meinten: «Ja, bei dieser Wasserschlacht mit Gott haben wir den Kürzeren gezogen…» Glücklicherweise wurden wir von hilfsbereiten Bauern mit einem trockenen Platz, Decken, Pullovern und warmem Tee versorgt. Wir beschlossen, den Teensausflug abzubrechen und auf den Lagerplatz zurückzukehren. «Trotzdem gehört der Teensausflug zu meinen Highlights.» (Lilie)
Zurück in trockenen Kleidern wurden wir Zeugen, wie Hiskia mit seinem heutigen Sieg prahlte, ohne den zu ehren, der ihn errungen hatte… ob das gut kommt?
Donnerstag: Tal der Tränen
«Hiskia ist schwer krank! Ihr müsst seine Regierungsgeschäfte übernehmen. Könnt ihr das?» Natürlich! Und so trieben wir anhand eines Sternen-OLs Steuern ein, unterrichteten in einer Schule, bauten einen Turm, lieferten Medikamente ab. Die strengste Arbeit war das Militär. Meine Gruppe hatte nun eine klare Meinung: «Das war ein Sklaventreiber» und: «Wenn ich gross bin, gehe ich nie ins Militär, lieber Zivildienst!»
Leider ging es Hiskia immer noch nicht besser und die engsten Freunde fragten sich, was Gott Hiskia wohl durch diese Krankheit beibringen möchte und was sein Plan für sein Leben sei. So gingen sie beten und baten uns, in der Zwischenzeit Hiskias Schmerzen zu lindern. In verschiedenen Posten lernten wir viel über Erste Hilfe und Heilkräuter und stellten ein tolles Notfallset zusammen.
Eine schwere Nachricht erhielten wir trotzdem: «Hiskia wird sterben.» Vor lauter Trauer weinten und klagten seine Freunde laut und baten Gott, doch noch seine Meinung zu ändern… Da die Küche vor Trauer nicht kochen konnte, sorgten die Kids für das Znacht: Die Jungschärler:innen begaben sich zum Abkochen in den Wald und die Teens zu einem See. Nach einem leckeren, selbstgekochten Abendessen, gemeinsamem Jodeln und Wasserspass inklusive Tarzanseil ging ein toller Abend zu Ende.
Freitag: Wunder 2.0
Viel zu schnell brach der letzte ganze Tag an. Und dieser startete mit einer unglaublichen Nachricht! Gott wird Hiskia wieder gesund machen! Dafür brauchten wir einen Feigenkuchen, den wir Hiskia auflegen sollten. Also los! Bei verschiedenen Posten konnten die Teilnehmenden Zutaten verdienen. Es wurde geschätzt, gebaut, Rätsel gelöst, gezielt und am Schluss den Schatz mit den Feigen gesucht. Alle waren sehr geschickt und so war alles bereit für das grosse Wunder: Hiskia wurde mit der Bahre in das Firstzelt gebracht. Er war ganz schwach und sah furchtbar aus! Micha und Jesaja legten den Feigenkuchen auf ihn, beteten und alle beobachteten gespannt, was wohl geschehen wird! Und wirklich: Hiskia war wieder gesund! Er stand auf und pries Gott! Was für eine Freude war das, wir feierten gleich ein Fest: Jede Gruppe zeigte in einem Theater, was in diesem Lager alles passierte. Da gab es viel zu lachen.
Zum Znacht gab es das nächste Highlight: Pizza aus dem «Nilpferd-Ofen»! Das war lecker, so wie das Essen schon die ganze Woche über. Vielen Dank dem wunderbaren Küchenteam!
Der Abend war sehr schön! Nach gemeinsamen Spielen und verschiedenen Angeboten wie Schnitzen, Basteln, Tanzen und Fussballspielen schlossen wir den Abend am Lagerfeuer ab. Dabei war die Lust zu singen so gross, dass die Teilnehmenden sogleich ohne Instrumente anfingen zu singen. Es war eine unglaubliche Stimmung und Wehmut tauchte auf, dass dieses wunderschöne Lager schon zu Ende ging…
Samstag: Abschied
Und schon neigte sich das Lager dem Ende zu. «Es hätte noch eine Woche länger gehen sollen». (Dalie)
Wir verabschiedeten uns wehmütig von Hiskia, dem Lagerplatz und von unseren Lagergspändli, um die Rückreise anzutreten. Wir können Gott und allen, die etwas dazu beigetragen haben, nicht genug danken für die gesegnete Zeit!
Nun zum Abschluss noch einige weitere Highlights der Teilnehmer:
Das Theater, und dass man für einander da ist. Es machte Spass, so viel verschiedene Sachen zu unternehmen. (Sunny)
Die Geländespiele, die gute Gemeinschaft und das Schlafen im Zelt war besonders toll. (Wiesel)
Der Abschlussabend, die Kleingruppenzeit und die Geländespiele. (Limone)
Das Fussballspielen, die Gemeinschaft, die Geländespiele, einfach alles! (Leopard)
JUNGSCHAREN SAANENLAND, ZWEISIMMEN UND LENK/ TAMARA SCHRANZ, JUNGSCHARLEITERIN




