Gold, Silber und Bronze nicht nur in Cortina, sondern auch beim Curlingturnier des Gewerbevereins
13.02.2026 SportDas 32. Curling-Plauschturnier fand im Zeitraum vom 12. Januar bis zum 9. Februar in der Curlinghalle des Sportzentrums Gstaad statt. Die gesellige Sportveranstaltung, bei welcher der Spass und das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund stehen, wurde in Zusammenarbeit mit dem Curling Club ...
Das 32. Curling-Plauschturnier fand im Zeitraum vom 12. Januar bis zum 9. Februar in der Curlinghalle des Sportzentrums Gstaad statt. Die gesellige Sportveranstaltung, bei welcher der Spass und das gemeinsame Erlebnis im Vordergrund stehen, wurde in Zusammenarbeit mit dem Curling Club Gstaad organisiert und durchgeführt. Dem Gewerbeverein Saanenland ist es ein Anliegen, mit verschiedenen Anlässen auch die Geselligkeit und den Zusammenhalt zu fördern. Hierfür eignet sich das Curlingspiel, ein klassischer Teamwettbewerb, allerbestens. Aus 24 Betrieben nahmen 28 Teams an Vorrundenturnieren teil. Die besten 20 qualifizierten sich für die Finalrunde, die am 9. Februar ausgetragen wurde.
EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH
Das ursprünglich aus Schottland stammende Spiel erfreute alle auf dem Eis. Am Finalabend amüsierten sich 80 Spieler:innen, eingeteilt in zwei Gruppen, auf den fünf Bahnen (Rinks). Wie bei den Profiteams curlten auch sie zu viert, mit einem Lead, einem Second, einem Third und einem Skip. Die Spiele wurden aus Zeitgründen auf sechs Abschnitte (Ends) beschränkt. In jedem End spielt jedes Team abwechselnd insgesamt acht Steine.
Aus der Ferne betrachtet glich der Spielbetrieb jenem am olympischen Turnier in Cortina. Der oder die Lead glitt nach einem Abstoss aus dem Startblock (Hack) in Richtung des Zieles. Bevor der Stein die rote Linie erreichte, musste er losgelassen werden. Mit einer Handgelenkbewegung, in- oder out-Turn, schickt sie/er den Stein auf die Reise und hofft, dass dieser ins Zentrum des Hauses eindringt oder mindestens den äussersten Ring des Hauses berührt.
Die Teammitglieder, vielleicht gar alle drei, nutzen Besen, um durch Reibungswärme einen dünnen Wasserfilm auf dem Eis zu erzeugen. Dies beeinflusst die Geschwindigkeit und die Richtung (den «Curl») des Steins.
Nun, die Gewerbler-Curler:innen sind ja keine Profis. Aus der Nähe betrachtet bot sich den Zuschauenden ein drolliger Anblick. Die einen kämpften mit dem Gleichgewicht und andere mit der Beweglichkeit während des Abspiels aus dem Startblock. Obwohl die lauten Zurufe «wisch schneller/ länger/ fester/näher!», «stopp!» die Wischenden motivierte, waren die Steine oft ungehorsam und flitzten am Ziel vorbei.
Alle Spieler:innen gaben ihr Bestes. Die Freude am gemeinsamen Spiel war sichtbar. Man respektierte das gegnerische Team und reichte sich nach dem Spiel dankend die Hände.
Sechs Fragen an Jonas Wanzenried, Präsident des Gewerbevereins Saanenland
INTERVIEW: EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH
Die sportlichen Anlässe des Gewerbevereins sind?
Seit vielen Jahren Golf, Curling und Skifahren. Das diesjährige Firmenskirennen findet am 4. März statt.
Wie viele Mitglieder zählt der Gewerbeverein?
Im Gewerbeverein Saanenland haben sich über 256 Gewerbebetriebe (davon acht ausserhalb des Saanenlandes) aus allen Sparten zusammengeschlossen. Der Verein zählt zu den grössten Gewerbevereinen im Berner Oberland! Zusammen mit dem Tourismus, der Hotellerie und den Bergbahnen, bildet das Gewerbe einen der Grundpfeiler für die erfolgreiche Weiterentwicklung in der Region.
Sind sie zufrieden mit der Beteiligung?
Es gibt Grund zur Freude: Die Beteiligung entspricht jener des letzten Jahres. Mit 28 Teams kann ein kompaktes Turnier organisiert und durchgeführt werden.
Wie war die Zusammenarbeit mit dem CC Gstaad?
Die bewerte ich sehr positiv. Das OK-Team investierte Herzblut in unser Turnier. Die Erfahrung, das Wissen und das Können der Männer ist grossartig. Auch die hervorragende Infrastruktur im Sportzentrum ist das Zünglein an der Waage. Auch für die Gemeinde Saanen ist dieser Treffpunkt von hohem Stellenwert!
Was freute Sie ganz besonders am Curling-Plausch-Turnier?
Die Rückmeldungen der Teams, die positive Stimmung, der Spassfaktor – ungezwungen Steine von A nach B schieben zu können. Aber auch die Geselligkeit – den Alltag vergessen zu können. Schön war auch zu erfahren, wie die Teilnehmenden unseren Anlass schätzen.
Kommen Sie auch dazu, Sport zu treiben?
Ja, manchmal mehr, manchmal weniger. Skifahren und im Sommer Biken.
DER TURNIER-ORGANISATOR
Das Leitungsteam des Curling Clubs Gstaad (Stefan Karnusian, Michael Brand und Eismeister Tom Fäh) garantierte für einen reibungslosen Ablauf der Vorrundenturniere sowie des Finalturniers. Der Präsident des CC Gstaad, der ehemals sehr erfolgreiche Curler Stefan Karnusian (u.a. Skip bei der WM 2010 in Cortina d’Ampezzo) strukturierte den Turniermodus mit den Gruppeneinteilungen und den Zeitplänen.
DER EISMEISTER
Der Eismeister Tom Fäh ist ein hochspezialisierter Fachmann, der für die Qualität und Bespielbarkeit der Eisfläche verantwortlich ist. Im Gegensatz zu normalem Eishockey-Eis erfordert Curling-Eis eine extrem präzise Vorbereitung. Zwei seiner Kernaufgaben sind:
1. Klimakontrolle
Überwachung von Luftfeuchtigkeit und Temperatur in der Halle, da kleinste Schwankungen die Reibung des Eises massiv verändern. Eistemperatur ca. -4,5°C Lufttemperatur zwischen +6 und +8°C
2. Instandhaltung
Die Fläche des Eises in der Curlinghalle beträgt 1050m2, unterteilt in fünf Bahnen, Rinks genannt. Eine Bahn misst meistens 45,72 Meter.
Nachgefragt bei Daniel Reichenbach, Skip des Teams Mobi-Wüsch
«Das Format ‹Plausch-Curling-Turnier› gefällt mir in mehrerlei Hinsicht. Die entspannte Atmosphäre ist wohltuend. Ich spiele selten bis nie Curling. Dementsprechend sind die technischen und konditionellen Fertigkeiten limitiert, so wie bei den meisten Plauschcurlern. Wir treffen viele Berufsleute aus anderen Branchen. Netzwerken ist just in der heutigen Zeit wichtiger denn je. So wie man beim Curlen an einem Strick zieht, soll es auch in der Wirtschaft zu und her gehen. In der Region ist man stark, wenn man zusammenhält.
Unser Curlingspiel entwickelte sich von End zu End besser. Aus einem 0:5 Rückstand gewannen wir unser Spiel gegen das Team Wood Slider II 7:5. Auch der elfte Schlussrang, knapp ausserhalb der Top Ten, freut uns.»





