Gourmetbibel enthüllt Gstaader Geheimzutaten: regional, saisonal, nachhaltig

  08.10.2024 Region

Der neue Gault-Millau-Guide setzt auch dieses Jahr die Massstäbe für kulinarische Spitzenleistungen. Während einige Betriebe ihre Platzierungen verteidigen konnten, mussten sich andere einer kritischen Neubewertung stellen. Dennoch behauptet sich die Region – das hohe Niveau bleibt bestehen.

ELISA OPPERMANN
Das Thema Nachhaltigkeit ist mittlerweile auch im Gastronomiebereich in aller Munde. Martin Göschel, der mit seinen 18 Punkten im Restaurant Sommet konstant die Bestnote im Saanenland sowie im Kanton Bern verteidigt, setzt auf das Konzept: so viele regionale Produkte wie möglich. Sei es Gemüse vom örtlichen Händler, Kaviar aus Frutigen oder Wachteln aus dem Grund – alles stammt aus der unmittelbaren Umgebung. Doch Göschel geht noch einen Schritt weiter und verfolgt seit Jahren ein «Zero-Waste-Prinzip». Ein Ansatz, der in der Gourmetküche noch selten zu finden ist. Doch dieser Mut wurde von den Testessern des Gault-Millau-Guides belohnt. Gemäss des Berichts wird ab diesem Winter ein weiteres Restaurant im Hotel The Alpina Gstaad unter der Leitung von Martin Göschel eröffnet. Der Name ist noch unbekannt, aber in der Kritik wird festgehalten, dass es sich um «eine kleine, feine Brasserie» handeln soll.

Aufsteiger der Region setzen auf regionale Produkte
Nicht nur Göschels Faible für Nachhaltigkeit, Regionalität und Saisonalität zahlt sich in der diesjährigen Ausgabe aus. Auffallend ist auch, dass beim Aufsteiger in Lauenen, dem Hotel Alpenland, der neue Küchenchef José Dura auf die «einheimische Zutat» setzt. Hier wird mit lokalem Yakfleisch oder Saanenländer Kalb gekocht. Das erstmals erwähnte «L’Ermitage» in Château-d’Oex reihte sich ebenfalls mit seinen lokalen Produkten bei zwölf Punkten in den Guide ein: «Der einheimische Chef arbeitet mit lokalen Produzenten zusammen und überzeugt mit einer schnörkellosen, familiären Küche», so die Kritiker.

Unter den weiteren Aufwertungen der Region befinden sich das japanische Megu Restaurant im The Alpina Gstaad und das neu erwähnte «Le Café Valrose», im Hôtel Restaurant Valrose in Rougemont.

Gault-Millau ist kein Zuckerschlecken
Während einige Betriebe der Region für ihre Leistungen gelobt wurden, mussten sich andere teilweise auch harscher Kritik stellen. Herabgestuft wurden von den Gourmetexperten das 16 Art Bar Restaurant in Saanen und das «La Vue» im Huus Hotel.

Zwei Restaurants fehlen komplett auf der aktuellen Liste. Zum einen das «Esprit Ravet» im Bernerhof, zum anderen das «Chlösterli». Das «Esprit Ravet» entschied sich bewusst für eine Konzeptänderung und wurde daher nicht mehr berücksichtigt. Anders ist die Situation beim «Chlösterli»: Noch vor einem Jahr stand Martin Bieri dort als Küchenchef im Rampenlicht und sorgte laut Gault-Millau für Aufsehen, doch inzwischen ist das Restaurant von der Liste verschwunden. Für Bieri eröffnete sich jedoch eine neue berufliche Perspektive im Hotel The Mansard. Obwohl der Gault-Millau den Küchenchef in einem Artikel mit dem Titel «Martin Bieri powert im The Mansard» bereits lobte, taucht er in der aktuellen Ausgabe noch nicht wieder auf.


ALLE RESTAURANTS DER REGION MIT GAULT-MILLAU-PUNKTEN

(in alphabetischer Reihenfolge)

Château-dOex: L’Ermitage, Florian Pilet, 12 Punkte. NEU
Feutersoey: Rössli, Simon Richard, 14 Punkte.
Gstaad: Bernerhof, Blun-Chi, Kah Hing Loke, 14 Punkte; Bernerhof, La Gare, Marcel Reist, 13 Punkte; Gstaad Palace, Le Grill, Franz W. Faeh, 16 Punkte; Gstaaderhof, Müli, Elvedin Odobasic, 14 Punkte; Le Grand Bellevue, Leonard’s, Francesco De Bartolomeis, 16 Punkte; Le Grand Chalet, La Bagatelle, Steve Willié, 16 Punkte; Rialto, Manuel Stadelmann, 14 Punkte; The Alpina Gstaad, Megu, Martin Göschel, Tsutomu Kugota, 16 Punkte; The Alpina Gstaad, Sommet, Martin Göschel, 18 Punkte.
Lauenen: Hotel Alpenland, José Dura, 14 Punkte.

Rossinière: Les Jardins de la Tour, Ludovic Garnier, 14 Punkte.
Rougemont: Hôtel Restaurant Valrose, La Table du Valrose, Benoît Carcenat, 18 Punkte; Hôtel Restaurant Valrose, Le Café Valrose, Benoît Carcenat, 14 Punkte; Le Café du Cerf, Yanick Poidevin, 12 Punkte; Hôtel de Rougemont & Spa, Le Roc, Andrea Gaia, 14 Punkte.
Saanen: 16 Art Bar Restaurant, Simon Buchs, 13 Punkte; Huus Hotel, La Vue, Alberto Salviato, 12 Punkte; Sonnenhof, Erich Baumer, 16 Punkte.
Saanenmöser: Maison Hornberg, Michael Rindlisbacher, 13 Punkte.
Schönried: Hotel Alpenrose, Azalée, Michel von Siebenthal, 15 Punkte.

(*keine Gewähr auf Vollständigkeit)

QUELLE:GAULT-MILLAU

 


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