Grosses Staunen und viel Lob für musikalische Leistungen
18.08.2026 KulturDas Abschlusskonzert der Conducting Academy mit anschliessender Preisverleihung im Zelt Gstaad war ein musikalischer Hochgenuss mit einer anspruchsvollen, interessanten Auseinandersetzung über die Kunst des Dirigierens. Ein junger Geigensolist sorgte ebenso für Begeisterung wie die zehn ...
Das Abschlusskonzert der Conducting Academy mit anschliessender Preisverleihung im Zelt Gstaad war ein musikalischer Hochgenuss mit einer anspruchsvollen, interessanten Auseinandersetzung über die Kunst des Dirigierens. Ein junger Geigensolist sorgte ebenso für Begeisterung wie die zehn Dirigentinnen und Dirigenten, welche nach der dreiwöchigen Conducting Academy um den Menuhin Conducting Prize 2026 dirigierten.
LOTTE BRENNER
Mit dem Violinkonzert h-Moll op.61 von Edward Elgar und der Sinfonie Nr. 4 e-Moll op.98 von Johannes Brahms wurden nicht nur zwei sehr gegensätzliche Werke aufgeführt und ein toller, junger Violinist präsentiert, sondern auch ein Rahmen geschaffen für die Präsentation der Leistungen von zehn Dirigentinnen und Dirigenten, die drei Wochen lang in der Akademie hart arbeiteten. Das erfahrene Gstaad Festival Orchestra war der perfekte Gastgeber für die zehn Anwärter und Anwärterinnen des diesjährigen Menuhin Conducting Prizes, die sich auf die zwei Werke verteilt innerhalb der Konzertsätze im Dirigieren unauffällig ablösten. Es waren dies Francesco Cagnasso, Gonzalo Alarcón Burriel, Michal Oren, Sean Tan und Teresa Jackson im Violinkonzert von Elgar und Hannah Howard Andresen, Erle Kont-Vilson, Heidi Cahyadi, Stepan Armasar und Leonhard Kreutzmann in der Brahms-Sinfonie. Alles bereits bestandene Musikerinnen und Musiker, die in der Academy unter der Leitung von Jaap van Zweden, Johannes Schlaefli, Peter Biloen und Alexander Shelley intensiv arbeiteten und nun um den begehrten Preis dirigierten.
Ein wahres Fest für die Sologeige
Was für ein begnadeter junger Schweizer Violinist! Im ebenso sinnigen wie virtuos anspruchsvollen Violinkonzert von Edward Elgar brillierte Raphael Nussbaumer mit kühnster Geigen-Akrobatik wie musikalisch mystischen Momenten. In wunderschönen Klangfarben liess er sein Instrument ertönen, aber auch mit atemberaubenden Läufen begeisterte er das Publikum im Festzelt. Seine Virtuosität war ein Motor, der das tolle Festival-Orchester, das meisterhaft durch den anspruchsvollen Abend geleitete, vermehrt antrieb.
Feierliche Preisverleihung
Erstmals gab es auch einen Publikums-Preis zu vergeben. Dieser ging an den Spanier Gonzalo Alarcón Burriel, der unter anderem kürzlich zum Chefdirigenten des Universitätsorchesters Genf ernannt worden ist. Der Preis umfasst drei Übernachtungen im Wellness- &Spa-Hotel Ermitage während der Festival-Saison 2027 mit freien Eintritten zu sämtlichen Konzertveranstaltungen. Den Abend durfte er in Gesellschaft von Daniel Hope und Tamina Kallert verbringen, die das Conducting-Konzert und die -Preisverleihung aufschlussreich und lebendig moderierten.
Der Menuhin Conducting Prize 2026 wurde geteilt und ging an die Britin Teresa Jackson und den deutschen Leonhard Kreutzmann, der zur Zeit an der Zürcher Hochschule der Künste bei Christoph-Mathias Mueller und Johannes Schlaefli studiert.
Die Jury, die sich zur Hälfte aus Professoren und Vertretern des Gstaad Festival Orchestras und zur andern Hälfte aus fünf Partnerorchestern mit je einer Stimme zusammensetzte, kamen nach langer Überlegung dazu, den Preis zu teilen. Für die beiden Gewinner bedeutet dies nun ein Gast-Engagement mit der Dresden Philharmonic in der Frauenkirche Dresden im nächsten Sommer sowie einen Platz in der Jury bei künftigen Preisverleihungen im Rahmen der Menuhin Conducting Academy und ebenfalls die Chance, dem Chefdirigenten Jaap van Zweden bei einem Projekt mit einem seiner Orchester zu assistieren. Das ist ein Sprungbrett, das einen Sprung in die grosse, weite Welt der Musik ermöglicht.



