Grossrat verwirft Änderungen bei der Kirchensteuer für Unternehmen
13.10.2026 PolitikDer Grosse Rat hält an der Kirchensteuer für Unternehmen fest. Für den Kirchlichen Bezirk Obersimmental-Saanen bleibt damit eine wichtige Grundlage zur Finanzierung regionaler Angebote bestehen.
Im Grossen Rat des Kantons Bern wurde im September über ...
Der Grosse Rat hält an der Kirchensteuer für Unternehmen fest. Für den Kirchlichen Bezirk Obersimmental-Saanen bleibt damit eine wichtige Grundlage zur Finanzierung regionaler Angebote bestehen.
Im Grossen Rat des Kantons Bern wurde im September über die Zukunft der Kirchensteuer für Unternehmen diskutiert. Zur Debatte standen verschiedene Änderungen. Unter anderem wurde vorgeschlagen, die Kirchensteuer für Unternehmen ganz abzuschaffen oder sie zu senken. Schliesslich sprach sich der Grosse Rat mit 117 zu 18 Stimmen bei 16 Enthaltungen dafür aus, an der bisherigen Regelung festzuhalten.
Eine Änderung wurde dennoch beschlossen: Die Kirchgemeinden sollen künftig transparenter ausweisen, wofür sie die Einnahmen aus der Kirchensteuer der Unternehmen verwenden. Der entsprechende Antrag wurde mit 140 zu Null Stimmen bei vier Enthaltungen angenommen.
Der Entscheid sorgt für Erleichterung
Die Kirchensteuer der Unternehmen kommt den Kirchgemeinden am jeweiligen Steuerort zugute. Die Kirchgemeinden finanzieren ihrerseits unter anderem die Arbeit des Kirchlichen Bezirks Obersimmental-Saanen (KB-OSS). Dazu gehören die reformierten Kirchgemeinden Boltigen, Zweisimmen, St. Stephan, Lenk, Lauenen und Saanen-Gsteig. Auch die römisch-katholische Kirche beteiligt sich laut KB-OSS an der Finanzierung des Bezirks.
Eine Abschaffung oder Reduktion der Kirchensteuer für Unternehmen hätte deshalb auch Folgen für die Finanzierung des Bezirks haben können. Der Vorstand des KB-OSS habe sich entsprechend Sorgen um die künftige Finanzierung seiner Angebote gemacht. Den Entscheid des Grossen Rates begrüsst der Bezirk. «Jetzt dürfen wir aufatmen», schreibt Präsidentin Theresa Rieder in einer Mitteilung.
Mehr als Gottesdienste
Der Kirchliche Bezirk finanziert verschiedene Angebote in der Region. Dazu gehört die Ehe-, Partnerschaftsund Familienberatung in Zweisimmen. Ebenfalls vom Bezirk finanziell getragen wird die heilpädagogische kirchliche Unterweisung. Dazu gehören unter anderem Angebote an der Heilpädagogischen Schule Gstaad, die Begleitung im regulären kirchlichen Unterricht sowie Angebote für Menschen, die in Institutionen leben.
Auch Aupair.ch wird vom Kirchlichen Bezirk finanziell unterstützt. Die Organisation der Reformierten Landeskirche vermittelt Sprachaufenthalte in Gastfamilien und unterstützt diese finanziell.
Die Kirchgemeinden übernehmen nach eigenen Angaben damit auch Aufgaben ausserhalb des klassischen kirchlichen Angebots. Pfarrerin Marianne Kellenberger-Aegerter von der Kirchgemeinde Saanen-Gsteig nennt als Beispiele «persönliche Nähe, freiwilliges Engagement, gewachsene Beziehungen und unkomplizierte Hilfe».
PD/MAV
