Grossratswahlen 2026: weitere Kandidierende aus der Region im Überblick
06.03.2026 PolitikAm 29. März entscheidet der Kanton Bern über die neue Zusammensetzung des Grossen Rates. 27 Kandidierende aus dem Saanenland und dem Obersimmental stellen sich zur Wahl. Am vergangenen Dienstag stellte der «Anzeiger von Saanen» bereits die ersten Kandidierenden vor. ...
Am 29. März entscheidet der Kanton Bern über die neue Zusammensetzung des Grossen Rates. 27 Kandidierende aus dem Saanenland und dem Obersimmental stellen sich zur Wahl. Am vergangenen Dienstag stellte der «Anzeiger von Saanen» bereits die ersten Kandidierenden vor. Heute folgt der zweite Teil der Serie mit weiteren Antworten zu Motivation, politischen Schwerpunkten und realistischen Zielen. Die Reihenfolge erfolgt alphabetisch nach Nachnamen.
JOCELYNE PAGE
Thomas Kernen
Liste: FDP.Die Liberalen Berner Oberland West
Jahrgang: 1971
Wohnort: Saanenmöser
Beruf: Bauingenieur, Immobilienbewerter, Hotelier
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Weil ich die Anliegen unserer Region aus eigener Erfahrung kenne und mich mit Sachverstand und Engagement für sie einsetze. Ich bringe ein beruflich fundiertes und breit gefächertes Wissen mit, welches mir in Kombination mit freiwilligen Tätigkeiten bei Gstaad Saanenland Tourismus, der Wohnbaugenossenschaft Ebnitmatte und der IG Amtliche Bewertung zeigt, wie wichtig Tourismus, Gewerbe und Wohnraum für unsere Bergregion und lokale Wirtschaft sind.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Für weniger Bürokratie und gegen eine zunehmende Zentralisierung. Staatliche Strukturen sollen effizient, schlank und bürgernah sein. Weniger Regulierungen und mehr Selbstbestimmung stärken Eigenverantwortung, unternehmerische Freiheit und die Handlungsfähigkeit unserer lokalen Gemeinschaften.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Mit einer bürgerlichen Mehrheit die Bedeutung von Sicherheit, Rechtsstaatlichkeit und einer bürgernahen Verwaltung stärken. Überbordende Regulierungen ablehnen, Verfahren beschleunigen und die Eigenverantwortung fördern.
Philippe Marmet
Liste: Grünliberale Partei
Jahrgang: 1967
Wohnort: Saanen
Beruf: Schreiner und Skilehrer
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Weil ich motiviert bin, mich für die Anliegen unserer Bevölkerung einzusetzen! Auch will ich alles daran setzen, unsere Region nachhaltig touristisch weiterzuentwickeln.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ich will mich auch einsetzen, um die von den Ämtern blockierten Projekte voranzubringen. Es kann nicht sein, dass diese Ämter so wirtschaftsverhindernd wirken.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Im Bildungswesen Voraussetzungen schaffen, dass auch in den Peripherien dem Fachkräftemangel entgegengewirkt werden kann. Wir müssen die PH Bern etwas flexibler machen, damit Quereinsteigende weniger grosse Hürden überwinden müssen, wenn sie sich für die Ausbildung zum Lehrerberuf entscheiden. Ich bin diesbezüglich zuversichtlich, weil schon länger an Lösungen gearbeitet wird und wir dies einfach mit Durchhaltewillen erreichen können.
Josef Matzinger
Liste: schweiz-macher Bern
Partei: EDU
Jahrgang: 1962
Wohnort: Blankenburg
Beruf: Buschauffeur
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Die Stimmbürgerinnen sollten mir ihre Stimme geben, weil mir das Wohl des Volkes im Obersimmental wichtig ist.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ich möchte mich dafür einsetzen, dass die Werte der Familie erhalten bleiben.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Ein für mich wichtiges politisches Thema ist der Erhalt unseres regionalen Spitals. Weil die Distanzen teils zu gross sind und es gerade in der Alterspflege und bei Geburten wünschenswert ist, wenn eine ortsnahe Gesundheitsversorgung mit Spital vorhanden ist.
Regula Meier
Liste: FDP.Die Liberalen Berner Oberland West
Jahrgang: 1964
Wohnort: Lenk
Beruf: Geschäftsleiterin
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Ich möchte meine Erfahrung aus internationaler Sportpolitik, Führung und sozialer Verantwortung in die kantonale Politik einbringen. Das Oberland verdient eine starke Stimme, die zuhört, anpackt und vorwärts denkt. Als Präsidentin eines internationalen Sportverbandes (ISMF) verbinde ich Menschen und finde tragfähige Lösungen. Als Geschäftsleiterin der Bergquelle kenne ich die lokalen Herausforderungen und Chancen.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ich setze mich dafür ein, dass das Oberland selbstbestimmt und zukunftsfähig bleibt. Damit unser Tal beim Projekt Aufhebung Simmenwehr Gehör findet und sich durchsetzen kann. Unsere Region lebt von Menschen, die Verantwortung übernehmen und Chancen nutzen. Deshalb stehe ich für Eigenverantwortung, Offenheit und Fortschritt – für Rahmenbedingungen, die Innovation ermöglichen.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Ein realistisches Ziel ist der Abbau unnötiger Bürokratie und bessere Rahmenbedingungen für Projekte im Oberland. Viele Vorhaben scheitern nicht am Willen, sondern an komplizierten Verfahren. Hier können wir in einer Legislatur spürbare Fortschritte erzielen. Mit meiner Führungserfahrung möchte ich dazu beitragen, dass wichtige Projekte – etwa die Energiestrategie mit dem Solarausbau – schneller vorankommen.
Andreas Müller
Liste: FDP.Die Liberalen Berner Oberland West
Jahrgang: 1963
Wohnort: Zweisimmen
Beruf: Bestatter
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Weil ich unabhängig und ohne Interessenkonflikte Verantwortung für ein sicheres und faires Miteinander in allen sozialen Schichten übernehme.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Schnellere Digitalisierung mit Augenmass und bessere Rahmenbedingungen für KMUs. Sie sind der wichtigste Wirtschaftsmotor für die Gemeinschaft.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Eine liberale Bildungspolitik, die auf Eigenverantwortung, Chancengerechtigkeit und Leistungsbereitschaft baut und die Zweisprachigkeit fördert. Ein leistungsfähiges Bildungssystem ist die Grundlage für individuelle Entfaltung, gesellschaftlichen Zusammenhalt und wirtschaftlichen Erfolg.
René Müller
Liste: SVP Oberland West
Jahrgang: 1968
Wohnort: Lenk
Beruf: Lehrer und Gemeindepräsident der Gemeinde Lenk
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Als langjähriger Gemeindepolitiker kenne ich die Anliegen der Bevölkerung und der Gemeinden bestens. Durch meine Erfahrung und mein Netzwerk kann ich mich wirkungsvoll und lösungsorientiert im Grossen Rat einbringen. Als Co-Präsident der Bergregion möchte ich mich auch im Rathaus für die Anliegen der Region und des ländlichen Raumes engagieren.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ich werde mich zum einen für mehr Gemeindeautonomie, weniger Regulierungen und schnellere Planungsund Bewilligungsverfahren sowie eine nachhaltige und dezentrale Grundversorgung einsetzen. Das nützt allen: Gewerbe, Landwirtschaft und Tourismus. Zum anderen ist mir die Jugend ein zentrales Anliegen – sie sind unsere Zukunft. Es braucht ein praxisnahes und leistungsorientiertes Bildungssystem – dies stärkt die Wirtschaft.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Ich bin überzeugt, das eine oder andere oben genannte Ziel erreichen zu können. Dies nicht populistisch, sondern lösungsorientiert, indem ich Mehrheiten für die Anliegen des ländlichen Raumes gewinnen will – engagiert, zielgerichtet und hartnäckig.
Alain Poschung
Liste: EDU
Jahrgang: 1989
Wohnort: Boltigen
Beruf: Heizungsmonteur/Haustechnikplaner
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Als Gemeinderatspräsident kenne ich die Herausforderungen der Gemeinden aus erster Hand. Ich weiss, wo kantonale Vorgaben im Alltag helfen – und wo sie unnötig erschweren. Im Grossen Rat will ich mich dafür einsetzen, dass der Kanton den Gemeinden mehr Vertrauen entgegenbringt und ihnen Handlungsspielraum lässt. Es braucht nicht überall zusätzliche Unterstützung, aber faire Rahmenbedingungen und möglichst tiefe Hürden, damit Gemeinden, Betriebe und Familien ihre Aufgaben eigenverantwortlich wahrnehmen können.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Mein zentrales Anliegen ist der Abbau unnötiger Bürokratie und Regulierungen, insbesondere im ländlichen Raum. Vorschriften sollen praktikabel, verhältnismässig und verständlich sein. Gemeinden sollen ihre Verantwortung wahrnehmen können, ohne durch übermässige Auflagen ausgebremst zu werden. Das stärkt Eigenverantwortung, Effizienz und letztlich auch den Zusammenhalt in unserer Region.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Ein realistisches Ziel ist, bei kantonalen Gesetzen die Perspektive der Gemeinden einzubringen und konkrete Erleichterungen zu erreichen. Politisches Handeln soll verantwortungsvoll, am Gemeinwohl orientiert und von Eigenverantwortung sowie christlichen Werten geleitet sein. Praxisnahe Verbesserungen sind umsetzbar, weil sie sachlich begründet und verständlich sind.
Jeanne Rose Miche
Liste: Junges linkes Bündnis
Partei: Junge Grüne
Jahrgang: 2007
Wohnort: Lauenen
Beruf: Eventmanagerin
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Weil ich für eine nachhaltige Entwicklung, soziale Gerechtigkeit und Gleichstellung einstehe. Diese Anliegen kommen in unserem bürgerlich geprägten Kanton zu kurz.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Für Solarenergie, für den Erhalt und Schutz unserer schönen Landschaft und der Biodiversität. Sowie für mehr soziale Gerechtigkeit und Chancengleichheit, unabhängig von Geschlecht, Herkunft und finanziellen Mitteln. Alle Kinder und Jugendlichen sollen Zugang zu einer guten Bildung haben.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Der Abbau des Sozialstaats soll gebremst werden, damit der Unterschied zwischen Reich und Arm nicht noch grösser wird. Statt weiterer Kürzungen sollten wir uns dringend um Steuergerechtigkeit bemühen und die bestehenden Schlupflöcher schliessen.
Simon Mösching
Liste: EDU
Jahrgang: 1994
Wohnort: Gstaad
Beruf: Stv. Geschäftsführer Sportzentrum Gstaad & Pastor Glaubenszentrum Saanenland
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Weil unsere Region eine starke, verlässliche Stimme in Bern braucht. Es geht um bodenständige Politik mit klaren Werten, Verantwortungsbewusstsein und einem echten Interesse/Verständnis für die Anliegen des ländlichen Raums und dessen Menschen. Politik sollte transparent und authentisch sein – ohne Fangfragen und ohne Schönreden. Entscheidend ist, was den Menschen und den Gemeinden konkret dient.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Unsere Region lebt von engagierten Menschen, funktionierenden Strukturen und einer Politik, die nicht bevormundet, sondern ermöglicht. Deshalb würde für mich der Einsatz für starke Familien, gesunde Gemeindefinanzen und gute Rahmenbedingungen für das lokale Gewerbe im Zentrum stehen. Bürokratie sollte unterstützen und vereinfachen – nicht nur neue Stellen schaffen und Abläufe zusätzlich verkomplizieren.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Realistisch sind Schritte hin zu tieferen Steuern, stabilen Finanzen mit weniger Ausgaben und einer spürbaren Entlastung der Bürgerinnen und Bürger. Gleichzeitig sollten die lokalen Gemeinden wieder mehr Entscheidungsspielraum erhalten, statt in zentralen Fragen vom Kanton abhängig zu sein.










