Grossratswahlen 2026: Wer aus der Region in den Grossen Rat will
10.03.2026 PolitikAm 29. März wählt der Kanton Bern den neuen Grossen Rat. 27 Kandidierende aus dem Saanenland und dem Obersimmental treten an. Mit der heutigen Ausgabe schliesst der «Anzeiger von Saanen» seine dreiteilige Serie zu den Kandidierenden aus der Region ab. Die Antworten ...
Am 29. März wählt der Kanton Bern den neuen Grossen Rat. 27 Kandidierende aus dem Saanenland und dem Obersimmental treten an. Mit der heutigen Ausgabe schliesst der «Anzeiger von Saanen» seine dreiteilige Serie zu den Kandidierenden aus der Region ab. Die Antworten zu Motivation, politischen Prioritäten und realistischen Zielen erscheinen weiterhin alphabetisch geordnet nach Nachnamen.
JOCELYNE PAGE
Philipp Reber
Liste: FDP Saanenland
Jahrgang: 1975
Wohnort: Gstaad
Beruf: Augenoptiker und dipl. El. Ing FH
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Das Saanenland braucht mehrere Stimmen im Grossen Rat. Als Unternehmer, Familienvater und langjähriger Bewohner kenne ich Land und Leute und ihre Herausforderungen. Ich setze mich dafür ein, dass unsere Anliegen in Bern gehört werden und wir gute Rahmenbedingungen für Leben, Arbeit und Bildung haben. Für uns und die künftigen Generationen.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Mein Fokus liegt auf einem starken Gewerbe: weniger Bürokratie, wettbewerbsfähige Steuern im Kanton und eine gute Bildung für unsere Kinder. Unsere Unternehmen sollen investieren, ausbilden und Arbeitsplätze schaffen können – dafür braucht es unternehmerische Freiheit und gesunden Menschenverstand.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Das Ziel muss sein, konkrete Verbesserungen für unsere Region zu erreichen. Zugang zu einem funktionierenden Gesundheitswesen, eine faire amtliche Neubewertung für die dauerhaft vor Ort lebende Bevölkerung sowie eine gute Verkehrsanbindung im ÖV und auf der Strasse. Ich habe die Vision, dass mit innovativen Ideen und guten Allianzen pragmatische Lösungen im Grossen Rat zu erreichen sind.
Stephanie Rieben
Liste: EVP Zukunft
Jahrgang: 1992
Wohnort: Zweisimmen
Beruf: Unternehmerin
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Ich stehe für eine lösungsorientierte Politik. Mir ist wichtig, nicht nur zuzuhören, sondern auch konsequent zu handeln – verlässlich, bodenständig und mit klarem Fokus. Als Mutter von drei Kindern will ich mich bewusst dafür einsetzen, dass unsere Region auch für kommende Generationen lebenswert bleibt. Dazu gehört eine stabile Gesundheitsgrundversorgung ebenso wie gute Schulen und vielfältige und zukunftsfähige Arbeitsplätze.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ursprünglich habe ich Fachfrau Gesundheit gelernt. Daher ist mir die Gesundheitsgrundversorgung – Betonung auf «Grundversorgung» – ein besonderes Anliegen. Neben der sehr wichtigen medizinischen Versorgung geht es mir auch um die damit verbundenen Arbeitsplätze und Lehrstellen in unserer Region.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Besonders im Berner Oberland soll die Hausarztversorgung nachhaltig gestärkt und der Erhalt von Geburtenabteilungen und Geburtshäusern gefördert werden. Die gezielte Unterstützung von Aus- und Weiterbildung soll dazu beitragen, dass Engpässe abgebaut und der Zugang zu medizinischer Betreuung verbessert wird.
Katrin Rieder-Moor
Liste: EDU
Jahrgang: 1994
Wohnort: St. Stephan
Beruf: Familienfrau, Bäuerin und Dipl. Pflegefachfrau HF
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Es braucht Grossräte aus den Randregionen, welche das Oberland mit biblischen Grundwerten wie Ehrlichkeit, Wahrheit und Nächstenliebe vertreten.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Familienpolitik, Jugend und Gesundheit: Diese Themen liegen mir besonders am Herzen.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Entlastung der Familien und Schulen: Ich mache mich stark für junge Menschen, damit sich ihnen Zukunftsperspektiven und Chancen eröffnen und Arbeitsplätze gefördert werden, da sie unsere Verantwortungsträger und Gestalter der Zukunft sind.
Schär Hans (bisher)
Liste: FDP.Die Liberalen Berner Oberland West Jahrgang: 1959
Wohnort: Schönried
Beruf: Eidg. dipl. Elektroinstallateur und Unternehmer
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Seit Dezember 2017 engagiere ich mich im Kantonsparlament als Grossrat. Direkte Anliegen am richtigen Ort in der Kantonsverwaltung zu platzieren und einzubringen ist für unsere Region sehr wichtig und kann hilfreich sein. Ich bin nach wie vor motiviert, mich als Bindeglied zwischen Gemeinde und Kanton voll einzusetzen. Eine Stimme aus dem Saanenland in Bern darf nicht fehlen.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ein paar Vorstösse betreffend Sicherheit, Polizei, Asylwesen, Gesundheit, Bau-und Planungsdirektion habe ich mit anderen Ratsmitgliedern bereits eingereicht. Das Gesetz für den Finanzund Lastenausgleich liegt mir zudem sehr am Herzen und eine Steuersenkung im Kanton Bern unterstütze ich vollumfänglich. Zuletzt ist es mir wichtig, dass wir gute Rahmenbedingungen und Unterstützungen für die Förderung erneuerbarer Energien erzielen können.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Das Amt für Gemeinden und Raumordnung (AGR) muss unbedingt effizienter werden. Für die Bearbeitung der Baubewilligungen in Bern müssen die Fristen eingehalten werden. Es dürfen nicht während laufender Verfahren neue Forderungen gestellt werden. Zudem braucht es eine Steuersenkung im Kanton Bern, denn das Steuer-Schlusslicht zu sein macht einen Kanton nicht attraktiv, deshalb gibt es keinen Bevölkerungszuwachs. Zuletzt müssen wir das Finanz- und Lastenausgleichsgesetz anpassen. Die Gemeinde Saanen darf nicht unverhältnismässig geschröpft werden.
Anne Speiser (bisher)
Liste: SVP Oberland West
Jahrgang: 1961
Wohnort: Zweisimmen
Beruf: Laborantin
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Seit 2014 setze ich mich im Rat stark für das Berggebiet ein. Ich bin regional und kantonal sehr gut vernetzt. Ich kenne die vielseitigen regionalen Bedürfnisse, vertrete diese in aller Konsequenz. Ich werde auch von kantonalen Verbänden wie KMU Bern, Spitex und Curaviva (Leben im Alter) für die Wahlen offiziell unterstützt. Unsere Themen unterscheiden sich von denen der Städte – das gilt es zu berücksichtigen und Mehrheiten für uns zu gewinnen.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Die Zentralisierung ist weit fortgeschritten und muss gestoppt werden. AHV-Zweigstellen stehen als Nächstes auf dem Spiel. Ein bedarfsgerechterer Service Public ist kein Luxus, sondern notwendig. Gleichzeitig sind gute Rahmenbedingungen für Wirtschafts- und Tourismusprojekte zwingend notwendig, der Tourismus ist unser Wirtschaftsmotor. Verzögerungen oder Blockaden behindern die Entwicklung unserer Region und verursachen unnötig hohe Kosten.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Mit der bürgerlichen Mehrheit ist die Steuersenkung realistisch und stärkt die Standortattraktivität. Zudem müssen neue Fachkräfte im Amt für Gemeinde und Raumplanung rasch Lösungen zugunsten von Wirtschaft, Tourismus und Gemeinden vorantreiben. Als Grossratspräsidentin erhält das Berner Oberland, besonders das Berggebiet, eine sichtbare Vertretung im ganzen Kanton und schweizweit. Lokale Traditionen und Events erfahren noch eine grössere mediale Präsenz.
Claudio Thoenen
Liste: FDP.Die Liberalen Berner Oberland West
Jahrgang: 1985
Wohnort: Schönried
Beruf: Baumeister
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Wir brauchen unbedingt eine Person, die unsere Anliegen und Interessen in Bern vertritt. Das Saanenland wird im Vergleich zu dessen Wichtigkeit zu oft auf das Abstellgleis gestellt.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ich möchte mich für bezahlbaren Wohnraum sowie für weniger Bürokratie und Verwaltung einsetzen. Wichtig sind mir auch der Unterhalt unserer Infrastruktur und die Unterstützung des Bildungswesens. Bauanfragen sollen schneller bearbeitet werden. Im Allgemeinen soll die Genehmigungsfunktion stärker ins Auge gefasst werden: Ämter sollen alle gleich lange Zeit für eine Rückmeldung haben. Läuft diese Frist ab, soll die Anfrage als genehmigt gelten.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Ich hoffe, dass möglichst viele Menschen an den Grossratswahlen teilnehmen und bewusst ihre Stimme abgeben. Ehrlichkeit in der Politik ist mir wichtig, denn Übertreiben, Hochstapeln und Lügen nervt zunehmend und sollte aufhören.
David Zürcher
Liste: Die Mitte Berner Oberland
Jahrgang: 1984
Wohnort: Zweisimmen
Beruf: Landwirt
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Weil ich die Anliegen unserer Bergregion kenne, hier verwurzelt bin und Politik praxisnah, lösungsorientiert und mit Augenmass mache – für starke Gemeinden und verlässliche Rahmenbedingungen im ländlichen Raum.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Für eine starke Grundversorgung im Berggebiet, funktionierende Infrastruktur, gute Schulen und eine verlässliche Gesundheitsversorgung.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Konkrete Verbesserungen bei kantonalen Rahmenbedingungen für Berggemeinden zu erreichen, insbesondere bei Finanzierung und Planungssicherheit – weil hier Mehrheiten möglich und der Handlungsbedarf klar ist.
Cornelia Schallenberg
Liste: SVP Oberland West
Jahrgang: 1976
Wohnort: Lauenen
Beruf: Verwaltungsangestellte
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Ich möchte mich für unsere einmalige Region einsetzen.
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ich möchte mich dafür engagieren, dass wir als Randregion gestärkt werden und mich auch für die Familie einsetzen.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
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Reto Siegrist
Liste: SVP Oberland West
Jahrgang: 1984
Wohnort: Grund bei Gstaad
Beruf: Käsermeister und Geschäftsführer
Warum sollen die Stimmberechtigten aus dem Obersimmental und dem Saanenland Sie in den Grossen Rat wählen?
Es braucht im Berner Rathaus wieder mehr bodenständige, in der Wirtschaft verankerte Politiker, welche auf Worte Taten folgen lassen. Dafür stehe ich als Käsermeister und Geschäftsführer mit dem Motto ein: «Ich erzähle keinen Käse, ich mache ihn.»
Für welches politische Anliegen wollen Sie sich im Grossen Rat prioritär einsetzen?
Ich setze mich ein für gute Bedingungen für KMU, Landwirtschaft und Tourismus. Hier müssen weitere Bürokratiehürden verhindert und abgebaut werden. Zudem muss die Gesundheitsversorgung weiterhin mit dezentralen Spitälern/Notfallzentren gesichert sein, auch im Simmental/Saanenland. Als Lehrmeister und Prüfungsexperte ist mir ein weiteres Anliegen das duale Bildungssystem: Eine Lehre soll wieder mehr Stellenwert erhalten gegenüber einem Studium.
Welches politische Ziel ist für Sie realistisch in der kommenden Legislatur und warum?
Verhindern weiterer Bürokratiehürden und Einschränkungen für KMU, Landwirtschaft und Tourismus. Dies gilt z.B. auch beim Realisieren von Projekten wie den Staudamm am Triftgletscher ohne Kompromisse und den Rückbau des Simmewehr bei Wimmis. Zudem sollen weitere Steuererhöhungen (wie z.B. damals die Erhöhung des Amtlichen Wertes auf Gebäuden) verhindert werden, dies zugunsten des Mittelstandes, der Unternehmer und Familien.











