Gstaad klingt – und wie!
19.06.2026 KulturDie Fête de la Musique hat vergangenes Wochenende mit Rekordstimmung begeistert. Nach zwei Herbstausgaben fand das Festival erstmals im Sommer statt. Mitorganisatorin Mirka Czybik zeigte sich zufrieden: Die grosse Bühne war ein Blickfang und auch die kleinsten Besuchenden kamen auf ihre ...
Die Fête de la Musique hat vergangenes Wochenende mit Rekordstimmung begeistert. Nach zwei Herbstausgaben fand das Festival erstmals im Sommer statt. Mitorganisatorin Mirka Czybik zeigte sich zufrieden: Die grosse Bühne war ein Blickfang und auch die kleinsten Besuchenden kamen auf ihre Kosten.
CLAUDIA HEINE
Gstaad hat getanzt, gesungen und gestrahlt: Die Fête de la Musique verwandelte am Samstag, 13. Juni, die Promenade und den Kapälliplatz in eine lebendige Klanglandschaft und setzte dabei neue Massstäbe. Bei hochsommerlichem Wetter strömten Besucherinnen und Besucher aus nah und fern ins Dorf, um einen Tag voller Musik, Begegnungen und Lebensfreude zu erleben.
Schon am frühen Nachmittag war spürbar: Diese Ausgabe würde besonders werden. «Wir hatten wahnsinnig Glück mit dem Wetter – der Termin im Juni war genau richtig», sagt Mitorganisatorin Mirka Czybik im Gespräch. Der Entscheid, das Festival dauerhaft in den Frühsommer zu legen, habe sich voll ausgezahlt. «Im September ist die Saison oft schon vorbei und es wird kühler. Jetzt hatten wir perfekte Bedingungen.»
Fünf Bühnen, ein Dorf – und ein gemeinsamer Rhythmus
Auf insgesamt fünf Bühnen präsentierten Musikerinnen und Musiker ein vielfältiges Programm – von Singer-Songwriter bis Rock, von Nachwuchstalenten bis zu routinierten Liveacts. Besonders das Finale am Kapälliplatz setzte einen eindrucksvollen Schlusspunkt: Mit grosser Bühne, Lichtshow und eindringlichem Livesound entstand echtes Konzertfeeling mitten im Dorf.
«Die grosse Bühne war ein voller Erfolg, die werden wir definitiv beibehalten», so Czybik. «Sie verleiht dem Anlass noch einmal eine ganz andere Dimension.»
Das Konzept ging auf: Die Besuchenden bewegten sich entlang der Promenade von Bühne zu Bühne, bis sich die Menge am Abend im Zentrum bündelte. «Wir haben das Programm bewusst so aufgebaut, dass sich die Ströme nach und nach zum Kapälliplatz hin verdichten», erklärt Czybik.
Premiere für die Kids Stage
Ein besonderes Highlight war in diesem Jahr die neu eingeführte Kids Stage – ein klares Signal dafür, dass die Fête de la Musique noch stärker zur Plattform für junge Talente und Familien werden soll. Kinder und Jugendliche standen hier selbst im Rampenlicht, sammelten erste Bühnenerfahrungen und begeisterten das Publikum mit erfrischender Ungezwungenheit.
Die Bühne wurde bewusst familiennah positioniert und durch zusätzliche Angebote ergänzt – darunter neu auch eine Hüpfburg. «Es ist uns wichtig, dass wirklich alle Generationen Teil dieses Festes sind», betont Czybik. Die durchweg positiven Rückmeldungen zeigen: Die Kids Stage war nicht nur eine Bereicherung, sondern ein voller Erfolg – und dürfte künftig einen festen Platz im Programm einnehmen.
Rekordandrang und starke Gemeinschaft
Noch nie war die Fête de la Musique in Gstaad so gut besucht. «Wir haben den Sprung vom letzten Jahr definitiv geschafft – die Gästezahlen waren enorm», sagt Czybik. «Und das schon von Anfang an. Damit hatten wir selbst bei diesem schönen Wetter und dem parallel stattfindenden Schwingfest nicht gerechnet.»
Doch nicht nur die Quantität überzeugte, sondern vor allem die Qualität der Atmosphäre: «Die Stimmung im ganzen Dorf war hervorragend – in den Restaurants, Bars und auf der Strasse. Das Feedback war sensationell.»
Lokale Betriebe und Partner trugen wesentlich zum Erfolg bei: Von Pop-up-Bars über Verkaufsstände bis hin zu kulinarischen Angeboten entstand ein vielfältiges Erlebnis für alle Generationen. Besonders Familien kamen auf ihre Kosten – ein zentrales Anliegen der Veranstalter. «Es soll ein Fest für jedermann sein – für Kinder genauso wie für Erwachsene.»
Musikalische Vielfalt mit wachsendem Niveau
Ein weiterer Erfolg: die künstlerische Entwicklung des Festivals. Während man zu Beginn noch aktiv nach Acts suchen musste, kann das Organisationsteam heute aus einer Vielzahl an Bewerbungen auswählen. «Das Niveau hat sich extrem gesteigert», sagt Czybik. «Wir bekommen viele Bewerbungen mit Videos und Referenzen – und können gezielt ein abwechslungsreiches Programm zusammenstellen.»
Diese Vielfalt war deutlich spürbar und trug entscheidend dazu bei, dass sich jede Besucherin und jeder Besucher musikalisch wiederfinden konnte.
Blick nach vorn: Ausbau und Feinschliff
Stillstand kommt für die Organisatoren nicht infrage. Erste Ideen für 2027 stehen bereits: Die Promenade soll noch stärker in Richtung Rössli erweitert werden, um Besucherströme besser zu verteilen und neue Erlebnisräume zu schaffen. «Der untere Bereich war dieses Jahr sehr stark frequentiert – nächstes Mal wollen wir den oberen Teil noch besser einbinden», erklärt Czybik.
Auch das bewährte Konzept mit fünf Bühnen bleibt bestehen, ebenso wie das grosse Abschlusskonzert.
Eines ist nach dieser Ausgabe klar: Die Fête de la Musique ist längst mehr als ein Event – sie ist ein fester Bestandteil des Gstaader Sommers geworden. Oder, wie es eine Besucherin treffend formulierte: «Ein Tag, an dem das ganze Dorf im gleichen Takt schlägt.»




