Hauptversammlung mit Geschichten aus dem Polizeidienst
24.02.2023 SchweizDie Hauptversammlung des Saanervereins Bern fand am 15. Februar traditionsgemäss im Restaurant del Gusto im Breitenrain in Bern statt.
Unser Präsident Heini Welten konnte total 22 Anwesende begrüssen. Leider musste er auch 17 Entschuldigungen aus den verschiedensten Gründen bekanntgeben. Die Traktandenliste umfasste zehn Traktanden, diese wurden zügig abgearbeitet.
Die Jahresrechnung schloss mit einem kleinen Verlust von Fr. 352.43 ab, trotzdem konnte der Jahresbeitrag wie bisher – 20 Franken für Einzelmitglieder, beziehungsweise 30 Franken für Ehepaare – belassen werden.
Unter dem Traktandum Wahlen stellten sich der gesamte Vorstand sowie die beiden Revisoren erfreulicherweise wieder zur Verfügung und wurden mit Applaus wiedergewählt. Allen Vorstandsmitgliedern gehört ein herzlicher Dank für Ihre unermüdliche Arbeit.
Vortrag von Urs Bach
Um 18.35 Uhr konnte der Präsident den offiziellen Teil schliessen und das Wort unserem Referenten Urs Bach, pensionierter Gstaader Polizist, für seinen Vortrag über den Polizeidienst übergeben. Zuerst orientierte uns Urs Bach über seinen Werdegang. Nach abgeschlossener Polizei-RS wurde er als junger Landjäger nach Schlosswil kommandiert: Ein Dorf, das er erst einmal auf der Landkarte suchen musste.
Er übernahm dort den Polizeiposten – nach seiner Meinung mit eingerichtetem Büro – von seinem Vorgänger, der pensioniert worden war, aber bei seinem Antritt war der Raum praktisch leer und so mussten zuerst Büromöbel und Material gekauft und das Büro eingerichtet werden.
Ein heiteres Müsterchen aus der Zeit in Schlosswil war sicher jenes, als er von einer Bäuerin zu einem Einbruch gerufen wurde und sich schliesslich herausstellte, dass der vom Bauer festgehaltene Dieb ein Marder war.
Weitere Stationen von Landjäger Urs Bach waren dann Leissigen, Innertkirchen, Muri und schliesslich Gstaad.
Aus der Zeit in Muri gibt die folgende kurze Geschichte – als er von einer Frau angerufen wurde und sie sagte, sie habe eine Schlange in der Wohnung entdeckt, als sie am Morgen aufgewacht sei – einen Einblick in die abwechslungsreiche Arbeit eines Polizisten. Die Frau flüchtete im Pyjama auf die Strasse und getraute sich nicht mehr in die Wohnung. Als Polizist Bach vor Ort eintraf und die Frau im Pyjama auf der Strasse erklärte, die Schlange liege im Zimmer auf dem Boden, ging er vorsichtig in die Wohnung. Dort sah er zuerst keine Schlange auf dem Boden, aber bei nochmaliger Nachsuche fand er die Schlange tatsächlich und konnte das Reptil schliesslich einfangen. Wer weiss schon, dass auch solche Aufgaben zum Polizeidienst gehören?
Von Muri aus ging es dann schliesslich nach Gstaad in seine angestammte Heimat. Auch hier ereigneten sich heitere und ernstere Sachen, die uns Urs Bach aus seinem Buch erzählte und zum Teil vorlas. Zum Beispiel von einem mit Rasen überladenen PW und dessen Fahrer, der erklärte, er transportiere die Rasenteile immer so!
Urs Bach hat diese Geschichten aus seiner Berufslaufbahn in einem Buch zusammengefasst und veröffentlicht.
Als Verfasser des Artikels zur diesjährigen Hauptversammlung kann ich das Buch allen wärmstens empfehlen. Bei der Lektüre habe ich oft geschmunzelt und auch immer wieder gestaunt, was alles zu den Aufgaben eines Dorfpolizisten gehört.
Es gäbe noch viele Episoden zu erzählen, aber die Zeit zerrann schnell und so wurde der Abend mit einem kräftigen Applaus abgeschlossen.
GOTTFRIED AEGERTER
