Japan gewinnt auf Gstaader Eis
03.11.2026 SportEin anspruchsvolles Teilnehmerfeld, knappe Partien und ein japanischer Turniersieg: Vom 27. bis 29. Oktober fand in Gstaad die vierte Austragung des Mixed-Doubles-Turniers statt. Als bestes Schweizer Team erreichten Carole Howald und Kirk Muyres den Viertelfinal.
MAXIME ...
Ein anspruchsvolles Teilnehmerfeld, knappe Partien und ein japanischer Turniersieg: Vom 27. bis 29. Oktober fand in Gstaad die vierte Austragung des Mixed-Doubles-Turniers statt. Als bestes Schweizer Team erreichten Carole Howald und Kirk Muyres den Viertelfinal.
MAXIME VÖGELE
Ein gefühlvoller Abstoss, schnelles Wischen, der Curlingstein nähert sich dem Haus. Tori Koana lacht zufrieden: Der Stein sitzt. Zwei weitere Punkte gehen auf das Konto der Japanerin und ihres Partners. Nach drei Ends führen sie im Final des vierten Mixed Doubles Gstaad bereits mit 5:1 gegen das australische Duo Jessica Wytrychowski und Dean Hewitt.
Können die Australier das Blatt noch wenden? Mit je einem Punkt in den folgenden beiden Ends lancieren sie die Aufholjagd. Doch die Japaner schlagen zurück. Nach sieben gespielten Ends ist die Partie entschieden. Den Australiern bleibt nur noch, ihren Gegnern zu gratulieren: «Good game!» Tori Koana und Go Aoki gewinnen das diesjährige Mixed Doubles Gstaad und dürfen sich auf der «Saaner Gibe» verewigen.
Gelungene Revanche für Japan
«Seine Steine waren heute wirklich gut gespielt. Es war unser bisher bestes Spiel hier in Gstaad», erzählt Tori Koana zufrieden über ihren Teamkollegen Go Aoki. Das japanische Team nahm bereits letztes Jahr am Turnier im Saanenland teil. Damals scheiterte es am norwegischen Duo Kristin Skaslien und Magnus Nedregotten, das bereits olympisches Silber und Bronze gewann. Dieses Jahr drehte sich der Spiess: Im Halbfinal setzte sich das japanische Duo mit 6:4 gegen Skaslien und Nedregotten durch. «Letztes Jahr haben wir mit dem letzten Stein verloren, dieses Jahr mit dem letzten Stein gewonnen. Das war ein grossartiges Gefühl», sagt Tori Koana über die geglückte Revanche im Halbfinal.
Auch für den australischen Finalteilnehmer Dean Hewitt war es nicht der erste Auftritt in der Gstaader Curlinghalle. Letztes Jahr durfte er sich hier mit Tahli Gill als Sieger feiern lassen. Da Gill zurzeit eine Wettkampfpause einlegt, spannte Hewitt mit Jessica Wytrychowski zusammen und erreichte auch mit ihr den Final. Über den Tiebreak qualifizierten sich die beiden für die K.-o.-Phase. Im Viertelfinal besiegten sie das schwedische Duo Therese Westman und Robin Ahlberg deutlich mit 10:3, im Halbfinal setzten sie sich mit 7:2 gegen das schottische Team Jen Dodds und Orrin Carson durch.
Howald und Muyres als erfolgreichste Schweizer
Unter den 18 teilnehmenden Teams waren sechs Duos mit Schweizer Beteiligung. Am erfolgreichsten waren die Langenthalerin Carole Howald und ihr kanadischer Partner Kirk Muyres, die den Viertelfinal erreichten. Nach drei Siegen und zwei Niederlagen qualifizierten sie sich über den Tiebreak für den Viertelfinal. Dort mussten sie sich gegen die Norweger Skaslien und Nedregotten mit 5:8 geschlagen geben.
Auch die Seeländerin Jenny Perret und der Zuger Kevin Wunderlin feierten zwei Siege, schafften es aber nicht über die Gruppenphase hinaus. Perret spielt normalerweise mit ihrem langjährigen Partner Martin Rios, der verletzungsbedingt absagen musste. Mit ihm konnte sie bereits zahlreiche Erfolge feiern, darunter olympisches Silber und WM-Gold. Ebenfalls zwei Gruppenspiele gewannen die Bernerin Michèle Jäggi und der Aargauer Romano Keller-Meier. Für die Teilnahme an der K.-o.-Phase reichte dies jedoch nicht. Die weiteren Schweizer Duos – Anika Meier und Felix Lütold, Lea Hüppi und Jonas Weiss sowie Nadja Grunder und Peter Hartmann – konnten kein Spiel gewinnen.
Ein immer stärkeres Teilnehmerfeld
OK-Präsident Neal Schwenter zieht nach der vierten Austragung des Mixed Doubles Gstaad ein positives Fazit. «Es hat sehr viele gute, knappe Spiele gegeben.» Das Teilnehmerfeld sei ausgesprochen hochkarätig gewesen. Dazu trage unter anderem das dank grosszügiger Sponsoren hohe Preisgeld von 11’400 Franken bei, das immer stärkere Teams nach Gstaad locke. Gleichzeitig hätten sich der Sport und der Trainingsaufwand der Teams in den vergangenen Jahren weiterentwickelt. Auch die Eisqualität sei von den Teilnehmenden gelobt worden. «Man kann präziser spielen und mit dem Wischen mehr machen», erklärt Schwenter. Dadurch würden die Spiele enger und interessanter.
Besonders freut sich Schwenter über den japanischen Turniersieg: «Wenn mich vor zwei Wochen jemand gefragt hätte, hätte ich gesagt: Ich würde mich sehr freuen, wenn ein japanisches Team gewinnt.» Die japanischen Spielerinnen und Spieler seien sympathisch, aufgestellt und äusserst ehrgeizig. Die japanischen Teams sorgen aber nicht nur auf dem Eis für Begeisterung, sondern auch für hohe Zuschauerzahlen bei den Livestreams. Das zeigte sich bereits am Turnier in Bern, das wenige Tage vor jenem in Gstaad stattfand und bei dessen Organisation Schwenter ebenfalls mithalf. «Wenn ein asiatisches Team gespielt hat, hatten wir zwischen 2000 und 3000 Zuschauer im Livestream.» Auch in der Kommentarspalte hätten sich die zahlreichen Fans aus Asien zu Wort gemeldet. Bei europäischen Teams seien es dagegen rund 200 Zuschauer gewesen. In Gstaad gibt es bislang keine solche Übertragung. «Das Ziel wäre schon, mal einen Livestream zu haben», sagt Schwenter. Allerdings sei dies mit hohen Kosten verbunden, weshalb Aufwand und Nutzen sorgfältig abgewogen werden müssten. Ob mit oder ohne Livestream – die Vorfreude auf die nächste Austragung im kommenden Jahr sei bei ihm und den Teams bereits gross, sagt OK-Präsident Neal Schwenter.





