Als die Brass Band Berner Oberland Junior (BBOJ) am Wochenende des 29. und 30. August im Simmental und Saanenland Halt machte, war dies weit mehr als eine Reihe von Platzkonzerten. Es war ein Heimspiel, emotional, musikalisch und gemeinschaftlich. Acht der 37 Mitglieder stammen aus der ...
Als die Brass Band Berner Oberland Junior (BBOJ) am Wochenende des 29. und 30. August im Simmental und Saanenland Halt machte, war dies weit mehr als eine Reihe von Platzkonzerten. Es war ein Heimspiel, emotional, musikalisch und gemeinschaftlich. Acht der 37 Mitglieder stammen aus der Region und genau deshalb bedeutete dieser Tourstopp den jungen Musikerinnen und Musiker besonders viel.
Zwischen Saanen, Lenk, Brienz und Bönigen – es war ein Wochenende voller Musik. «Für uns war es wichtig, unsere Musik auch in der Heimatregion einem Publikum zeigen zu können», sagte Xenia Siegenthaler, Solo-Hornspielerin der BBOJ. Die BBOJ gastierte am Samtag im Pavillon Saanen. Die Tour stand unter dem Motto «BBOJ on Tour» – ein Projekt, das die Band bereits Ende Juni durch die Schweiz geführt hatte. «An diesem Wochenende waren wir quer durch die Schweiz gereist und hatten unter dem Motto ‹BBOJ on Tour› drei Platzkonzerte mit Vereinen der Region zum Besten gegeben», erzählte Siegenthaler. Das Programm war eingespielt, die Besetzung nahezu unverändert. Nach der Sommerpause mussten die Stücke nur aufgefrischt werden.
Saanen: ein Ort mit musikalischer Tradition
Der Auftritt in Saanen hatte für die jungen Musikerinnen und Musiker einen besonderen Stellenwert. «Uns war es eine Ehre, in Saanen spielen zu dürfen», sagte Siegenthaler. Die musikalische Tradition des Ortes, geprägt durch die Musikgesellschaft Gstaad und die Brass Band «Harmonie» Saanen, verlieh dem Konzert eine besondere Bedeutung. «Zwei unserer Mitglieder spielen ebenfalls bei der BB ‹Harmonie› Saanen. Das machte es umso wertvoller, hier ein Platzkonzert halten zu dürfen.»
Ein vielseitiges Programm: von Disney bis «Fäschtbänkler»
Die BBOJ präsentierte ein abwechslungsreiches Programm, das von modernen Brass-Band-Kompositionen bis zu bekannten Melodien reichte. Auf dem Programm standen Werke wie «When Thunder Calls» von Paul Lovatt-Cooper, «On a Roll» von Oliver Waespi, das traditionelle «Dark Eyes» in einem Arrangement von Sandy Smith, «A Little Disney» von Alan Fernie, «Ein Leben lang» der «Fäschtbänkler» sowie «Valero» von James Swearingen. Als Zugaben erklangen «Shine Down» von Andrew Blyth und «Joy, Peace and Happiness» von Richard Phillips.
Gemeinschaft, Technik und Vorbereitung auf den Wettbewerb
Die Tour war für die BBOJ nicht nur ein musikalisches Highlight, sondern auch ein wichtiger Schritt Richtung Schweizerischer Brass Band Wettbewerb. «Die beiden Wochenenden unter dem Motto ‹BBOJ on Tour› haben die Band stark geprägt», sagte Siegenthaler. «Der Zusammenhalt konnte durch die gemeinsame Zeit und Zugfahrten gestärkt werden. Das wiederum spiegelte sich auch in der musikalischen Leistung.» Auch technisch profitierte die Band: Passagen wurden auswendig gespielt, das Musizieren im Freien stellte akustische Herausforderungen dar, und zahlreiche Soli verlangten Präzision und Mut. «Aus diesen Erfahrungen konnte die ganze Band profitieren und einen guten Nutzen für den Schweizerischen Brass Band Wettbewerb daraus ziehen.»
Zwei Konzerte an einem Tag: Herausforderung und Motivation zugleich
Mehrere Auftritte hintereinander waren für die jungen Musikerinnen und Musiker anspruchsvoll. «Doch alle haben einander motiviert und so haben wir es geschafft, die Herausforderung anzunehmen und unser Bestes zu geben», sagte Siegenthaler. Die Freude über das gemeinsame Projekt überwog.
MICHAEL SCHINNERLING