Kanton Bern erzielt deutlich höheren Überschuss als budgetiert

  27.03.2026 Kanton

Die Jahresrechnung 2025 des Kantons Bern schliesst mit einem Ertragsüberschuss von 873 Millionen Franken ab. Hauptgründe sind Sondereffekte und eine nicht budgetierte Ausschüttung der Nationalbank.

Der Kanton Bern hat das Rechnungsjahr 2025 mit einem deutlich besseren Ergebnis als erwartet abgeschlossen. Wie der Regierungsrat des Kantons Bern in einer Medienmitteilung bekannt gibt, resultiert ein Ertragsüberschuss von 873 Millionen Franken. Budgetiert waren 242 Millionen Franken.

Einmalige Effekte erzielen besseres Ergebnis
Die Verbesserung gegenüber dem Budget ist vor allem auf einmalige Effekte zurückzuführen. Dazu zählen die Auflösung von Rückstellungen im Zusammenhang mit dem Westast in Biel sowie bei der Bernischen Pensionskasse. Hinzu kommt eine nicht budgetierte Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank von rund 238 Millionen Franken. Auch höhere Steuererträge und zusätzliche Einnahmen etwa aus Gebühren und Dividenden trugen zum Ergebnis bei.

Personal und Sachaufwand schenken ein
Dem stehen Mehraufwendungen gegenüber, insbesondere beim Personal sowie im Sachaufwand. Insgesamt lagen die Ausgaben bei rund 13,3 Milliarden Franken, die Einnahmen bei rund 14,1 Milliarden Franken.

108 Millionen weniger Investitionen als budgetiert
Die Investitionen blieben unter den Erwartungen. Sie lagen rund 108 Millionen Franken unter dem Budget. Gründe sind vor allem Verzögerungen bei mehreren Grossprojekten, darunter Bauten der Berner Fachhochschule und ein neues Polizeizentrum. Diese Verschiebungen dürften die kommenden Rechnungen belasten.

Positiv entwickelte sich die Verschuldung. Die Nettoschulden sanken um 239 Millionen Franken auf rund 5,46 Milliarden Franken. Gleichzeitig überschritt der Bilanzüberschuss erstmals die Marke von einer Milliarde Franken.

Regierungsrat beurteilt die Finanzlage als stabil
Kurzfristig beurteilt der Regierungsrat die finanzielle Lage als stabil. Auch für 2026 wird aufgrund einer weiteren SNB-Ausschüttung ein besseres Ergebnis erwartet als budgetiert. Mittelfristig rechnet die Regierung jedoch mit steigenden Belastungen. Genannt werden unter anderem Veränderungen bei der Besteuerung, höhere Kosten im Gesundheitswesen sowie steigende Ausgaben für Prämienverbilligungen.

Der Regierungsrat betont, dass das gute Ergebnis 2025 zu einem grossen Teil auf Sondereffekte zurückzuführen ist. Ohne diese hätte die Rechnung schlechter abgeschnitten als geplant. Er will deshalb an einer zurückhaltenden Finanzpolitik festhalten, um ein strukturelles Defizit zu vermeiden.

PD/JOP


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