Kanton Bern verstärkt Notfallplanung bei Naturgefahren
08.04.2026 UmweltIm Kanton Bern leben zahlreiche Menschen in gefährdeten Gebieten. Kanton und Gemeinden haben deshalb ihre Notfallplanung gemeinsam ausgebaut. Ziel ist ein schnelleres und koordinierteres Handeln bei Naturereignissen.
Im Kanton Bern ist jede 500. Person in einer ...
Im Kanton Bern leben zahlreiche Menschen in gefährdeten Gebieten. Kanton und Gemeinden haben deshalb ihre Notfallplanung gemeinsam ausgebaut. Ziel ist ein schnelleres und koordinierteres Handeln bei Naturereignissen.
Im Kanton Bern ist jede 500. Person in einer sogenannten roten Gefahrenzone wohnhaft. Diese Gebiete gelten bei Naturereignissen als besonders gefährdet. Kanton und Gemeinden haben für diese Regionen in den vergangenen Jahren gemeinsam Notfallplanungen erarbeitet.
Die Planungen sollen Einsatzkräften ermöglichen, im Ereignisfall rasch und gezielt zu reagieren. Sie enthalten unter anderem Alarmierungsschemata, Interventionskarten sowie Übersichten zu benötigtem Material und Personal. Besonders bei Hochwasser sollen diese Instrumente unmittelbar eingesetzt werden können.
189 Gemeinden weisen erhöhtes Gefahrenpotenzial auf
Insgesamt weisen 189 Gemeinden im Kanton ein erhöhtes Gefahrenpotenzial auf. Grundlage bildet die kantonale Gefahrenkarte, die seit 2014 besteht und die Risiken in drei Stufen einteilt. In roten Zonen besteht eine erhebliche Gefahr für Menschen und Infrastruktur. Neue Bauten sind dort nicht zulässig. In blauen Zonen ist die Gefährdung mittel, in gelben gering.
Neben den roten Zonen betrifft die Gefährdung weitere Teile der Bevölkerung. In blauen Zonen lebt gemäss Angaben jede 25. Person im Kanton.
Die Notfallplanung orientiert sich an einer dreistufigen Farbskala. «Gelb» steht für Beobachtung, «orange» für Intervention und «rot» für Eskalation oder Evakuation. Je nach Lage kommen unterschiedliche Massnahmen zur Anwendung.
Erarbeitet wurden die Planungen unter Mitwirkung verschiedener Akteure. Das Amt für Bevölkerungsschutz, Sport und Militär koordinierte die Arbeiten zusammen mit Gemeinden, Feuerwehren, Führungsorganen und weiteren Fachstellen. Der Bund beteiligt sich finanziell an den Projekten.
Risikomanagement ganzheitlich betrachtet
Die Gefahrenkarten und Notfallplanungen sind Teil des integralen Risikomanagements des Kantons. Dieses ist gesetzlich verankert und regelt den Umgang mit Naturgefahren. Nach einem Ereignis folgen gemäss Kanton zunächst der Einsatz der Rettungskräfte, danach provisorische Instandstellungen und schliesslich der Wiederaufbau.
Regierungsrat Philippe Müller betont in der Mitteilung die Bedeutung der Vorsorge. Gefahrenkarten und Notfallplanungen seien zentrale Instrumente, um Schäden zu vermindern und die Bevölkerung besser zu schützen.
PD/JOP
