Kinder erkunden die Bergwelt rund um die Windegghütte
04.08.2026 SportIn der Woche vom 20. bis 25. Juli durfte im KIBE-Lager des SAC Oldenhorns wiederum eine Gruppe neun- bis 14-jähriger Kinder die Bergwelt rund um die Windegghütte beim Klettern und Bergsteigen entdecken.
Am Montagmorgen trafen elf etwas angespannte, aber sich freuende ...
In der Woche vom 20. bis 25. Juli durfte im KIBE-Lager des SAC Oldenhorns wiederum eine Gruppe neun- bis 14-jähriger Kinder die Bergwelt rund um die Windegghütte beim Klettern und Bergsteigen entdecken.
Am Montagmorgen trafen elf etwas angespannte, aber sich freuende Kinder bei der Kletterhalle Ebnit ein. Nachdem zu Pyjama, Regenjacke und Zahnbürste noch einiges an Klettermaterial in und auf den Rucksäcken Platz gefunden hatte, ging die Fahrt nach Nessental los.
Da die Triftbahn eine Woche vorher den Personentransport leider hatte einstellen müssen, durften nur die Rucksäcke in der Gondel Platz nehmen. Die Kinder nahmen derweil die knapp zwei Stunden zur Bergstation zu Fuss in Angriff. Ab da gings dann schwer beladen weiter zur wunderschön gelegenen Windegghütte.
Trotz des längeren Hüttenwegs blieb nach dem Zimmerbeziehen genügend Zeit, um an den hüttennahen Felsen erste Klettererfahrungen zu sammeln oder bereits Gelerntes aufzufrischen und sich mit dem plattigen Granitfelsen vertraut zu machen.
Gelernte Technik direkt umgesetzt
Am Dienstag durften alle in den für Kinder äusserst geeigneten Mehrseillängenrouten des «Chetteliwägs» das am Vortag Geübte bereits direkt anwenden. Eindrücklich, wie schnell selbst die wenig erfahrenen Kinder im Überschlag – also abwechslungsweise im Vorstieg – kletterten und an den Zwischenständen von den Leitern gut überwacht anwendeten, was sie gelernt hatten. Und schön zu sehen, wie die erfahrenen Kinder sich in Seilschaften um die weniger erfahrenen oder ängstlicheren kümmerten und diese gekonnt durch die Routen führten.
Das wunderschöne Wetter trug die ganze Woche seinen Teil zur guten Stimmung bei und erleichterte den Leitern ihre Aufgabe.
Da alle bereits gut kletterten und sicherten, gings am Mittwoch direkt los zum Chli Windegghorn. In zwei Gruppen wurden die Route Adlerblick oder der etwas gemütlichere Zaggengrat aufs Chli Windegghorn in Angriff genommen.
Wiederum war es schön zu sehen, wie sich alle gegenseitig halfen – sei es beim «Gnusch» mit dem Seil im Stand, wenn ein Kind nicht zu einem Griff kam oder sich auf dem ausgesetzten Grat plötzlich die Angst bemerkbar machte!
Natürlich nahm die eine oder andere Stelle etwas mehr Zeit in Anspruch, aber alle kletterten immer höher und genossen dabei die wunderbare Aussicht ins Triftbecken. Aufgrund der schon fortgeschrittenen Tageszeit entschieden die Leiter, dass nach der siebten Seillänge direkt der Abstieg angegangen wurde, anstatt noch das letzte, einfachere Gratstück zum Gipfel zu klettern. So fehlte zwar der Gipfelerfolg, dafür kehrten die Kinder mit schönen Eindrücken und der Gewissheit, einige Male Müdigkeit oder Angst überwunden zu haben, kurz vor dem Nachtessen zufrieden in die Hütte zurück.
Nach dem wie immer feinen Abendessen und der Gute-Nacht-Geschichte schliefen die meisten dann doch recht schnell ein…!
Von Flaschenzügen bis Tyrolienne
Der Donnerstag ging etwas gemächlicher los. In den einfacheren Felsen wurden Verankerungen und Flaschenzüge gebaut und mit Friends und Keilen, sogenannten mobilen Sicherungsgeräten, allerhand Zwischensicherungen gelegt und getestet.
Nebenan fanden regelrechte Abseilrennen statt und das Highlight des Tages war die neben der Hütte stehende Tyrolienne, an der einige Kinder wohl mehr als zehn Fahrten hoch durch die Luft genossen!
Da blieb auch Zeit für ein feines Kuchenzvieri auf der Hüttenterrasse, und natürlich fehlte abends das gemeinsame Spielen genauso wenig wie an den anderen Tagen.
Für den Freitag hatten die Leiter das Frühstück extra früh ausgehandelt, denn das Ziel war der Triftgletscher etwas hinter der neu eröffneten Trifthütte. So machte sich die Gruppe kurz nach sechs Uhr auf den Weg – die Steigeisen im Rucksack und gespannt auf den Tag. Wie die Leiter bereits ein bisschen befürchtet hatten, erwies sich der neu angelegte Weg ab der Hängebrücke als technisch recht anspruchsvoll und beinahe durchgehend sehr ausgesetzt, sodass am kurzen Seil gegangen und immer wieder Kletterstellen überwunden werden mussten. Die eindrückliche Landschaft über dem Triftsee half allen, bei guter Laune zu bleiben, was nicht ganz selbstverständlich war, zog sich der Weg doch mit viel Auf und Ab und Hin und Her in die Länge. Schliesslich war es bereits Mittag, als in einer an eine Marslandschaft erinnernden Geländekammer oberhalb der Trifthütte das Mittagessen genossen wurde.
Noch bis zum Gletscher zu gehen und dort Eisausbildung zu machen, war aufgrund der Weglänge und schon etwas müder Kinder leider nicht mehr realistisch. So nahmen alle den Rückweg in Angriff und konzentrierten sich nochmals auf das Gehen am kurzen Seil. Müde, aber glücklich ob all der Eindrücke in der alpinen Triftlandschaft, genoss die Gruppe nochmals die Aussicht von der Hängebrücke.
Nach dem Nachtessen wurden dann alle noch mit Kuchen überrascht – durfte doch die jüngste Teilnehmerin ihren neunten Geburtstag feiern, und das nach zwölf Stunden Wandern und Klettern!
Abschluss mit bleibenden Erinnerungen
Als am Samstagmorgen alle Dinge wieder ihren Platz in den Rucksäcken gefunden hatten, konnten die Kinder nochmals neben der Hütte klettern, Tyrolienne fahren und nach Kristallen graben (es wurden einige äusserst schöne Stücke gefunden!).
Um viele Erfahrungen reicher und nach einem Glace-Halt kam die Gruppe gegen Abend müde, aber wohlbehalten wieder im etwas weniger alpinen Saanenland an.
Die elf Kinder durften dank ihrer Eltern und der kompetenten Leiter eine Woche lang teils Aussergewöhnliches leisten, haben jedes auf seine Art die eigenen Grenzen kennengelernt und diese mehrfach überwunden, sind füreinander eingestanden und haben nicht das Ziel, sondern den Weg dazu als wichtigstes Erlebnis mitgenommen.
Wir freuen uns schon jetzt auf das nächste Lager und danken allen – Eltern, Leitern und euch Kindern – für das gute Gelingen und fröhliche Dabeisein!
SAC OLDENHORN





