Klares Ja zu Jahresrechnung und Kanalisationsprojekt
09.06.2026 SaanenMit 67:2 Stimmen genehmigte die Gemeindeversammlung die Jahresrechnung 2025, die mit einem Ertragsüberschuss von knapp 580’000 Franken abschloss. Mit 68:2 Stimmen bewilligte der Souverän eine Krediterhöhung um 1,275 Franken für den Neubau der Kanalisation ...
Mit 67:2 Stimmen genehmigte die Gemeindeversammlung die Jahresrechnung 2025, die mit einem Ertragsüberschuss von knapp 580’000 Franken abschloss. Mit 68:2 Stimmen bewilligte der Souverän eine Krediterhöhung um 1,275 Franken für den Neubau der Kanalisation Ebnitmatte.
ANITA MOSER
71 Stimmberechtigte, was 1,8 Prozent der Stimmbevölkerung entspricht, nahmen am vergangenen Freitagabend im Landhaus an der ersten Gemeindeversammlung dieses Jahres teil.
Kompetent und effizient erläuterte Nathanael Perreten, Gemeinderat Ressort Finanzen, die Jahresrechnung – ein Abbild der Gemeinde Saanen des Jahres 2025 nicht in Bildern, sondern in Zahlen, wie er sich ausdrückte. Statt mit einem prognostizierten Defizit von 12,6 Millionen Franken schloss die Jahresrechnung 2025 im Gesamthaushalt mit einem Plus von knapp 580’000 Franken ab. Was einer Differenz zum Budget von rund 13,2 Millionen Franken entspricht. «Es ist erfreulich, dass es der Gemeinde Saanen finanziell gut geht», so Perreten. «Aber spätestens, wenn ich im Herbst das Budget und den Finanzplan vorstelle, werden Sie merken, dass es das auch braucht.»
Die grössten Abweichungen gegenüber dem Budget resultierten beim Fiskalertrag mit einer Differenz von gut 12 Millionen Franken sowie bei den Entgelten mit einer Differenz von 1,1 Million Franken. «Es sind die bekannten Positionen, bei denen wir jedes Jahr Schwierigkeiten haben, diese zu ‹erraten›», so Perreten. Das töne jetzt nach Budget erraten, sei es natürlich nicht. «Aber wir wissen nicht, welche budgetwirksamen Steuern wir jeweils per Ende Jahr verfügt bekommen.»
Halbtaxabo: «Lösen Sie es ein»
Im Allgemeinen Haushalt wurden knapp 392’000 Franken weniger Halbtax-Vergünstigungen ausbezahlt als budgetiert. Er erwähne das bewusst, als Erinnerung an alle, betonte Perreten. Die Gemeinde Saanen gebe das Halbtaxabo an Jugendliche gratis ab und erstatte den Erwachsenen die Hälfte der Kosten. «Sie sehen, es sind fast 400’000 Franken übriggeblieben», sagte er und betonte: «Lösen Sie es ein, damit ich nächstes Jahr eine etwas kleinere Zahl ausweisen darf.»
Bei den Einkommenssteuern für natürliche Personen sind rund 5,3 Millionen Franken zusätzliche Steuereinnahmen generiert worden (nachträgliche Veranlagungen). Bei der Quellensteuer natürlicher Personen beträgt die Differenz 1,8 Millionen Franken. Das sei auch der grossen Bautätigkeit geschuldet, so der Finanzvorsteher. Die Ausländer würden an der Quelle nach Einkommen besteuert, das generiere direkt Steuern. Beim Budgetieren sei es nicht möglich, vorauszusehen, wie hoch dieser Betrag sei. Bei der Vermögensgewinnsteuer sei es eher bekannt, dass es auf- und abwärts gehe, so Perreten. Rund 4,5 Millionen Franken beträgt die Differenz zum Budget. Was bedeute, dass der Liegenschaftshandel weiterhin floriere. «Man sieht es an der Bautätigkeit, dass sich Leute gerne hier ansiedeln und investieren und Immobilien gekauft und wieder verkauft werden.»
Anregung an Gemeinderat und Finanzkommission
Im Jahr 2020 habe die Stimmbevölkerung Saanen über ein neues Schulhaus in der Rütti abgestimmt, sagte SP-Präsident Martin Hefti, im Anschluss an die Ausführungen von Nathanael Perreten. Die Finanzkommission habe damals das vorliegende Projekt als zu teuer und als finanziell nicht tragbar beurteilt. «Es ging um einen Kredit von gut 30 Millionen Franken.» Er habe die Rechnungen, die Überschüsse gegenüber dem Budget der letzten fünf Jahre angeschaut. «In diesen fünf Jahren haben wir 62,7 Millionen Franken mehr eingenommen als budgetiert», so Hefti. «Damit hätte man zweimal das Schulhaus bauen können…» Er rege an, so Hefti, den Hinweis, ob ein Projekt tragbar sei oder nicht, im Bericht der Finanzkommission wegzulassen. «Wenn diese nicht kompetenter ein Budget erstellen kann, braucht man das nicht mehr.» In den Medien sei aktuell gerade portiert worden, Gstaad sei schweizweit die teuerste Tourismusregion im Bereich Wohnungsmarkt. Auch das sei ein Zeichen, dass der Liegenschaftshandel weitergehe und auch das sei zu berücksichtigen. «Ich hoffe, das nächste Budget passt besser», schloss Hefti sein Votum. Der Gemeinderat nehme die Anregung so zur Kenntnis, sagte Versammlungsleiter Hans Schär.
Ohne weitere Wortmeldung genehmigte die Versammlung mit 67 Ja- zu zwei Neinstimmen die Jahresrechnung 2025.
Ja zur Krediterhöhung
Ohne Wortmeldung und mit 68 Ja- und zwei Gegenstimmen genehmigte die Versammlung die beantragte Krediterhöhung von 1,275 auf 2,425 Millionen Franken für den Neubau der Kanalisation Ebnitmatte. (Details siehe Protokoll)

