Landwirtschaftliche Ausbildung wird ab 2026 neu ausgerichtet
16.01.2026 LandwirtschaftDie Ausbildung zur Landwirtin oder zum Landwirt wird in der Schweiz ab 2026 grundlegend reformiert. Neu eingeführt wird unter anderem die Fachrichtung «Alp- und Berglandwirtschaft».
Ab dem Ausbildungsstart 2026 absolvieren angehende Landwirtinnen und ...
Die Ausbildung zur Landwirtin oder zum Landwirt wird in der Schweiz ab 2026 grundlegend reformiert. Neu eingeführt wird unter anderem die Fachrichtung «Alp- und Berglandwirtschaft».
Ab dem Ausbildungsstart 2026 absolvieren angehende Landwirtinnen und Landwirte eine überarbeitete Ausbildung. Wie der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) mitteilt, wird der Lehrgang flexibler gestaltet und stärker an die unterschiedlichen betrieblichen Realitäten angepasst.
Kern der Reform ist eine neue Ausbildungsstruktur: Die ersten zwei Jahre sind als gemeinsames Grundstudium vorgesehen, im dritten Jahr wählen die Lernenden eine Fachrichtung. Optional kann in einem vierten Jahr eine zweite Fachrichtung ergänzt werden. Insgesamt sind sechs Fachrichtungen vorgesehen, darunter neu auch die «Alp- und Berglandwirtschaft».
Auf Vielfalt eingehen
Mit der Revision wolle man auf die Vielfalt der Schweizer Landwirtschaft reagieren, teilt die Organisation der Arbeitswelt Landwirtschaft (OdA AgriAliForm) mit. Gleichzeitig bleibe ein einheitliches eidgenössisches Fähigkeitszeugnis erhalten. Inhaltlich setzt die neue Ausbildung stärkere Schwerpunkte bei Nachhaltigkeit, Betriebswirtschaft, Kommunikation und digitalen Technologien. Zudem wird die Fachbewilligung für Pflanzenschutzmittel in den Lehrplan integriert.
Die Alp und Berge im Fokus
Besondere Bedeutung misst die OdA AgriAliForm der neuen Fachrichtung «Alp- und Berglandwirtschaft» bei. Sie soll die spezifischen Herausforderungen von Betrieben in Bergregionen abbilden, etwa in den Bereichen Alpweidenbewirtschaftung, Direktvermarktung oder Agrotourismus. Die Fachrichtung werde nicht an allen Schulen angeboten werden können, bleibe aber kantonsübergreifend zugänglich.
Die Reform wurde im Frühjahr 2025 vom Staatssekretariat für Bildung, Forschung und Innovation genehmigt und gilt als Reaktion auf strukturelle Veränderungen, den Klimawandel und den Fachkräftemangel in der Landwirtschaft.
PD/JOP
ZWEITAUSBILDUNGEN UND FRAUENANTEIL NEHMEN ZU
In der Schweiz absolvieren derzeit 3581 Lernende eine landwirtschaftliche EFZ-Ausbildung. Die Zahl ist im Vergleich zum Vorjahr leicht gesunken, bleibt aber insgesamt stabil. Rund 91 Prozent lassen sich zur Landwirtin oder zum Landwirt ausbilden. Mehr als ein Drittel der Lernenden absolviert die Ausbildung als Zweitausbildung, der Anteil steigt seit Jahren. Der Frauenanteil liegt bei den Landwirt:innen inzwischen bei 25 Prozent, im Gemüsebau bei 40 Prozent. Zusätzlich befinden sich 191 Lernende in der zweijährigen Attestausbildung zur Agropraktikerin oder zum Agropraktiker EBA, deren Zahl in den letzten drei Jahren um 27 Prozent zugenommen hat.
PD/JOP
