Lauenen denkt über seine Zukunft nach
18.09.2026 Lauenen
Wie soll sich Lauenen in den kommenden Jahren entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde zurzeit. Nachdem Gemeinderat und Verwaltung bereits Stärken und Schwächen zusammengetragen hatten, war nun die Bevölkerung gefragt.
JONATHAN ...
Wie soll sich Lauenen in den kommenden Jahren entwickeln? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Gemeinde zurzeit. Nachdem Gemeinderat und Verwaltung bereits Stärken und Schwächen zusammengetragen hatten, war nun die Bevölkerung gefragt.
JONATHAN SCHOPFER
Beim Anlass «Lauenen – wohin?» diskutierte die Lauener Bevölkerung über die Zukunft ihrer Gemeinde. Die Inputs sollen in die Überarbeitung des Gemeindeleitbilds aus dem Jahr 2008 und in das Raumentwicklungskonzept einfliessen. «Der Abend hat gezeigt, dass die Bevölkerung und der Gemeinderat in die gleiche Richtung unterwegs sind», sagt Gemeindepräsidentin Ruth Oehrli auf Anfrage. Die öffentliche Veranstaltung fand am 14. September in der Mehrzweckhalle Lauenen statt und war laut Oehrli sehr gut besucht. Der Gemeinderat hatte entschieden, die Workshops ohne die Präsenz der Medien durchzuführen, damit sich die Teilnehmenden möglichst offen und ungezwungen äussern konnten.
Im Vorfeld hatte die Gemeinde bekannt gegeben, welche Fragen durch den Abend führen sollten: Wie soll Lauenen im Jahr 2045 aussehen und funktionieren? Welche Qualitäten sollen erhalten oder ausgebaut werden, wo braucht es Veränderungen und welche Entwicklungen sollen vermieden werden?
Eine Liste aus Stärken und Schwächen
Bereits Anfang Jahr hatte sich eine Arbeitsgruppe aus Gemeinderäten und Verwaltungsmitarbeitenden mit der Situation Lauenens auseinandergesetzt. Unterstützt wurde sie von der Firma IC Infraconsult. Wie aus den Dokumenten hervorgeht, die auf der Website der Gemeinde Lauenen aufgeschaltet sind, wurden mithilfe eines sogenannten Gemeindeprofilografen zahlreiche Bereiche der Gemeinde bewertet. Als besondere Stärken wurden unter anderem Natur und Landschaft, der Wasserhaushalt sowie die Arbeitsplätze erwähnt. Handlungsbedarf sah das Gremium beispielsweise bei Energie, Lebenshaltungskosten und Mobilität sowie bei Engagement und Identifikation.
Erste Ideen für die Zukunft
Die Arbeitsgruppe entwickelte zudem erste Ideen für mögliche Massnahmen. Im Energiebereich wurde etwa ein Förderprogramm nach dem Vorbild von Zweisimmen und Saanen erwähnt. Auch die Förderung von Holz als Energieträger wurde thematisiert, damit Ölheizungen durch Pellet- oder Schnitzelheizungen ersetzt werden könnten.
Beim Engagement und bei der Identifikation stellte das Gremium fest, dass sich immer wieder dieselben Personen für die Gemeinde einsetzen. Das Bewusstsein dafür, dass das Milizsystem und die Kommissionsarbeit auf die freiwillige Mitarbeit der Bevölkerung angewiesen sind, soll deshalb gestärkt werden.
Auch die Zukunft der Kommissionen wird thematisiert. Viele von ihnen werden von wenigen Personen getragen. Laut Bericht ist dabei teilweise der Entscheidungswille unklar. Deshalb soll mit der Bevölkerung diskutiert werden, ob das heutige System noch zeitgemäss ist und welche Rolle die Kommissionen künftig spielen sollen.
Sollte das Engagement weiter abnehmen, bringt das Dokument schliesslich auch eine weitreichendere Möglichkeit ins Spiel: eine Gemeindefusion.
Wie geht es weiter?
Die bisherigen Ergebnisse hatten die Grundlage für «Lauenen – wohin?» vom letzten Montag gebildet. Welche Anliegen und Ideen die Bevölkerung dabei einbrachte, soll laut Gemeinderat erst zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht werden. Der Prozess geht weiter: Vom 15. September bis zum 4. Oktober kann sich die Bevölkerung online oder mit einem Fragebogen einbringen. Im Februar 2027 ist eine weitere öffentliche Veranstaltung zum Raumentwicklungskonzept geplant.
