Leidenschaft, Verantwortung und Exzellenz: Impulse zum Jahresbeginn beim Gstaad Yacht Club
23.01.2026 SportDer Gstaad Yacht Club ist mit klarer inhaltlicher Ausrichtung ins neue Jahr gestartet. Bereits in den ersten Wochen standen Veranstaltungen und Erfolge im Fokus, die die Verbindung von Sport, Kultur und Gemeinschaft im Club widerspiegeln.
Den Auftakt bildete die ...
Der Gstaad Yacht Club ist mit klarer inhaltlicher Ausrichtung ins neue Jahr gestartet. Bereits in den ersten Wochen standen Veranstaltungen und Erfolge im Fokus, die die Verbindung von Sport, Kultur und Gemeinschaft im Club widerspiegeln.
Den Auftakt bildete die Generalversammlung, an der zahlreiche Mitglieder teilnahmen. Die transparente Berichterstattung und der konstruktive Austausch bestätigten den eingeschlagenen strategischen Kurs und unterstrichen die Bedeutung einer aktiven und verantwortungsvollen Governance.
Auch kulturell setzte der Jahresbeginn Akzente: Mit der 20. Ausgabe des Gstaad New Year Music Festivals feierte der Club ein Jubiläum eines etablierten Veranstaltungsformats. Zwei literarische Lunches mit den Autorinnen Pilar de la Béraudière und Agatha Amzallag ergänzten das Programm und boten Raum für persönlichen Austausch. Zwei festliche Galaabende markierten den Auftakt und den Abschluss des Festivals und brachten Mitglieder, Künstler:innen, Partner und Gäste zusammen.
Vortrag von Dominic Perret: Bildung, Verantwortung und Sicherheit im Bergsport
Ein besonderer inhaltlicher Akzent zum Jahresbeginn war der Vortrag der Schweizer Skilegende Dominic Perret im Gstaad Yacht Club. Perret, international bekannt für seine Pionierleistungen im Extremskifahren, gewährte Einblicke in seine fast drei Jahrzehnte währende Karriere und stellte dabei nicht sportliche Rekorde, sondern Werte, Bildung und Verantwortung in den Mittelpunkt.
Ausgehend von seiner Kindheit in La Chaux-de-Fonds und seinem Weg in den internationalen Spitzensport, zeigte Perret auf, wie das Skifahren seine Lebensphilosophie geprägt hat. Er formulierte neun zentrale Werte, die sowohl seinen sportlichen als auch seinen unternehmerischen Werdegang bestimmen: geistige Freiheit, Intuition, Kreativität, Effizienz, Schönheit der Bewegung, Mut zum Handeln, grosses Träumen, Leidenschaft und Freude. Diese Werte, so Perret, bildeten die Grundlage für nachhaltigen Erfolg – im Sport wie im Leben.
Einen Schwerpunkt seines Vortrags widmete Perret der Sicherheit im Bergsport. Er präsentierte aktuelle Zahlen, die die Dimension des Themas verdeutlichen: Weltweit sind heute über sieben Millionen Menschen im Offpiste- und Freeridebereich unterwegs, mit weiter steigender Tendenz. Rund 90 Prozent aller Lawinen werden durch Wintersportler selbst ausgelöst. In den Alpen kommen jährlich etwa 100 Menschen bei Lawinenunfällen ums Leben, davon durchschnittlich 24 in der Schweiz, bei volkswirtschaftlichen Kosten von rund 300 Millionen Franken pro Jahr.
Perret betonte, dass viele dieser Unfälle nicht unausweichlich, sondern auf mangelnde Ausbildung und falsche Entscheidungsfindung zurückzuführen seien. Ein zentraler Punkt seiner Argumentation war die Unterscheidung zwischen Sicherheits- und Rettungsausrüstung: Technische Ausrüstung könne nach einem Unfall helfen, ersetze jedoch kein Wissen und kein Bewusstsein. Die wirksamste Sicherheitsausrüstung bestehe aus Bildung, Erfahrung und der Fähigkeit, Risiken richtig einzuschätzen.
Vor diesem Hintergrund stellte Perret die von ihm gegründete internationale Bildungsplattform WeMountain vor. Inspiriert vom Zertifizierungssystem im Tauchsport verfolgt WeMountain das Ziel, Bergbildung durch digitale Lernformate, strukturierte Ausbildung und die Validierung von Fähigkeiten gemeinsam mit Bergführer:innen und Skischulen zu professionalisieren. Der Fokus liegt klar auf Prävention, Eigenverantwortung und nachhaltigem Umgang mit alpinen Risiken.
Heute vereint WeMountain über 50 internationale Expertinnen und Experten, darunter Mediziner:innen, Psycholog:innen, Schneewissenschaftlerinnen und Profisportler. Die Plattform ist offizieller Bildungspartner der Freeride World Tour und wird von mehr als 40 Spitzenathlet:innen unterstützt, darunter zahlreiche Weltmeister:innen. Perret wies zudem auf die wachsende Rolle von Versicherungen hin, für die zertifizierte Ausbildung künftig an Bedeutung gewinnen könnte – nicht als Einschränkung der Freiheit, sondern als Mittel zu deren Schutz.
Seine zentrale Botschaft lautete: Bildung ist die Voraussetzung für Freiheit, Verantwortung die Grundlage für Sicherheit. Nur durch Wissen und Bewusstsein lasse sich langfristig der Zugang zum Bergsport erhalten
Internationaler Nachwuchserfolg beim Monaco Optimist Team Race
Der gleiche Anspruch an Verantwortung, Teamgeist und Leistungsbereitschaft zeigte sich auch im sportlichen Nachwuchs des Gstaad Yacht Clubs. Beim 15. Monaco Optimist Team Race trafen sich die besten Nachwuchsteams der Welt zu einem der anspruchsvollsten internationalen Wettbewerbe im Teamsegeln. Das Schweizer Team des Gstaad Yacht Clubs erreichte dabei einen herausragenden dritten Platz.
In einem hochklassigen Teilnehmerfeld mit Mannschaften aus elf Nationen segelten Lou Eisenhut (Unterseen, GYC Youth Team), Dimitri Wälchli (Hünibach), Tim Bailes (Pully) und Adrian Kohler (Richterswil) ein konstantes und taktisch überzeugendes Regattaergebnis heraus. Organisiert vom Yacht Club de Monaco gilt das Monaco Optimist Team Race als internationaler Referenzwettbewerb im Nachwuchs-Teamsegeln.
Das Regattaformat stellte hohe Anforderungen: In der Round-Robin-Phase trat jedes Team gegen jedes an, bevor sich die besten Mannschaften für Viertel- und Halbfinals sowie das Finale qualifizierten. Anders als in Einzelregatten standen hier nicht individuelle Leistungen, sondern absolut präzise Teamarbeit, taktische Abstimmung und klare Kommunikation im Vordergrund.
Die Bedingungen vor Monaco erwiesen sich als anspruchsvoll. Wechselnde Winde, starker Wellengang und ein dichter Zeitplan verlangten den jungen Seglerinnen und Seglern höchste Konzentration, Belastbarkeit und Ausdauer ab. Nach insgesamt 81 Wettfahrten konnte sich das Team des Gstaad Yacht Clubs mit zehn Siegen aus elf Rennen den dritten Platz sichern, hinter den Teams aus Italien und Dänemark.
Unter der Leitung von Coach Hene Keller (Hilterfingen) zeigte das Team eine geschlossene Leistung, die nicht nur seglerisches Können, sondern auch Vertrauen, Disziplin und gegenseitige Unterstützung widerspiegelte. Die Regatta wurde für die jungen Athlet:innen zu einer wertvollen internationalen Lernerfahrung, bei der sie Verantwortung übernahmen und als Einheit unter Wettbewerbsdruck agierten.
Im Rahmen der internationalen Wahrnehmung des Clubs wurde der Gstaad Yacht Club zudem erneut vom Club Leaders Forum als einer der 50 Platinum Yacht Clubs of the World ausgezeichnet und erhielt diese Anerkennung auch für die Periode 2026–2027. Die Auszeichnung wird auf Basis eines internationalen Auswahlverfahrens vergeben, bei dem über 1250 private Clubs evaluiert werden. Die Entscheidung trifft ein unabhängiges internationales Gremium aus Branchenexpert:innen, Historiker:innen und Kenner:innen privater Clubs.
Die erneute Aufnahme folgt auf die erstmalige Auszeichnung Ende 2023 und unterstreicht die kontinuierliche Entwicklung des Clubs im internationalen Umfeld.
Mit Veranstaltungen im kulturellen Bereich, Erfolgen im Nachwuchssport und einer aktiven Clubgemeinschaft setzt der Gstaad Yacht Club zu Beginn des Jahres Impulse, die das kommende Clubjahr prägen.
GSTAAD YACHT CLUB


