Die Saanerin Leonie Steffen hat ihre Premiere im Schweizer Nationaltrikot hinter sich. Auch wenn der Halbfinaleinzug an der Leichtathletik-U18-Europameisterschaft ausblieb, nimmt die 16-Jährige viele wertvolle Erfahrungen aus Italien mit.
MAXIME VÖGELE
Mitte Juli vertrat die Saanerin Leonie Steffen die Schweiz an der U18-Leichtathletik-Europameisterschaft im italienischen Rieti – und erfüllte sich damit einen lang ersehnten Wunsch. «Seit ich klein war, war es ein Traum, einmal die Schweiz vertreten zu dürfen», sagt die 16-Jährige. Mit 24,73 Sekunden über 200 Meter verpasste sie ihre persönliche Bestleistung nur um wenige Hundertstelsekunden. Für den Einzug in den Halbfinal reichte die Zeit zwar nicht, dennoch blickt sie zufrieden auf ihren ersten internationalen Grossanlass zurück.
Gemeinsam statt gegeneinander
Nicht nur sportlich, sondern auch atmosphärisch unterschied sich die Europameisterschaft deutlich von den Wettkämpfen, die Leonie Steffen aus der Schweiz kennt. «Weil alles viel grösser war, hatte es eine bessere Stimmung. Man hat sich sehr unterstützt gefühlt», erzählt sie. Stand sie selbst nicht auf der Bahn, feuerte sie ihre Teamkolleginnen und Teamkollegen an. «Bei unseren Wettkämpfen in der Schweiz ist man Konkurrentinnen und Konkurrenten. Dort war man ein Team.» Besonders dieses Gemeinschaftsgefühl bleibe ihr in Erinnerung. Gleichzeitig bot der Anlass die Gelegenheit, Athletinnen und Athleten aus anderen Nationen kennenzulernen und Kontakte zu knüpfen.
Obwohl Leonie Steffen zum ersten Mal an einem internationalen Grossanlass startete, hielt sich die Nervosität in Grenzen. «Wahrscheinlich, weil ich es ein bisschen mehr geniessen konnte», sagt sie. Bereits vor den Wettkämpfen durfte sie das Stadion im Rahmen eines offiziellen Trainings kennenlernen. Dabei gewöhnte sie sich nicht nur an die Anlage, sondern auch an die englischen Startkommandos. «Bei unseren Wettkämpfen ist es auf Deutsch oder Französisch.»
Premiere im Nationaltrikot
Neu war für die Saanerin auch das professionelle Umfeld. Das Schweizer Nationalteam wurde von Trainerinnen und Trainern sowie einem Physio- und Ärzteteam begleitet. Für die Regeneration standen unter anderem ein Eisbad und weitere Betreuungsangebote zur Verfügung. «Wenn man etwas gebraucht hat, konnte man immer zu ihnen gehen», erzählt Leonie Steffen.
Auch wenn sie den Halbfinaleinzug verpasste, überwiegen für Leonie Steffen die positiven Erinnerungen. Der erste Einsatz im Schweizer Nationaltrikot, das Gemeinschaftsgefühl im Team und die Eindrücke eines internationalen Grossanlasses werden ihr noch lange in Erinnerung bleiben:«Es war eine mega tolle Erfahrung.»