Mit seiner dritten Ausgabe hat sich Maze Art Gstaad endgültig als fester Bestandteil der Wintersaison im Saanenland etabliert. Und die Ausstellung expandierte: über 50 Ausstellende waren dieses Jahr vor Ort. Von Donnerstag bis Sonntag wurde das vertraute Festivalzelt im Zentrum ...
Mit seiner dritten Ausgabe hat sich Maze Art Gstaad endgültig als fester Bestandteil der Wintersaison im Saanenland etabliert. Und die Ausstellung expandierte: über 50 Ausstellende waren dieses Jahr vor Ort. Von Donnerstag bis Sonntag wurde das vertraute Festivalzelt im Zentrum von Gstaad erneut zum Treffpunkt für internationale Galerien, Sammler und nicht zuletzt für zahlreiche Besucherinnen und Besucher aus der Region.
In diesem Jahr war eine Veränderung sofort sichtbar: Die Messe ist gewachsen. Der Platz im Zelt allein reichte nicht mehr aus, und erstmals wurde ein Teil der angrenzenden Tennishalle einbezogen, um die gestiegene Zahl an Ausstellern unterzubringen, die mittlerweile über 50 beträgt. Die Erweiterung wirkte dabei keineswegs improvisiert, sondern vielmehr wie eine natürliche Weiterentwicklung der Veranstaltung im Einklang mit der Nachfrage. Ein deutliches Zeichen dafür, dass das Format bei Galerien und Publikum gleichermassen Anklang findet.
Stille Kostbarkeiten aus dem Mittelalter
Unter den vielen Höhepunkten stach ein Stand durch seine stille Intensität besonders hervor. Dr. Jörn Günther Rare Books, erstmals bei Maze vertreten, präsentierte aussergewöhnliche mittelalterliche Handschriften, die einen Einblick in die Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte boten.
Ein Blick in den kreativen Entstehungsprozess
Der Entstehungsprozess dieser Werke ist bemerkenswert: Ein Spezialist zog sorgfältig die Linien und markierte die für spätere Illustrationen vorgesehenen Flächen. Ein Schreiber fügte anschliessend den Text hinzu und hinterliess mitunter handschriftliche Hinweise für den Illustrator, in denen festgehalten wurde, was dargestellt werden sollte und wie. Diese Manuskripte aus nächster Nähe zu betrachten, machte einen kollaborativen künstlerischen Prozess greifbar, der sich vor Jahrhunderten vollzog. Im Kontext einer zeitgenössischen Kunstmesse wirkten sie zugleich unerwartet und vollkommen stimmig.
Qualität der Begegnung
Über einzelne Entdeckungen hinaus war die Gesamtatmosphäre bemerkenswert positiv. Ein Galerist erzählte mir, dass es ungewöhnlich sei, wenn Inhaber grosser internationaler Galerien bis zum letzten Messetag blieben; in der Regel nähmen sie nur an der Eröffnung und vielleicht noch an einer VIP-Veranstaltung teil. «Hier bleiben sie bis Sonntag», bemerkte der Galerist. Das allein spricht Bände über die Qualität der Begegnungen und das Niveau der Veranstaltung.
Kultur für alle
Auch die von mir befragten lokalen Besucherinnen und Besucher zeigten sich begeistert. Viele bezeichneten Maze als wertvolle kulturelle Bereicherung für Gstaad – anspruchsvoll und zugleich zugänglich. Besonders häufig wurde der freie Eintritt als wichtiges Signal erwähnt, das es allen ermöglicht, unabhängig vom Budget Kunst auf internationalem Niveau zu erleben.
VON JEANETTE WICHMANN/GSTAADLIFE
ÜBERSETZT VON PAM