Als drittes Team sind der gebürtige Gstaader Michel Zysset und sein irischer Teamkollege Brian Mullins beim Ultramarathon in Chamonix (FR) ins Ziel eingelaufen. In 98 Stunden haben sie rund 300 Kilometer und 25’000 Höhenmeter im Aufstieg hinter sich gelassen.
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Als drittes Team sind der gebürtige Gstaader Michel Zysset und sein irischer Teamkollege Brian Mullins beim Ultramarathon in Chamonix (FR) ins Ziel eingelaufen. In 98 Stunden haben sie rund 300 Kilometer und 25’000 Höhenmeter im Aufstieg hinter sich gelassen.
JONATHAN SCHOPFER
Am Freitag, 28. August, erreichten Michel Zysset und Brian Mullins nach rund 300 Kilometern als drittes Team das Ziel der PTL – «La Petite Trotte à Léon» – in Chamonix. «Ich bin überglücklich, obwohl es zwei bis drei heikle Situationen gab», sagt der gebürtige Gstaader Michel Zysset auf Anfrage.
Unter dem Namen «Swiss Shamrocks» erreichte das Duo nach 98 Stunden, 8 Minuten und 58 Sekunden das Ziel. Als erstes Team kamen die Schweizer Brüder Candide und Jules-Henri Gabioud ins Ziel. Sie benötigten 89 Stunden und 49 Sekunden.
Kletterausrüstung war Pflicht
«Wir hatten Kletterausrüstung dabei, etwa einen Helm und ein Gstältli, das war obligatorisch», sagt Zysset. Die Strecke führt über steile Hänge, Geröllfelder und Gletscher. Über die gesamte Strecke summieren sich die Anstiege auf rund 25’000 Höhenmeter.
Dabei gab es auch brenzlige Momente im hochalpinen Gelände. «In der ersten Nacht sind wir bei der Dent de Morcles nördlich von Martigny in einen Sturm mit Blitz und Regen geraten.» Besonders schwierig sei die Navigation während der Traverse in Richtung Grand Chavalard gewesen, sagt der gebürtige Gstaader. Eine weitere heikle Stelle gab es beim Überstieg des Col des Ecandies im Wallis. «Ein grosser Hangrutsch erschwerte dort die Querung zur Via Ferrata.»
Die Route kann im Vorfeld nicht trainiert werden
Die PTL wird im Rahmen des HOKA UTMB Mont-Blanc ausgetragen, einer internationalen Trailrunning-Veranstaltung. Die Strecke führt gewöhnlich durch Frankreich, Italien und die Schweiz, wird jedoch für jede Austragung neu festgelegt. «Die Route wird jeweils erst zwei Wochen vor dem Start bekannt gegeben», sagt Zysset.
Die PTL versteht sich offiziell nicht als Wettkampf und führt deshalb keine offizielle Rangliste. Gestartet wird in Teams von zwei oder drei Personen, die zusammenbleiben müssen. Anders als bei einem klassischen Ultramarathon ist die Route nicht markiert. Die Teilnehmenden müssen sich mit GPS, Karte und Kompass orientieren und der vorgegebenen GPS-Route folgen. Wer davon abweicht, riskiert eine Disqualifikation.
«Eine gemeinsame Reise»
«Die PTL ist für mich ein Abenteuer, sie ist eine gemeinsame Reise. Über vier Tage erlebt man unglaublich viel, durchquert Täler, Gletscher und Berge, kämpft sich durch Tag und Nacht und kommt dem Ziel Schritt für Schritt näher», fasst Zysset zusammen.
Nach rund 98 gemeinsamen Stunden war der Zieleinlauf in Chamonix für Zysset ein besonderer Moment. «Für mich der perfekte Abschluss dieser Reise.»
Viel Zeit fürs Schlafen blieb nicht: Während der gesamten PTL schliefen Zysset und Mullins gerade einmal 3 Stunden und 15 Minuten.
FÜR WAS STEHT UTMB?
UTMB steht für «Ultra-Trail du Mont-Blanc». 2003 wurde erstmals ein Rennen um den Montblanc durch Frankreich, Italien und die Schweiz ausgetragen. Mittlerweile ist daraus mit der UTMB World Series eine Marke geworden, die weltweit Trailrunning-Rennen veranstaltet.
Die PTL, «La Petite Trotte à Léon», ist Teil der Veranstaltungswoche des HOKA UTMB Mont-Blanc und wird vom Veranstalter als «Ultra Endurance Race» bezeichnet. Mit rund 300 Kilometern und 25’000 Höhenmetern ist sie länger und technisch anspruchsvoller als andere UTMB-Rennen. Die PTL versteht sich selbst nicht als Wettkampf und führt daher keine offizielle Rangliste.
JSC