Mit Elan in den Ruhestand
03.11.2026 GesellschaftZahlreiche Neupensionierte trafen sich im Landhaus Saanen zum gemeinsamen Einstieg in den Ruhestand. Vertreter der drei Gemeinden des Saanenlandes dankten ihnen für ihr langjähriges Engagement und ihre wertvollen Beiträge an die Gesellschaft und Gemeinschaft. Neben einem ...
Zahlreiche Neupensionierte trafen sich im Landhaus Saanen zum gemeinsamen Einstieg in den Ruhestand. Vertreter der drei Gemeinden des Saanenlandes dankten ihnen für ihr langjähriges Engagement und ihre wertvollen Beiträge an die Gesellschaft und Gemeinschaft. Neben einem Einblick in die Gemeindearbeit wurde auch die neue Fachstelle Gemeinschaft vorgestellt, die sich für Betreuung, Hilfe und Vernetzung einsetzt. Beim anschliessenden Apéro wurde rege «dorfet» und der Einstieg in den neuen Lebensabschnitt gemeinsam gefeiert.
LÉONIE MÜLLER
Zahlreich sind die Anmeldungen zum gemeinsamen Einstieg in die Zeit des Ruhestandes eingegangen. Ueli Müller, Präsident des Seniorenrats Saanenland, freute sich, am Montagabend so viele Frauen und Männer im Landhaus Saanen begrüssen zu dürfen. Nachdem er den Anwesenden die Mitglieder des Seniorenrats und die Aktivitäten des Rates vorgestellt hatte, richtete Sigbert Feller, Gemeinderat von Saanen, einige Worte des Dankes an die Anwesenden.
Im Namen der drei Gemeinden des Saanenlandes überbrachte Barbara Kernen, Gemeindepräsidentin von Gsteig, den Neupensionierten herzliche Grüsse. Nach langen Jahren im beruflichen Alltag mit vielen Aufgaben und Terminen sei nun die Zeit gekommen, sich Raum zu geben für Wünsche, Hobbys oder auch mal fürs Geniessen ohne Verpflichtungen. Sie dankte den Neupensionierten für die Verantwortung, die sie übernommen sowie für das Engagement und die Erfahrung, die sie als wichtigen Beitrag an die Gesellschaft und Gemeinschaft geleistet hatten. Die Pensionierung hebe zwar den Berufsalltag auf, doch hoffe sie sehr, dass die Gemeindebürgerinnen und Gemeindebürger weiterhin beim Alltäglichen in der Gemeinde mitdenken, mitwirken und mitgestalten. «Denn ihr seid für unsere Gesellschaft Gold wert mit eurer Erfahrung und der wertvollen Verbundenheit mit dem Saanenland», betonte Barbara Kernen. Sie wünschte den Anwesenden gute Gesundheit, schöne Begegnungen sowie «Gwunder» auf das Kommende. Sie freue sich, diesen besonderen Übergang gemeinsam mit ihnen zu feiern.
Einblick in die Gemeindearbeit
Tanja Brunner, Verwaltungsdirektorin der Gemeinde Saanen, gab einen Einblick in ihre Arbeit. Sie betonte, dass hinter jeder Dienstleitung viele mitarbeitende Menschen stünden. Verschiedene Fachgebiete, zahlreiche Vorschriften, politische Entscheide, komplexe Zusammenhänge gelte es zu koordinieren. Dabei gehe es um die Bevölkerung, die auf gute Dienstleistungen angewiesen sei. Dies alles sei nicht allein zu bewältigen. «Ich kann auf engagierte Mitarbeitende mit guten Fachkenntnissen vertrauen, die sich für die Gemeinde Saanen einsetzen», so Tanja Brunner. Die vielseitige Aufgabe der Verwaltungsdirektorin sei spannend, denn kein Tag sei wie der andere. Neben dem täglichen Betrieb beschäftigten sie langfristige Projekte, die Weiterentwicklung wie auch die Organisation und Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden, dem Bund und Kanton. Heutige Lösungen sollten auch künftig sinnvoll sein. Nicht jede gute Lösung sei einfach umzusetzen. Es gelte zudem, die finanziellen Mittel wie auch die Bedürfnisse der Bevölkerung im Auge zu behalten. Es brauche Geduld, nach intensiven Diskussionen manchmal auch einen zweiten Anlauf. Die verschiedenen Interessen müssten in die Waagschale geworfen werden. In einer Gemeinde wie Saanen seien Tradition und Weiterentwicklung eng verbunden und es sei wichtig, Bewährtes zu erhalten und offen zu sein für neue Wege.
Neupensionierte seien eine Generation, die über Jahre Verantwortung übernommen und mit Herzblut viel aufgebaut und verwirklicht habe. Die Werte seien genauso wichtig wie früher. Die Kommunikation sei schneller, die Anforderungen vielschichtiger, doch die Grundlage für eine gute Zusammenarbeit sei einander zuzuhören, Wort zu halten, Verantwortung zu übernehmen und auch in schwierigen Situationen den Zusammenhalt zu wahren. «Denn eine Gemeinde lebt nicht allein von ihren politischen Entscheidungen und ihrer Verwaltung. Sie lebt von Menschen, die mitdenken, Verantwortung übernehmen und zum Zusammenleben beitragen, so wie Sie alle dies in den letzten Jahren getan haben. Dafür bedanke ich mich von Herzen», so Tanja Brunner. Sie schätze den Austausch mit erfahrenen Menschen und sie wünsche den Neupensionierten, dass sie ihre neue «Freiheit» geniessen könnten, neugierig blieben und «nun zusammen beim gemeinsamen Anlass bei anregenden Gesprächen und guter Gesundheit in den neuen Lebensabschnitt aufbrechen würden.»
Fachstelle Gemeinschaft
Hans-Heini Winterberger und Sarah Wanner sind Teil einer Projektgruppe, die in den Jahren 2024 bis 2026 nach Lösungen für Betreuung und Hilfe für Senioren und Seniorinnen gesucht haben. Die beiden erläuterten die neue Fachstelle Gemeinschaft, die für die drei Gemeinden im Saanenland nun als Anlaufstelle für die Bevölkerung dient. Die Fachstelle Gemeinschaft koordiniert, vernetzt und informiert über die Familie, das Alter, Integration, Inklusion und Freiwilligenarbeit. Sie wird betreut durch Sarah Wanner und durch Alena Perren. Sie informierten und vermittelten gerne die passenden Angebote und Kontakte, sagten sie. Ebenso seien sie bereit, Fragen zu beantworten und die beste Lösung für Hilfesuchende zu finden. Mit diesem Angebot könne man sowohl der Vereinsamung entgegensteuern, wie auch Menschen, die im Alltag Hilfe benötigen, zur Seite stehen.
Ein neuer Lebensabschnitt
Seit drei Jahren laden die drei Gemeinden im Saanenland die Neupensionierten zu einem Apéro ein. Nach den Infos über den Seniorenrat, dem Dank der Gemeinden an ihre Bürgerinnen und Bürger, die sich über Jahre in den Gemeinden eingebracht haben und den neusten Infos der Fachstelle Gemeinschaft, schloss Ueli Müller den offiziellen Teil. Er wünschte den Anwesenden eine wunderschöne kommende Zeit zum Geniessen, neugierig und aktiv zu sein bei guter Gesundheit sowie einen gemütlichen Abend. Beim Apéro wurde rege «dorfet» und manche sagten: «Das isch ja zfriede, fasch wie a nere Klassezämekunft.»

