Die Gemeinden Flims, Laax und Falera haben die Bergbahnen, Lifte und Bergrestaurants der Weissen Arena übernommen. Wäre das auch eine Option für unser Skigebiet? Wir haben nachgefragt.
ANITA MOSER
Mit grossem Mehr haben die ...
Die Gemeinden Flims, Laax und Falera haben die Bergbahnen, Lifte und Bergrestaurants der Weissen Arena übernommen. Wäre das auch eine Option für unser Skigebiet? Wir haben nachgefragt.
ANITA MOSER
Mit grossem Mehr haben die ...
Die Gemeinden Flims, Laax und Falera haben die Bergbahnen, Lifte und Bergrestaurants der Weissen Arena übernommen. Wäre das auch eine Option für unser Skigebiet? Wir haben nachgefragt.
ANITA MOSER
Mit grossem Mehr haben die Stimmbürger:innen der drei Gemeinden Flims, Laax und Falera dem Kauf der Infrastruktur der Weissen Arena zugestimmt. Wie verschiedene Medien berichtet haben, beläuft sich der Kaufpreis auf 94,5 Millionen Franken. Die drei Gemeinden finanzieren die Übernahme mit total 50 Millionen Franken. Der Rest soll mit Fremdkapital finanziert werden. Die gemeindeeigene Finanz Infra AG verpachtet die Infrastruktur – Bahnen, Skilifte, Gebäude und Leitungsnetze – zu einem jährlichen Pachtzins von rund 13 Millionen Franken an die bisherige Betreiberin, die Weisse Arena Bergbahnen AG.
Der Kauf der Infrastruktur durch die drei Gemeinden wurde vor allem damit begründet, ausländische Investoren fernzuhalten.
Eine Option für unsere Region?
Wäre dieses Modell der Weissen Arena auch eine Option für die Bergbahnen Destination Gstaad? Wir haben bei den Verantwortlichen der BDG – Geschäftsführer Matthias In-Albon und VR-Präsident Jan Brand – und bei Gemeindepräsidentin Petra Schläppi nachgefragt.
«Erkennbare Vorteile»
Der Entscheid in Laax, die Infrastruktur in kommunale Hand zu überführen und an die Betreiberin zu verpachten, habe erkennbare Vorteile, heisst es in einer gemeinsamen Stellungnahme. «Die Region sichert damit die strategische Kontrolle über ihre Schlüsselinfrastruktur und verhindert, dass ein Investor die langfristige Entwicklung bestimmt. Gleichzeitig kann die Betreiberin weiter professionell unternehmerisch agieren. Die Gemeinden müssen dazu viel Kapital aufnehmen – und damit auch das Risiko. Dieses Modell funktioniert nur dort, wo die öffentliche Hand bereit ist, zu investieren und wo politisch ein breiter Konsens für diese Kapitalbindung besteht.»
«Andere Ausgangslage»
Für unsere Destination sei die Ausgangslage eine andere. «Die Gemeinden sind bereits heute stark engagiert – beispielsweise über den Sanierungspfad bei Grossprojekten, wo rund 60 Prozent der Investitionen von Standortgemeinden oder Dritten getragen und 40 Prozent über Cashflow oder Fremdkapital der BDG finanziert werden. Die öffentliche Hand ist also schon jetzt ein zentraler Partner bei der Infrastrukturentwicklung, ohne dass sie die gesamte Anlagebasis übernehmen müsste. Dieses hybride Modell ist im Saanenland politisch gewachsen und bislang gut akzeptiert.» Gleichzeitig befinde sich die Gemeinde Saanen derzeit in einem strukturierten Prozess zur Überprüfung der Eignerstrategie.
«Weder politisch erwünscht noch strategisch sinnvoll»
«Momentan nein», antworten die Verantwortlichen von BDG und Gemeinde auf die Frage, ob ausländische Investoren bei uns ein Thema seien. «Die BDG ist breit regional verankert, mit starken Ankeraktionären und einer klaren Rolle der Gemeinden. Ein Einstieg externer Mehrheitsinvestoren wäre heute weder politisch erwünscht noch strategisch sinnvoll.» Grundsätzlich sei Kapital aus dem Ausland nicht per se schlecht – entscheidend wären immer die Bedingungen. «Die Kontrolle über die Bergbahnen muss in der Region bleiben, damit wir die Infrastruktur im Sinne der Destination weiterentwickeln können. Diese Konstellation hat sich in den letzten Jahren bewährt und die BDG konnte im Sinne der Tourismusstrategie weiterentwickelt werden.»