Noch lachen sie uns entgegen, die motivierten Saanerinnen und Saaner, die dereinst im Grossratssaal in Bern unser Saanenland vertreten wollen. Mit der Kandidatur haben sie den ersten Schritt getan. Der zweite wird ein hart umkämpftes Ringen, um einen der 160 Sitze im Grosen Rat ergattern zu ...
Noch lachen sie uns entgegen, die motivierten Saanerinnen und Saaner, die dereinst im Grossratssaal in Bern unser Saanenland vertreten wollen. Mit der Kandidatur haben sie den ersten Schritt getan. Der zweite wird ein hart umkämpftes Ringen, um einen der 160 Sitze im Grosen Rat ergattern zu können. In einer dreiteiligen Serie im «Anzeiger von Saanen» äusserten sich 13 Saaner:innen dazu, mit welchen politischen Zielen sie sich im Grossen Rat für das Saaneland einsetzten würden.
Ich habe eine Auswertung der Aussagen der Grossratskandidaten nach Politikfeldern (0 = keine Positionierung, 8 = sehr starke Positionierung) durchgeführt und ein Spinnennetzdiagramm erstellt. Aus der grossen Zahl an Argumenten liegt der Fokus eindeutig auf dem Thema «Eigenverantwortung/ mehr Saanenland». Diese Einschätzung erinnert an die Zeit, als das Saanenland von den Grafen von Greyerz regiert wurde. Offenbar ist unseren potenziellen Volksvertretern die Einmischung des Staates Bern ein Dorn im Auge. Interessanterweise teilen alle im Wahlkampf engagierten Parteien diese Haltung. Am pointiertesten äussert sich ein der SP angehörender Kandidat. Der findet gar, man sollte nur Kandidierenden aus dem Saanenland seine Stimme geben. Diese Empfehlung hat ihre Richtigkeit dahingehend, weil sie aussagt, man müsse im Saanenland zusammenhalten und in Bern mit einer Stimme sprechen. Die Parteizugehörigkeit spielt dabei eine untergeordnete Rolle. Gefragt sind Ergebnisse aus gesellschaftlich und politisch unterschiedlich zusammengesetzten Gruppierungen. Und die besten Lösungen entstehen dann, wenn Frauen und Teilnehmende jeden Alters an Entscheidungsfindungsprozessen teilnehmen. Einer gelebten Demokratie schadet «Vielfalt statt Einfalt» keineswegs. Möglicherweise kommen wir im Saanenland unseren Zielen dann einen Schritt näher, wenn wir nicht dafür sind, dass man dagegen ist. Die Auswahl an Kandidierenden für den Einsitz im Grossen Rat des Kantons gibt uns die Möglichkeit zu mutigen Entscheidungen.
EUGEN DORNBIERER-HAUSWIRTH, GSTAAD