Viele zufriedene Gesichter gab es an der Hauptversammlung des Museums Saanen. In seinem Jahresbericht blickte Präsident Stephan Jaggi auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. «Dank dem, dass alle Arbeit ehrenamtlich geschieht, ist es möglich, die alten ...
Viele zufriedene Gesichter gab es an der Hauptversammlung des Museums Saanen. In seinem Jahresbericht blickte Präsident Stephan Jaggi auf das vergangene Geschäftsjahr zurück. «Dank dem, dass alle Arbeit ehrenamtlich geschieht, ist es möglich, die alten Kulturgüter unserer Gegend so anmächelig zu präsentieren», zeigte sich Jaggi dankbar gegenüber allen Helfenden. Um attraktiv zu bleiben, werde mit interessanten Wechselausstellungen das permanente Angebot ergänzt.
VRENI MÜLLENER
Eine solche Ausstellung gestaltete Gottfried von Siebenthal mit seiner Tochter Andrea nach der Veröffentlichung ihres Romans «Madame Gstaad». Mit grossflächigen Bild- und Texttafeln, ergänzt mit Originalrequisiten aus der Zeit des Dorfbrandes von Gstaad, wurde diese spannende Geschichte bildlich dokumentiert.
Landschaftsmalerei quer durch das Saanenland
Ein lange vor sich hergeschobenes Projekt kam im vergangenen Jahr zur Verwirklichung. 55 Landschaftsbilder, quer durch das Saanenland, realisiert von 20 Künstler:innen, fanden Platz in einer einzigartigen Ausstellung. Die Gegenüberstellung von Werken akademisch ausgebildeter Maler:innen sowie von Autodiktaten begeisterte die Besuchenden. Viele kannten einander und hatten freundschaftliche Beziehungen mit den einzelnen Kunstschaffenden.
Als (vor allem) Väter mit ihren Kindern mit Taschenlampen durch das Museum huschten, war Museumsnacht – erfolgreich umgesetzt von Regula und Heinrich Hauswirth zusammen mit Hanspeter Grundisch. Ebenso passioniert setzte sich Letzterer an Märkten für das Glockenbuch «Passion» ein.
Wo der Himmel voller Glocken hängt
Die permanente Glockenausstellung stösst unter Liebhabern weit über die Landesgrenzen hinaus auf grosses Interesse. Zusammen mit dem Musiker Christian Heimann lancierte Thomas Raaflaub unter diesem Glockenhimmel sein Saanenlandliederbuch «Äs gits nume hie».
Eine grosse Bereicherung für den Museumsbetrieb waren die Lesungen in Zusammenarbeit mit dem Literarischen Herbst.
Regentage sind Museumstage
Der Museumsbetrieb wird gewissenhaft von Regula Hauswirth geführt. 24 freiwillige Museumshüter:innen werden eingeteilt, damit immer jemand da ist, um die Besucher zu begrüssen und die Ausstellung im Auge zu behalten. Das Museum verzeichnete 157 geöffnete Tage. 1432 Personen besuchten das Museum, entweder zu den regulären Öffnungszeiten oder mit einer angemeldeten Gruppe (Schule, Reisegruppe, Klassenzusammenkunft usw.) ausserhalb des regulären Betriebes. Die Zusammenarbeit mit GST und damit die Integration des Museumseintrittes in die Gstaader Gästekarte hat sich bewährt – immer mehr Gäste machen von diesem Angebot Gebrauch.
Rückblick und Ausblick
In der vergangenen Wintersaison wurden Kuriositäten und Perlen aus dem Museumslager ausgestellt. In naher Zukunft wird dem Rubi-Fonds (Fassadenrestauration an altehrwürdigen Häusern) eine Ausstellung gewidmet sein.
Im laufenden Jahr kann das 25-jährige Bestehen des Museums gefeiert werden – dazu lässt sich Stephan Jaggi noch nicht in die Karten blicken.
Es bleibt spannend rund um das Museum der Landschaft Saanen. Diesem interessanten Haus am Sanonaplatz einen Besuch abzustatten, lohnt sich immer wieder. Mit Demut kann dort festgestellt werden, mit welch einfachen Mitteln und Gegenständen sich die Generationen vor uns zu helfen wussten.