Musikalische Geschichten an einem Sommerabend
10.07.2026 KulturMit «Acoustic Stories II» machte Seven Halt im Hotel The Alpina in Gstaad. Gemeinsam mit seinen langjährigen Weggefährten präsentierte er alte Klassiker, neue Songs und Geschichten aus über zwanzig Jahren Bühnenkarriere.
MAXIME ...
Mit «Acoustic Stories II» machte Seven Halt im Hotel The Alpina in Gstaad. Gemeinsam mit seinen langjährigen Weggefährten präsentierte er alte Klassiker, neue Songs und Geschichten aus über zwanzig Jahren Bühnenkarriere.
MAXIME VÖGELE
Die letzten Sonnenstrahlen des Tages schimmern zwischen den Bäumen auf die Terrasse des Hotels The Alpina, als Jan «Seven» Dettwyler die Bühne betritt. Ein Keyboard, eine Gitarre, ein Schlagzeug und drei Stimmen genügen, um einen warmen Sommerabend musikalisch zu füllen. Im Rahmen der «Acoustic Stories II» spielt Seven alte Klassiker ebenso wie neue Songs und erzählt dabei Geschichten aus über zwanzig Jahren auf der Bühne.
Nah am Publikum
«Es ist eigentlich wie eine ‹Stubete›», erzählt Seven im Vorfeld beim Interview mit dem «Anzeiger von Saanen». Es ist der erste Auftritt im Hotel The Alpina für den Aargauer. Im Gegensatz zu einem grossen Konzert oder einem Festivalauftritt ist es ein naher und intimer Abend, «wo man auch Mal ‹Gesundheit› sagt, wenn jemand im Publikum niest.» Worauf Seven sich mit dem Auftritt genau einlässt, wusste er im Vorfeld noch nicht. Das Schöne an seinem Job sei, dass er nicht in eine Routine falle, sondern immer neue Situationen erleben dürfe: «Ich weiss noch nicht, wie es sich anfühlt, wie warm es ist, wie es riecht, welche Menschen es haben wird.» Gerade auf diese Ungewissheit habe er sich gefreut.
Am Abend herrschte eine ruhige und gemütliche Atmosphäre. Am Tisch direkt neben der Bühne sitzen drei Gäste. Im Gespräch mit dem Service bitten sie um einen Platz möglichst nahe an der Bühne – eigens für den Konzertabend seien sie angereist.
Ein eingespieltes Trio
Die langjährige Zusammenarbeit innerhalb der Band zeigt sich auch in den kleinen Momenten zwischen den Liedern. Vor einem Stück tauscht sich Seven mit Gitarrist Raphael Jakob kurz über das richtige Tempo aus. «Bei Livemusik muss das Tempo stimmen. Tempo und Timing sind alles – genau wie bei Witzen und der Liebe», meint er augenzwinkernd. Trotz aller Spontaneität sitzt jeder Einsatz. Doch nicht nur musikalisch lässt Seven seinen beiden Weggefährten Raum: Sowohl Gitarrist Raphael Jakob als auch Pianistin Rose Ann Dimalanta übernehmen im Verlauf des Abends je einen Song als Leadsänger.
Dass er über viele Jahre mit denselben Menschen zusammenarbeiten könne, sei für ihn alles andere als selbstverständlich: «Ich bin mir bewusst, dass ich das alles nicht alleine kann.»
Jeder Abend läuft anders
Dass jeder Konzertabend anders verläuft, macht für Seven den Reiz des Musikerlebens aus. Deshalb bleibt auch die Setlist bis zuletzt flexibel. Kurz vor Konzertbeginn oder während der Pause könne es vorkommen, dass er noch Änderungen vornehme. «Jeder Abend läuft anders», sagt er im Interview. Eines sei ihm dabei aber besonders wichtig: Das erste und das letzte Lied müssten einen Bogen über den Abend spannen. Dazwischen bleibe Platz für Spontaneität. «Beim Heimgehen soll man sich nicht ganz sicher sein können, was geplant und was spontan gewesen ist.» Genau so präsentiert sich auch der Abend auf der Terrasse des Hotels The Alpina. Alte Liebeslieder wechseln sich mit Coversongs und neuen deutschsprachigen Stücken ab. Wie viel Raum dabei für den Moment bleibt, zeigt sich, als Seven «I Can Let Go Now» von Michael McDonald ankündigt. Für ihn sei es eines der schönsten Lieder, die je geschrieben worden seien. Dann lacht er, zückt sein Smartphone und sagt: «Rose Ann kann es auswendig – ich nicht.»
Die Region entdecken
Der Konzertabend ist für Seven nicht das Ende seines Aufenthalts im Saanenland. Im Vorfeld verriet er, dass er nach der Nacht im Hotel die Region erkunden möchte. «Ich freue mich, am nächsten Tag ein bisschen die Umgebung zu entdecken.» Wenn ihn ein Auftritt an einen schönen Ort führe, sei er nicht derjenige, der am nächsten Morgen bereits um acht Uhr wieder nach Hause fahre.
Kurz bevor es über der Terrasse des Hotels eindunkelt, endet schliesslich auch der Konzertabend. Unter dem Applaus des Publikums verabschieden sich Seven, Raphael Jakob und Rose Ann Dimalanta von der Bühne.



