Nationalrat Wandfluh fordert Prüfung der ausserordentlichen Lage wegen Trockenheit
31.07.2026 PolitikMehr Schlachtungen wegen Futtermangels, eine rätselhafte Krankheit bei Milchkühen und die anhaltende Trockenheit: SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh aus Kandergrund fordert vom Bundesrat die Prüfung der ausserordentlichen Lage sowie einen höheren Milchpreis.
...Mehr Schlachtungen wegen Futtermangels, eine rätselhafte Krankheit bei Milchkühen und die anhaltende Trockenheit: SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh aus Kandergrund fordert vom Bundesrat die Prüfung der ausserordentlichen Lage sowie einen höheren Milchpreis.
SVP-Nationalrat Ernst Wandfluh aus Kandergrund fordert den Bundesrat auf, zu prüfen, ob die Voraussetzungen für die Ausrufung der ausserordentlichen Lage wegen der anhaltenden Trockenheit erfüllt sind. Damit sollen nach seiner Vorstellung rasch und unbürokratisch Massnahmen zur Unterstützung der Landwirtschaft eingeleitet werden können.
In einer Medienmitteilung bezeichnet Wandfluh die Situation für die Schweizer Landwirtschaft als existenziell. Er schreibt, das Niederschlagsdefizit seit April sei historisch hoch und mit den Dürrejahren 1976, 2003 und 2018 vergleichbar. Zudem würden Futter und Wasser vielerorts knapp. Laut Wandfluh wurden im vergangenen Monat rund 3500 Kühe mehr geschlachtet als im Vorjahr, weil Betriebe ihre Wintervorräte anzehren müssten. Wie die Newsplattform «Watson» unter Berufung auf aktuelle Zahlen von Proviande berichtet, wurden in den vergangenen vier Wochen über 31’000 Rinder und Kühe geschlachtet. Das sind rund 3500 Tiere mehr als im regenreicheren Sommer 2025. Allein in der vergangenen Woche wurden demnach 1353 Tiere der Kategorie Grossvieh mehr geschlachtet als in der entsprechenden Vorjahreswoche.
Zusätzlich verweist der Nationalrat auf eine noch nicht abschliessend geklärte Erkrankung bei Milchkühen. Diese führe nach seinen Angaben zu Einbussen bei der Milchproduktion sowie zu Aborten und Tierverlusten. «Ob Hitzestress, ein Virus oder andere Ursachen dahinterstecken, ist wissenschaftlich noch nicht geklärt», schreibt Wandfluh.
Sollte der Bundesrat die Voraussetzungen für eine ausserordentliche Lage als erfüllt beurteilen, soll nach Wandfluhs Vorstellungen die Armee in den besonders betroffenen Regionen unter anderem für Wassertransporte, Pumpeneinsätze, logistische Unterstützung von Landwirtschaft und Gemeinden sowie bei allfälligen Waldbränden eingesetzt werden können.
Neben den Forderungen an den Bundesrat richtet sich Wandfluh auch an die Milchbranche. Er verlangt eine Erhöhung des Milchpreises um mindestens vier Rappen pro Kilogramm Milch. Er begründet dies mit einer aus seiner Sicht veränderten Marktlage infolge von Notschlachtungen und krankheitsbedingten Produktionsausfällen sowie mit den zusätzlichen Belastungen der Milchproduzentinnen und Milchproduzenten durch Trockenheit und Futtermangel.
«Unsere Landwirtschaft braucht jetzt rasche und unbürokratische Unterstützung. Es geht darum, die Tierbestände zu sichern, die Lebensmittelproduktion aufrechtzuerhalten und unsere Versorgungssicherheit nicht zu gefährden. Jetzt ist entschlossenes Handeln gefragt», wird Wandfluh in der Mitteilung zitiert.
PD/JOP
