Neue Gesichter im Medic Center Gstaad
24.04.2026 LeserbriefeIm «Anzeiger von Saanen» vom 17. April fällt ein Inserat mit obenstehender Überschrift auf. Ein Farbfoto stellt die Ärztin Dr. med. Cristina-Alexandra Gruia und den Arzt Dr. med. Jens Rohrbeck vor.
Als ehemaliger Schönrieder Arzt für Allgemeine Medizin ...
Im «Anzeiger von Saanen» vom 17. April fällt ein Inserat mit obenstehender Überschrift auf. Ein Farbfoto stellt die Ärztin Dr. med. Cristina-Alexandra Gruia und den Arzt Dr. med. Jens Rohrbeck vor.
Als ehemaliger Schönrieder Arzt für Allgemeine Medizin FMH frage ich mich: Geht es hier um Gesichter, um Bilder oder um Information? Hatte ich im Dezember 1990 meine Praxiseröffnung mit einem Foto von mir angekündigt? Sollte es irgendjemanden zwischen Gsteig und Saanenmöser kümmern, ob ich blond, gross gewachsen oder Brillenträger bin? Ging es nicht einzig und allein darum, meine zukünftigen Patientinnen und Patienten präzise wissen zu lassen, welche fachliche Weiterbildung nach dem Studium und dem Staatsexamen ich absolviert hatte? Waren es nicht gerade diese rein berufsbezogenen Angaben, die erkrankte Leute ermunterten, sich erstmals einem «Praxisneuling» anzuvertrauen? Und übrigens: War diese Art der Bekanntmachung in medizinischen Kreisen damals nicht gang und gäbe – vielleicht gar halbwegs Pflicht?
Aus meinem – übrigens kaum grösseren – Inserat erfuhren die Interessierten, dass ich in den acht Jahren als Assistenzarzt an verschiedenen Kantonsspitälern Gynäkologie/Geburtshilfe und Innere Medizin absolviert hatte, ausserdem Chirurgie, Psychiatrie, Dermatologie (Hautkrankheiten), Geriatrie und zudem noch Rechtsmedizin an der Uni Bern – frühere Bezeichnung «Gerichtsmedizin». Im Jahr vor dem Praxisstart hatte ich zudem drei Praxisvertretungen im Unterland übernommen.
Zum Facharzttitel FMH für Allgemeine Medizin waren «nur» fünf Jahre Assistenzzeit mit teilweise obligatorischen Fächern nötig. Hingegen hatte ich den Anspruch, als Landarzt auch eine unerwartete Geburt im Chalberhöni leiten zu können oder bei einer schwerst depressiven Person die Selbstmordgedanken rechtzeitig zu erkennen und dementsprechend zu handeln.
Mein dringlicher Wunsch an die Verantwortlichen der Espace Health Group AG: Bitte teilen Sie der Bevölkerung des Saanenlandes ausführlich mit, welche Weiterbildungen Ihre neuen Angestellten Dr. Cristina-Alexandra Gruia und Dr. Jens Rohrbeck nach dem Abschluss ihres Medizinstudiums absolviert haben. Damit bauen Sie weit mehr Vertrauen ins Medic Center Gstaad auf als bloss mit farbigen Porträts.
DR. MED. WALTER RAAFLAUB, SCHÖNRIED
