«Neuer Schwung für das Museum Saanen»
12.05.2026 KulturDas wünschte die Saaner Gemeindepräsidentin Petra Schläppi in ihrem Grusswort anlässlich der Hauptversammlung des Museums der Landschaft Saanen. Dieser angedachte neue Schwung wurde nebst den üblichen Geschäften zum Hauptthema des Abends. In seinem ...
Das wünschte die Saaner Gemeindepräsidentin Petra Schläppi in ihrem Grusswort anlässlich der Hauptversammlung des Museums der Landschaft Saanen. Dieser angedachte neue Schwung wurde nebst den üblichen Geschäften zum Hauptthema des Abends. In seinem Jahresbericht ging Präsident Stephan Jaggi auf wesentliche Punkte der Strategie, wie das Museum erfolgreich in die Zukunft geführt werden könnte, ein.
VRENI MÜLLENER
Die Weiterentwicklung «ihres» Museums stiess auf reges Interesse: Über 60 Personen trugen sich an diesem Abend auf der Präsenzliste ein. Carmen Simon, Museumsleiterin des «Chüechlihus» in Langnau, bot denn auch gleich einen Senkrechtstart mit ihrem professionellen Referat über die Neuorganisation des Regionalmuseums im Emmental. Die engagierte Museumswissenschafterin erzählte, wie sich das «Chüechlihus» unter ihrer Leitung innerhalb von fünf Jahren zu einem attraktiven Ausflugsziel entwickelte.
Die Zeiten ändern sich
«Seit der Eröffnung des Museums 1999 und der Einweihung des Erweiterungsbaus und der Glockenausstellung wurde an der Betriebsführung als auch an der permanenten Ausstellung kaum Änderungen vorgenommen», las Stephan Jaggi aus seinem Jahresbericht.
Die Museumsführung könne nicht mehr im Milizsystem bewältigt werden. Regula Hauswirth möchte auf Ende Jahr zurücktreten, eine Nachfolgelösung sieht der Vorstand nur in der Neuschaffung einer bezahlten 60-Prozent-Stelle.
Interaktive und digitale Ausstellungskonzepte sowie moderne Informationssysteme gehören heute zu einem attraktiven Angebot. Um diesen Veränderungsprozess anzugehen, wurden zwei Arbeitsgruppen gebildet: Die eine Gruppe widmet sich den Themen Betriebsführung und Archiv, die Modernisierung und die Neugestaltung wird die zweite Gruppe beschäftigen. Debora Leuenberger und Luzia Rothen-Kunz so wie Hans-Heini Winterberger haben sich anerboten, die Vorstandsmitglieder in diesen Prozessen zu begleiten.
Finanzierung aufgegleist
Um die Kosten einer bezahlten Teilzeitstelle abdecken zu können, haben die drei Trägergemeinden Saanen, Gsteig und Lauenen bereits ihre Unterstützung zugesagt. Die räumlichen Änderungen und technische Erneuerungen können mit dem Teil des Nachlasses, den die verstorbene Mitbegründerin Steffi Berchten dem Museum vermacht hat, gedeckt werden. Moderate Preiserhöhungen für die Eintritte und bei den Mitgliederbeiträgen werden ebenfalls helfen, finanziell über die Runden zu kommen. Dieses Erneuerungskonzept überzeugte die Anwesenden, so dass die Abstimmung darüber eine reine Formsache war.
Freie Mitarbeit ist Gold wert
Seit 2010 investierte Regula Hauswirth zusammen mit ihrem Ehemann Heini unzählige ehrenamtliche Stunden für die Organisation und Leitung des Museums. Engagiert berichtete sie über den Museumsbetrieb und dankte den Museumshüter:innen, den Museumsführer:innen und den immer wieder motivierten Putzfreudigen. «Eure ehrenamtlichen Einsätze sind für das Museum Gold wert, bei einem Stundenlohn von 25 Franken würden eure Einsätze den Betrieb mit 17’750 Franken belasten!» lobte Hauswirth. An 152 Öffnungstagen seien 949 Personen begrüsst worden. Gruppenführungen, Versammlungen und eine Vernissage brachten Abwechslung in den Betrieb.
Unbestrittene Geschäfte
Regula Kohler amtierte neu als Kassierin. Sie musste ihre erste Vereinsrechnung mit einem Verlust von Fr. 19’454.80 abschliessen. Begründet wurde diese Zahl durch den Kauf von elf schönen Schopferglocken, die bislang dem Museum als Leihgabe zur Verfügung standen. In Abwesenheit wurde der Schreiner Markus Steiner neu in den Vorstand gewählt.
Ausser den zukunftsorientierten Geschäften des Vorstandes lief der Museumsbetrieb normal. Die Ausstellung des Generationenwerks von Fritz und Denise Schwizgebel wird verlängert und noch während der Sommersaison bis Mitte Oktober zu bewundern sein.
SO KÖNNTE DIE VERÄNDERUNG AUCH IN SAANEN AUSSEHEN: BEISPIEL REGIONALMUSEUM CHÜECHLIHUS, L ANGNAU:
Das Chüechlihus ist ein lebendiger Kulturort, wo Einheimische und Gäste aufeinandertreffen. Wechselnde Ausstellungen und Projekte laden zum Hinschauen und Hinhören, zum Mitmachen und Mitbestimmen ein und regen zum Nachdenken und Diskutieren an, wie das Regionalmuseum auf seiner Homepage schreibt. Damit das Regionalmuseum Chüechlihus auch in Zukunft lebendig, neugierig und überraschend bleibt, wurde die Dauerausstellung umgestaltet. Seit dem Sommer 2025 erscheint der Eingangs- und Introbereich neu und der Dauerausstellung wurde frischer Schwung verliehen. So wurde Raum für neue Geschichten, unerwartete Perspektiven und spannende Begegnungen geschaffen. Ziel war es, die Dauerausstellung zu modernisieren, den Eingangsbereich neu zu positionieren und neue Introräume zu schaffen, die Geschichte, Gegenwart und Kultur des Emmentals lebendig vermitteln. So wurde verstärkt auf multimediale Formate sowie die Beteiligung der Bevölkerung gesetzt. Besuchende sollen im ersten Raum bereits eine Übersicht über die Themen im Regionalmuseum Chüechlihus erhalten. Zudem sollen neue und alte Geschichten, welche das Emmental prägen, einen Platz erhalten. Durch neue multimediale Formate wie ein Film und Audios können neue Perspektiven ermöglicht werden.
Gemeinsam gestaltet
Viele Emmentaler:innen haben das Regionalmuseum beim Umbau unterstützt. «Sie haben uns verraten, welche Menschen, Orte und Klänge für sie typisch Emmental sind. Diese Stimmen und Erinnerungen fliessen in die neuen Räume ein – und machen das Museum zu einem Ort, der die Region so zeigt, wie sie wirklich ist: vielfältig, überraschend und nahbar», so das Museum. Auch in Zukunft soll die Bevölkerung mitsprechen können, wie sich das Museum und die Ausstellungen verändern.
VMU

