Ostermarkt in Saanen: ein Einblick in das lokale Leben
08.04.2026 SaanenWenn in Saanen der Winter langsam weicht, wird der Ostermarkt zum Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Zwischen Handwerk, regionalen Produkten und spontanen Begegnungen zeigt sich das Dorfleben von seiner unkomplizierten Seite.
IRINI PAPANDREOU
Der ...
Wenn in Saanen der Winter langsam weicht, wird der Ostermarkt zum Treffpunkt für Einheimische und Gäste. Zwischen Handwerk, regionalen Produkten und spontanen Begegnungen zeigt sich das Dorfleben von seiner unkomplizierten Seite.
IRINI PAPANDREOU
Der Ostermarkt in Saanen wirkt weniger wie eine Veranstaltung, sondern eher wie etwas, das jedes Jahr ganz selbstverständlich stattfindet, wenn der Winter langsam zu Ende geht. Im Zentrum des Dorfes gelegen und umgeben von den Berner Alpen, bringt er Einheimische, kleine Unternehmen und Besuchende auf eine unkomplizierte und ungezwungene Weise zusammen.
Entlang der Strassen reihen sich Stände mit handgefertigten Produkten, Lebensmitteln und kleinen Kunsthandwerken. Doch besonders auffällig ist nicht unbedingt das Angebot, sondern die Atmosphäre. Menschen bleiben stehen, um sich zu unterhalten, Kinder bewegen sich frei über den Platz und Gelächter liegt in der Luft.
Erfolgreiche Ostereiersuche
An einem Punkt versammelten sich Kinder zu einer Ostereiersuche. Sie verteilten sich über den Platz, suchten mal sorgfältig, mal weniger und verglichen ihre Funde miteinander. Es war einfach, ein wenig chaotisch, aber zugleich sehr authentisch und sinnbildlich für den Tag.
Kreatives Schaffen, eifriges Gewerbe
Ich sprach mit Eva Pumpure, die Pumpurs Art betreibt, ein Grafikdesign- und Illustrationsstudio aus Gstaad. Sie begann ihr Geschäft in Lettland und ist seit rund zehn Jahren selbstständig. Vor fast vier Jahren zog sie in die Schweiz und baute ihre Tätigkeit hier weiter aus. Was mit Grafikdesign und einem Onlineshop begann, hat sich inzwischen zu Druckdienstleistungen und Branding für lokale Unternehmen entwickelt, darunter Geschäfte und Fahrzeuge. Zukünftig möchte sie ihre Angebote im Bereich Grafik- und Webdesign weiter ausbauen, insbesondere für die lokale Gemeinschaft.
In der Nähe traf ich auch Christine Müller, eine Malerin, die sich erst nach ihrer Pensionierung ganz der Kunst gewidmet hat. Heute schafft sie traditionelle Schweizer Malereien, etwas, das sie schon lange verwirklichen wollte. Auch Léonie Müller – Mitglied von Saanen Aktiv, die den Markt organisiert haben – war mit ihrem Laden Gybi mit einem Stand vertreten und brachte eine Auswahl an Osterartikeln aus ihrem Geschäft mit, die dem Markt eine zusätzliche saisonale Note verliehen.
Ein weiterer Stand gehörte «L’Histoire», einem Karamell-Familienunternehmen, das 1997 im Pays-d’Enhaut gegründet wurde. Yvette und Gérald Hoffer legten den Grundstein, heute wird das Unternehmen von ihrer Tochter Alexandra Yersin-Hoffer und ihrem Mann Bernard weitergeführt. Der Fokus liegt weiterhin auf traditionellen Rezepten und handwerklicher Qualität.
Kulinarisch wurde ebenfalls viel geboten, insbesondere lokaler Käse und Wein. Dort traf ich auch Claudio de Giorgi, den Direktor von ExCellar, einem Unternehmen, das sich auf Weinexpertise, Rückverfolgbarkeit und Lagerung spezialisiert hat.
Auch der Frauenverein Saanen war vertreten und sammelte Spenden für Kinder in Not, indem er Kuchen und handgemachte Produkte verkaufte. Mit über 900 Mitgliedern zeigt sich hier ein starkes Engagement innerhalb der Gemeinschaft.
Was nach einigen Stunden vor allem bleibt, ist der Eindruck, wie selbstverständlich alles wirkt. Es gibt nichts Inszeniertes, sondern einfach Menschen, die teilen, was sie machen und wissen, und ein wenig Zeit miteinander verbringen. Genau diese Einfachheit scheint den Ostermarkt in Saanen auszuzeichnen.






