Die Schweizer Autorin Martina Clavadetscher liest anlässlich des Literarischen Herbsts Gstaad am Donnerstag, 1. Oktober, im Hotel Gstaaderhof aus ihrem Buch «Die Schrecken der anderen».
Ein Junge stösst beim Schlittschuhlaufen auf einen Toten im Eis ...
Die Schweizer Autorin Martina Clavadetscher liest anlässlich des Literarischen Herbsts Gstaad am Donnerstag, 1. Oktober, im Hotel Gstaaderhof aus ihrem Buch «Die Schrecken der anderen».
Ein Junge stösst beim Schlittschuhlaufen auf einen Toten im Eis und den Beginn einer sonderbaren Geschichte.
Da ist Kern, ein schwerreicher Erbe, der nicht länger ignorieren kann, dass seine Augen schwächer werden. Doch will er überhaupt klar sehen? Da ist Kerns 100-jährige Mutter, die noch immer mit brutaler Konsequenz die Fäden in der Hand hält. Da ist Schibig, ein einsamer Archivar, der sich mitreissen lässt von Rosa, der Alten aus dem Wohnwagen, die an den eigentlich unspektakulären Vorfällen ein spektakuläres Interesse hat – weil sie versteht, dass nichts je ins Leere läuft, sondern alles miteinander verbunden ist: Der Tote im Eis, die Zylinderherren im Gasthof Adler, Kerns Frau, die sich weigert, Kreide zu essen, ein geplantes Mahnmal, bedrohliche Bergdrachen und andere hartnäckige Legenden.
Martina Clavadetscher begibt sich ins Dunkel der Geschichte und Gesellschaft, wo das Unerzählte lauert.
Schicht für Schicht trägt sie ab, um zur historischen Wahrheit vorzudringen. Sie zeigt, dass Dulden die scheinheiligste Form des Verbrechens ist, weil es keinen Widerstand kennt. Sie lässt uns begreifen, dass wir die Geschichte zwar nicht weiterspinnen, aber ihre vergessenen Fäden ins Sichtbare ziehen können. Was sie erzählt, könnte die Geschichte jedes Menschen sein. In jedem Land, zu jeder Zeit. Solange niemand aus den Schrecken der anderen lernt.
LITERARISCHER HERBST GSTAAD
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