Philippe Marmet: «Gute Bildung ist essenziell»
04.08.2026 SaanenDie traditionelle Nationalfeier fand dieses Jahr auf dem Sanonaplatz statt. Im Fokus der Ansprache von Festredner Philippe Marmet stand die Bildung – eine der ganz grossen Stärken der Schweiz, wie er betonte. Musikalisch umrahmt wurden die Feierlichkeiten von der ...
Die traditionelle Nationalfeier fand dieses Jahr auf dem Sanonaplatz statt. Im Fokus der Ansprache von Festredner Philippe Marmet stand die Bildung – eine der ganz grossen Stärken der Schweiz, wie er betonte. Musikalisch umrahmt wurden die Feierlichkeiten von der «Chällermusig», den« Örgeli-Fründä Ritzgrat», der Alphorngruppe Gstaad und der Brass Band «Harmonie Saanen», welche das Fest eröffnete und zum Abschluss auch den Fackelumzug anführte.
ANITA MOSER
Im Namen der Dorforganisation Saanen und der Kulturkommission Saanen begrüsste Michel Zysset, Co-Präsident der Dorforganisation Saanen, die vielen Anwesenden auf dem Sanonaplatz. Für ihn sei der 1. August nicht nur ein Feiertag, sondern auch ein Anlass, innezuhalten und darüber nachzudenken, was uns verbinde, was man unter Gemeinschaft verstehe, sagte Michel Zysset. Für ihn beginne die Antwort ganz klar nicht im Kanton, auch nicht in Bern. «Sie beginnt hier in Saanen», so Zysset. Hier sei er geboren, hier sei er aufgewachsen, hier habe er die Schulen besucht und hier habe er erlebt, wie selbstverständlich man Verantwortung übernehme, sei es in Vereinen, in der Nachbarschaft, in der Familie. «Auf das dürfen wir stolz sein. Nicht, weil mir meinen, wir seien besser als andere. Sondern weil wir wissen, was hinter unserer grossen Lebensqualität steckt: Vertrauen, Zusammenhalt und Verantwortung.» Um diese Werte zu erhalten, brauche es Menschen, die bereit seien, sich einzubringen, manchmal ganz still und selbstverständlich, Tag für Tag.
Respekt, Offenheit und Verständnis
Schon die Gründerväter der Eidgenossenschaft hätten erkannt, dass man zusammen stärker sei als jeder für sich alleine, betonte Festredner und Gemeinderat Philippe Marmet (glp). Dieses Zusammenstehen habe die Schweiz zu dem gemacht, was sie heute sei. «Seit Generationen ist es in unserem Land Tradition, dass man mit Respekt, Offenheit und Verständnis miteinander umgeht. Nicht mit Abschottung, sondern mit Offenheit.» Das Saanenland sei ein gutes Beispiel dafür, Traditionen zu erhalten, ohne sich vor Veränderungen zu verschliessen. «Wir gestalten ein offenes Zusammenleben sowohl mit den Touristinnen und Touristen aus aller Welt als auch mit all jenen, die hier arbeiten und wohnen und damit unsere Wirtschaft unterstützen.» Doch all das funktioniere nur mit einer guten Basis, nämlich mit der Bildung, diese sei essenziell. «Wer eine gute Bildung hat, ist selbstständig, unabhängig, nicht einfach zu beeinflussen, eigenständig und hilft damit, unsere Demokratie mitzutragen.» Weltweit werde die Schweiz für das duale Bildungssystem beneidet. «Darum müssen wir unbedingt dazu Sorge tragen», betonte Marmet.
Die Welt verändere sich, unsere Gesellschaft werde vielfältiger und damit veränderten sich auch die Ansprüche an die Schule. «Darum brauchen wir in unseren Schulhäusern mehr Platz, nicht nur für Klassenzimmer, sondern auch für zusätzliche Gruppenräume und für neue Bedürfnisse wie Tagesschulen.» Die Gemeinde sei daran, Lösungen zu entwickeln, damit die hiesige Schulinfrastruktur auch in Zukunft den Ansprüchen entspreche. Er hoffe, so der Präsident der Bildungskommission, «dass i de ds einta oder andere umboute Schuelhus cha hälfe yweihe». Im Weiteren wies er auf das attraktive Lehrstellenangebot im Saanenland hin sowie auf das Gymnasium, das es seit bereits 21 Jahren im Saanenland gibt.
Gute Bildung – Basis für Innovationen
Dem guten Bildungssystem verdanke die Schweiz viele gute und kompetente Fachkräfte – und Innovationen, so Marmet. «Es macht mich manchmal stolz, wenn ich überlege, was alles in der Schweiz erfunden wurde.» Und die Kreativität habe auch vor dem Saanenland nicht Halt gemacht. Man denke nur an all die Events, die von innovativen und mutigen Leuten initiiert und umgesetzt worden seien. Sehr zukunftsweisend, aber nicht unumstritten, sei vor 15 Jahren das Sanonaprojekt (die Umfahrung Saanen) umgesetzt worden. «Und wir sind uns heute alle einig, dass es das einzig Richtige für Saanen war.»
Auch aktuell seien mit der Concert Hall und dem Generationenprojekt der Bergbahnen erneut Projekte in Planung, welche wichtig seien, um das Saanenland weiterzuentwickeln.
«Zämehäbe»
Damit nachhaltige Projekte entstehen können, brauche es Leute, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen: Bürger:innen, Unternehmer:innen, Politiker:innen, Lehrer:innen, Leiter:innen von Vereinen usw. «Alle, die bereit sind, unsere Gesellschaft zu tragen und weiterzubringen. Leute, die mit Respekt, Offenheit, positiver Einstellung, gesundem Menschenverstand und – da schliesst sich der Kreis – mit guter Bildung durchs Leben gehen.» Und das stimme ihn positiv: «Trotz international schwieriger Zeiten haben wir in unserem Land gute Voraussetzungen, dass wir miteinander und mit unseren verlässlichen europäischen Partnern eine erfolgreiche Zukunft haben werden.» Es gebe immer wieder neue Herausforderungen, wie Klimaschutz, demografische Verschiebungen, künstliche Intelligenz… «Wir werden sie zusammen anpacken und quer durch unsere Parteienlandschaft gute Lösungen finden.» Letztlich gehe es um den Zusammenhalt, ums «Zämestah und Zämehäbe».
Nationalhymne und Lampionumzug
Im Anschluss an die Festansprache spielte die Brass Band «Harmonie» Saanen (BBHS) den Berner Marsch und die Nationalhymne. Danach formierte sich der Lampionumzug. Er wurde angeführt von der BBHS, dahinter folgten die Ehrengäste, Kinder mit ihren Lampions (mit elektrischen Kerzen), Familien und Festbesucher:innen.
Musikalisch umrahmt wurden die Feierlichkeiten auf dem Sanonaplatz von der BBHS und der Alphorngruppe Gstaad. Am Nachmittag unterhielt die «Chällermusig» mit Samira, Fiona, Simon, Adrian und Anders, vor und nach der Feier sorgten die «Örgeli-Fründä Ritzgrat» für Stimmung.
ABENDPROGRAMM IN ABGESAGT
Die für den 1. August auf dem Lätzgüetli geplante Feier mit Gemeinderat Elio von Grünigen als Festredner fand nicht statt. Co-Dorforganisationspräsident Bernhard Hauswirth bestätigte auf Anfrage, dass das Abendprogramm kurzfristig abgesagt wurde: Wegen des Feuerverbots hätte der Fackel- und Laternenumzug nicht stattfinden können.
SWO




