Planung für Sport- und Kulturzentrum Gstaad schreitet voran
17.03.2026 GstaadDas Grossprojekt für das neue Sport- und Kulturzentrum Gstaad kommt voran. Für die Modernisierung des Sportzentrums wurde das Bieler Büro Sollberger Bögli Architekten als Generalplaner bestimmt. Gleichzeitig laufen die Vorprojektarbeiten, die eng mit den Planungen der ...
Das Grossprojekt für das neue Sport- und Kulturzentrum Gstaad kommt voran. Für die Modernisierung des Sportzentrums wurde das Bieler Büro Sollberger Bögli Architekten als Generalplaner bestimmt. Gleichzeitig laufen die Vorprojektarbeiten, die eng mit den Planungen der geplanten Concert Hall abgestimmt werden.
Die Verantwortlichen des zukünftigen Sport- und Kulturzentrums sind fleissig am Planen, Absprechen, Arbeiten und Gestalten. Viele Parteien sind involviert, viele Interessen vertreten und alle zusammen haben sie ein gemeinsames Ziel: einen Ort kreieren, an dem Kultur, Sport und Freizeitaktivitäten stattfinden können. In einer aktuellen Medienmitteilung informieren die Verantwortlichen über die neuesten Entwicklungen.
Generalplaner-Team steht: Sollberger Bögli Architekten aus Biel
Über ein selektives Planerwahlverfahren wurde der bestgeeignete Generalplaner – qualitativ und wirtschaftlich – für die Modernisierung des Sportzentrums ermittelt. Den Zuschlag erhielt die Sollberger Bögli Architekten AG aus Biel, ein Büro mit 13 Mitarbeitenden und Sitz im zweisprachigen Biel. Wie die Verantwortlichen schreiben, realisierte das Architekturbüro in über 25 Jahren Tätigkeit eine breite Bandbreite an Projekten – von Stadien sowie Sport- und Mehrzweckhallen bis hin zu spezialisierten Aufgaben wie einem Buszentrum oder dem Umbau eines Fabrikgebäudes zu einer Schule.
«Die Philosophie des Büros: Von der ersten Idee an werden Architektur, Ort und Nutzung zu einem stimmigen Projekt verbunden. Komplexe Aufgabenstellungen und anspruchsvolle Rahmenbedingungen versteht das Team als Antrieb, naheliegende, jedoch niemals gewöhnliche Lösungen zu entwickeln.»
Als Generalplaner verfügt Sollberger Bögli über langjährige Erfahrung und realisiert derzeit in dieser Rolle zwei Sporthallenprojekte in vergleichbarem Umfang wie die Modernisierung des Sportzentrums Gstaad, wie die Verantwortlichen weiter informieren. Das Team werde das Projekt in enger Zusammenarbeit mit Herzog & de Meuron, den Architekten der Concert Hall, umsetzen.
Vorprojektarbeiten laufen planmässig
Des Weiteren seien die Vorprojektarbeiten seitens Modernisierung Sportzentrum im Gange und entsprächen dem Zeitplan. Die ersten Vorprojektpläne seien ausgearbeitet und würden laufend angepasst sowie mit dem Architektenteam Herzog & de Meuron abgeglichen. «Es konnte bereits viel aufgearbeitet werden», bestätigt die Projektleitung des Sportzentrums Gstaad.
Der Hauptfokus der Modernisierung liege darauf, das bestehende Angebot aufrechtzuerhalten und gleichzeitig einen Mehrwert für Veranstaltende zu erreichen. Der Sport- und Fun-Bereich bleibe das Hauptangebot der Multifunktionshalle mit moderner Infrastruktur für Tennis, Padel und weitere Sportarten sowie attraktiven Freizeitangeboten für alle Altersgruppen.
«Für Eventveranstaltende werden gute und bezahlbare Eventflächen geschaffen, die in kürzester Zeit mit einfachen Mitteln und einem Low-Budget genutzt werden können», heisst es weiter. Die Event-Infrastrukturen seien gut miteinander verbunden und würden in Zukunft vielfältige Möglichkeiten für abwechslungsreiche und attraktive Veranstaltungen bieten.
Besonders wichtig für das Sportzentrum sei die optimale Integration des bestehenden Hauptgebäudes des Sportzentrums (Hallenbad und Curling) in das Gesamtprojekt. «Diese Verzahnung wird in der aktuellen Planungsphase sorgfältig ausgearbeitet.» Sobald das Bauprojekt der Sport- und Eventhalle mit einem Kostenvoranschlag (+/– 10 Prozent) vorliege, könne der Gemeinderat darüber beschliessen, einen entsprechenden Gemeindebeitrag der Gemeindeversammlung vorzulegen.
Enge Zusammenarbeit zwischen Concert Hall und Sportzentrum
Laut den Verantwortlichen würden die beiden Architektenteams der Concert Hall (Herzog & de Meuron) und der Modernisierung des Sportzentrums (Sollberger Bögli Architekten AG) in einem engen Austausch zusammenarbeiten. «Die projektübergreifenden Komponenten und deren Abstimmung erfordern eine fundierte Planung und Koordination.» Konkret finden wöchentliche Sitzungen unter den beiden Planungsteams statt. Zusätzlich gibt es ein Gesamtkoordinationsgefäss, in dem alle Parteien zusammenkommen, um sämtliche Schnittstellen abzudecken. Die Nichtständige Baukommission der Gemeinde Saanen – zusammengesetzt aus je zwei Vertretungen der Stiftung Concert Hall, des Sportzentrums Gstaad und der Gemeinde Saanen sowie Beratende und Planende – trifft sich einmal monatlich und fungiert als zentrales Entscheidungsgremium für das Gesamtprojekt.
«Die Projektteams verfolgen phasengerecht die Baukosten. Neben den funktionalen und architektonischen Zielsetzungen steht auch die Wirtschaftlichkeit bei der Planung im Vordergrund», heisst es in der Medienmitteilung.
Voraussichtliche Nutzung bestehender Eventräumlichkeiten
Die heutige Tennishalle sowie das bestehende Festivalzelt stehen voraussichtlich bis zum Herbst 2027 zur Nutzung zur Verfügung. Das bedeutet: Sportlerinnen und Sportler, Veranstaltende und Kulturliebhabende können die bestehenden Einrichtungen während der gesamten Planungs- und Bewilligungsphase nutzen. «Erst mit dem tatsächlichen Baubeginn werden die alten Gebäude geschlossen. Sollte sich der Baubeginn verzögern, bleiben die bestehenden Einrichtungen entsprechend länger nutzbar», so die Verantwortlichen.
Für das Menuhin Festival, das auch während der Bauphase die traditionellen Konzerte in den Kirchen der Region durchführen wird, würden derzeit alternative Austragungsorte für die bisherigen Konzerte im Festivalzelt geprüft.
Petra Schläppi neu im Stiftungsrat Concert Hall
Neu im Stiftungsrat der Stiftung Concert Hall ist Petra Schläppi. Sie übernimmt den Sitz und das Präsidium der Stiftung von Toni von Grünigen, der per 31. Dezember 2025 aus dem Stiftungsrat austrat. Weitere Mitglieder sind Hansueli Tschanz und Marcel Bach. Letzterer ist zugleich Präsident der Nichtständigen Baukommission des Gesamtprojekts.
PD/JOP
WAS WIRD GEBAUT?
Die Multifunktionshalle des Sportzentrums Gstaad und die Gstaad Concert Hall sind zwei eigenständige, eng verbundene Projekte. Die Multifunktionshalle wird durch die Gemeinde Saanen und die Sportzentrum Gstaad AG finanziert, die Concert Hall durch private Investoren und Mäzene über die Stiftung Concert Hall.
Concert Hall, Sport- und Eventhalle, ein unterirdisches verbundenes Parking, eine öffentliche Parklandschaft sowie die Bestandbauten sind Teil eines Masterplans mit dem Ziel einer ganzjährigen und nachhaltigen Aufwertung der Sport-, Freizeit- und Kulturinfrastruktur. Sie sind öffentlich zugänglich und können einzeln oder gemeinsam für Events genutzt werden. «Diese Flexibilität macht Gstaad als Veranstaltungsort künftig noch attraktiver – für Einheimische wie für Gäste aus aller Welt», schreiben die Verantwortlichen.
PD/JOP
RÜCKBLICK: VON DER VISION ZUR KONKRETEN PLANUNG
Seit der ersten Informationsveranstaltung im April 2024 hat das Projekt Sport- und Kulturzentrum Gstaad wichtige Etappen durchlaufen. Die Gesamtüberbauung auf der Saanematte umfasst die Multifunktionshalle als Ersatz für die sanierungsbedürftige Tennishalle sowie die Gstaad Concert Hall, welche das ebenfalls in die Jahre gekommene Festivalzelt ersetzen soll.
An der Generalversammlung des Sportzentrums im März 2025 wurde Aktionärinnen und Aktionären der detaillierte Planungsvorgang vorgestellt. Wenig später, am 4. April 2025, stimmte die Bevölkerung von Saanen der Erhöhung des Gemeindebeitrags für die Planungskosten der Sport- und Eventhalle deutlich zu. Damit war die Finanzierung der professionellen Planungsarbeiten gesichert und die Beauftragung von Fachplanern und Spezialisten möglich.
Im September 2025 folgte ein weiterer wichtiger Schritt: Die Gemeindeversammlung genehmigte die Änderung der Zone mit Planungspflicht (ZPP) B3 für die Saanematte. Diese raumplanerische Anpassung mit der Überbauungsordnung Nr. 44 soll die rechtlichen Voraussetzungen für die Realisierung des Gesamtprojekts schaffen.
PD/JOP

