Regierungsrat lehnt Ernährungsinitiative ab
28.08.2026 KantonAm 27. September stimmt die Schweiz über die Ernährungsinitiative ab. Wie der Regierungsrat des Kantons Bern in einer Medienmitteilung schreibt, empfiehlt er die Vorlage zur Ablehnung. Auch Bundesrat, Parlament sowie eine grosse Mehrheit der Parteien und Verbände lehnen die ...
Am 27. September stimmt die Schweiz über die Ernährungsinitiative ab. Wie der Regierungsrat des Kantons Bern in einer Medienmitteilung schreibt, empfiehlt er die Vorlage zur Ablehnung. Auch Bundesrat, Parlament sowie eine grosse Mehrheit der Parteien und Verbände lehnen die Initiative ab. Als grösster Agrarkanton der Schweiz wäre Bern von einer Annahme besonders stark betroffen.
Die Volksinitiative «Für eine sichere Ernährung – durch Stärkung einer nachhaltigen inländischen Produktion, mehr pflanzliche Lebensmittel und sauberes Trinkwasser (Ernährungsinitiative)» verlangt Massnahmen zur Erhöhung der inländischen Lebensmittelproduktion und zur Sicherung der Trinkwasserressourcen. Die Landwirtschaft soll auf die Produktion und den Konsum von pflanzlichen statt tierischen Lebensmitteln ausgerichtet werden. Zudem fordert die Initiative Massnahmen zum Erhalt der Biodiversität und der Bodenfruchtbarkeit.
Kanton Bern wäre stark betroffen
Die Auswirkungen einer Annahme wären laut Regierungsrat im Kanton Bern besonders stark spürbar, da die Landwirtschaft hier eine überdurchschnittliche wirtschaftliche und gesellschaftliche Bedeutung habe. Vor allem in Hügel-, Berg- und Alpgebieten sei die Tierhaltung wichtig, weil sich die landwirtschaftlichen Flächen dort nicht für den Ackerbau eigneten. Kühe, Schafe und Ziegen frässen das dort wachsende Gras und machten es in Form von Milch und Fleisch für die menschliche Ernährung nutzbar. Gleichzeitig trügen sie dazu bei, die Kulturlandschaft zu erhalten.
Weil die Initiative eine stärkere Ausrichtung der Landwirtschaft auf pflanzliche Lebensmittel sowie eine markante Erhöhung des Selbstversorgungsgrads verlange, wären gemäss Regierungsrat viele Landwirtschaftsbetriebe in ihrer Existenz bedroht oder müssten ihre Produktion komplett neu ausrichten.
Anliegen teilweise berücksichtigt
Der Regierungsrat unterstützt grundsätzlich die Weiterentwicklung der Agrarpolitik ab 2030 (AP30+), die der Bundesrat voraussichtlich im Herbst 2026 in die Vernehmlassung geben wird. Damit würden die Wertschöpfung in der Land- und Ernährungswirtschaft gestärkt und die landwirtschaftlichen Betriebe administrativ entlastet.
Gleichzeitig soll die Vorlage die Ernährungssicherheit erhöhen und den ökologischen Fussabdruck der Branche reduzieren. Damit würden zentrale Anliegen der Ernährungsinitiative aufgenommen, laut Regierungsrat jedoch mit erreichbaren Zielen und einem realistischen Zeitrahmen.
PD/AMO
