Renate Bach neu im Kirchgemeinderat

  12.12.2024 Gstaad

Gesunde Finanzen, ein vervollständigter Kirchgemeinderat und Spannendes von der Baustelle beim Pfarrhaus Saanen – die Versammlung der reformierten Kirchgemeinde Saanen-Gsteig beliess den zweiten Adventssonntag als einen ruhigen, friedvollen Sonntag.

JENNY STERCHI
Pfarrer Bruno Bader hatte seine Predigt am zweiten Adventssonntag in der St.- Niklaus-Kapelle Gstaad mit diesen Worten beendet: «Ich wünsche Ihnen einen inspirierenden zweiten Advent. Bleiben Sie bei Trost und kommen Sie behütet durch die Woche.» Für die gut 30 Kirchgemeindemitglieder, die der anschliessenden Versammlung beiwohnten, erfüllten sich diese Wünsche kurzum.

Trost
Manch einer würde sich bei einer Investitionssumme von 4,27 Millionen Franken fragen: «Sind die noch ganz bei Trost?» Doch Philipp Brand, Finanzverwalter der reformierten Kirchgemeinde Saanen-Gsteig, bewies, dass dieser Betrag als Teil des Finanzplans von 2024 bis 2029 durchaus realistisch ist. «Der Finanzplan ist ein Werkzeug, um die Finanzierbarkeit geplanter Investitionen zu prüfen», erklärte Brand den Anwesenden. Anhand der Budgets des letzten und des laufenden Jahres werden Aufwände und Erträge für die Jahre 2026 bis 2029 prognostiziert. «Im Grossen und Ganzen werden die zukünftigen Budgets denen der Vorjahre sehr ähnlich sein.» Die Steuereinnahmen wurden für die kommenden Jahre nach oben korrigiert. Der Steuersatz liegt derzeit bei 0,153 und verbleibt bis auf weiteres dort.

Das Budget des laufenden Jahres sieht als Rechnungsergebnis eine Null vor. «Wir rechnen mit einem Ertrag von 2,565 Millionen Franken», so Brand. Weil aber die Investitionen höher als die Abschreibungen sein werden, sieht die Gesetzgebung die Verpflichtung einer Finanzeinlage vor. «Demnach wird ein Aufwand von 2,565 Millionen Franken prognostiziert. Diese Einlagen gehören zum Kapital der Kirchgemeinde.»

Diese positiven Aussichten eröffnen einen günstigen finanziellen Handlungsspielraum für die kommenden fünf Jahre. «Die für die kommenden Jahre geplanten Investitionen wird die Kirchgemeinde Saanen-Gsteig aus eigenen Mitteln finanzieren können und im besten Fall am Ende der Finanzplanperiode noch 4,14 Millionen Franken Reserve haben.» Budget und Finanzplan überzeugten die Versammlung.

Behütet
Seit 2022 war ein Platz im Kirchgemeinderat vakant. Renate Bach konnte als Kandidatin gefunden werden, diese personelle Lücke zu füllen, und wurde mit Applaus in den Rat gewählt. «Nun ist der Kirchgemeinderat wieder komplett», freute sich Präsidentin Monika Steiner.

Sigrist Jacques Gimmel behütete während 15 Jahren die Kirche in Saanen mit grösster Sorgfalt. Er begibt sich in den Ruhestand und wurde mit Worten des Dankes und einem bunten Strauss aus Werkzeugen verabschiedet. An seine Stelle tritt nun Simon Hefti. Auch die Geschicke im Kapälli in Gstaad gehen in andere Hände. Vreni Müllener übernimmt das Amt der Sigristin von Käthi Rieben.

Inspiration
Neben der Inspiration, die der Umbau des Pfarrhauses Saanen in sich birgt, sorgt auch das Einvernehmen zwischen allen an der Planung beteiligten für ein angenehmes Klima. Die Bewilligungen für die baulichen Veränderungen am Gebäude, wie die Dachfensterkonstruktion und der Einbau zusätzlicher Fenster, wurde erteilt. «Die Denkmalpflege, die Gemeinde Saanen und die Kirchgemeinde Saanen-Gsteig stehen in regem Austausch über die Entwicklung der Umbauarbeiten», erklärte Adolf Schlunegger, der als Kirchgemeinderatsmitglied das Ressort Liegenschaften betreut.

Die Anpassungen im Baureglement der Gemeinde Saanen, die eine Vermietung der sanierten Wohnungen dieser Zone für Ortsansässige ohne Tätigkeit in der Kirchgemeinde ermöglichten, blieben nach öffentlicher Auflage für die umliegenden Liegenschaftsbesitzer bisher ohne Einsprachen. «Diese Anpassungen werden im Februar erneut aufgelegt und richten sich dann an die gesamte Bevölkerung der Gemeinde Saanen», schaut Schlunegger voraus. In der Hoffnung, dass dann keine Gegenstimmen laut werden, schliessen sich an dieses Auflageverfahren weitere behördliche Schritte an. «Es ist der Beitrag der Kirchgemeinde Saanen-Gsteig an die Region, bezahlbaren Wohnraum zur Verfügung zu stellen, denn den Platz haben wir im Pfarrhaus», betonten Monika Steiner und Adolf Schlunegger gleichermassen.

Die bereits getätigten Arbeiten umfassen unter anderem die Entfernung des Öltanks aus dem Keller und der Kamine aus den Wohnungen. Erhaltenswerte Parkettböden wurden sorgfältig abgedeckt.

«Jeder, der schon einmal ein Haus saniert hat, weiss, dass während des Umbaus Aufwände zum Vorschein kommen, die nicht zu planen waren», erklärte Schlunegger zum Abschluss. «Es wird uns auch mit dem Pfarrhaus so gehen. Doch unser Auftrag ist es, so viel wie möglich zu erhalten, so funktional wie möglich zu erneuern und die Kosten im Auge zu behalten.»


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