In diesen Tagen beginnen die Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo/Milano. Erfreulicherweise können mit Sandro Hauswirth und Sue Piller auch zwei Athleten aus dem Saanenland daran teilnehmen (siehe Interviews auf den Seiten 10 und 11). Durch hervorragende Leistungen im ...
In diesen Tagen beginnen die Olympischen Winterspiele in Cortina d’Ampezzo/Milano. Erfreulicherweise können mit Sandro Hauswirth und Sue Piller auch zwei Athleten aus dem Saanenland daran teilnehmen (siehe Interviews auf den Seiten 10 und 11). Durch hervorragende Leistungen im bisherigen Winter haben die beiden die hoch angesetzten Qualifikationskriterien erfüllt und wurden von Swiss-Ski und Swiss-Olympic für die Spiele selektioniert. Beiden Athleten wünschen wir erfolgreiche Wettkämpfe und einmalige Erlebnisse.
70 Jahre früher…
… nämlich 1956, fanden die Olympischen Winterspiele bereits in Cortina d’Ampezzo statt. Damals qualifizierte sich die 21-jährige Gstaaderin Rosemarie Reichenbach (heute Ryter-Reichenbach) für die Teilnahme am Abfahrtslauf. Dieser fand am 1. Februar 1956 auf dem Monte Tofana statt. Mit einer Fahrzeit von 1.51,6 erreichte sie den guten 15. Rang, immerhin von 40 Teilnehmerinnen aus 16 Nationen. Nach der Olympiateilnahme beendete Rosmarie ihre internationale Skikarriere und widmete sich, nach ihrer Heirat mit Walter Ryter, dem Garage- und Taxiunternehmen.
Olympiasiegerin wurde damals Madeleine Berthod (später Chamot-Berthod) aus Château-d’Oex, genau an ihrem 25. Geburtstag. Sie gewann zudem weitere zahlreiche nationale und internationale Skirennen und wurde somit 1956 zur Sportlerin des Jahres erkürt. Die Silbermedaille in der Abfahrt holte sich Frieda Dänzer aus Adelboden, eine ebenfalls erfolgreiche Skirennfahrerin in den Fünfzigerjahren. Die alpinen Wettbewerbe bedeuteten nebst der Olympiade auch zugleich die Weltmeistertitel.
An den Olympischen Winterspielen in Cortina d’Ampezzo durfte Georges Schneider an der Eröffnungsfeier die Schweizer Fahne tragen. Schneider belegte im Slalom den undankbaren vierten Rang. Dies, obwohl er den zweiten Lauf mit einer angebrochen Skispitze absolvieren musste. Georges Schneider verstarb in späteren Jahren bei einem tragischen Jagdunfall.
Bemerkenswert an diesen Spielen ist auch der dreifache Olympiasieger, der Österreicher Toni Sailer. Er gewann sowohl die Abfahrt, als auch den Riesenslalom und den Slalom. Dies gelang auch dem Franzosen Jean-Claude Killy an den Winterspielen von 1968 in Grenoble. Renée Coillard aus Genf gewann in Cortina den Slalom bei den Damen, eine ebenfalls erfolgreiche Skirennläuferin zu dieser Zeit. In den Ranglisten tauchen Namen von Schweizer Athleten und Athletinnen auf, die den alpinen Skirennsport nachhaltig prägten. So u.a. Raymond Fellay, Roger Staub, Hans Forrer, Roland Bläsi (Lenzerheide), Martin Julen (Zermatt) und René Rey (Champéry) bei den Herren, sowie Annemarie Waser (Tante von Erika Hess) – nebst den bereits benannten. Im Skirennsport international bekannte Namen wie die Franzosen Adrien Duvillard, Charles Bozon, Bernard Perret, neben dem Überflieger Toni Sailer die Österreicher Andreas Molterer (ein Pionier in der Skitechnik), Ernst Hinterseer (Vater von Hansi), Othmar Schneider oder die italienischen Brüder Gino und Bruno Burrini, um nur einige aufzuzählen, waren ebenfalls Teilnehmer der Olympischen Spiele.
Nun freuen wir uns auf die beginnenden Winterspiele. Die alpine Ski-Schweiz ist auch in Cortina d’Ampezzo mit einer schlagkräftigen (im sportlichen Sinne) Mannschaft vertreten, die Medaillenhoffnungen sind intakt.
SKIKLUB GSTAAD/WERNER REICHENBACH