Flurin Riedi bezieht sich auf die Diskussion in den letzten Wochen über «das Miteinander von Wanderern und Mountainbikern» im Kanton Bern. Er nimmt Anstoss daran, dass man «den Eindruck gewinnen (könnte), auf unseren Wegen herrsche ein grosses Konfliktpotenzial» oder ...
Flurin Riedi bezieht sich auf die Diskussion in den letzten Wochen über «das Miteinander von Wanderern und Mountainbikern» im Kanton Bern. Er nimmt Anstoss daran, dass man «den Eindruck gewinnen (könnte), auf unseren Wegen herrsche ein grosses Konfliktpotenzial» oder gar beinahe «Krieg».
Seine positive Schilderung von der Situation im Saanenland basiert auf eigenen Erfahrungen und Gesprächen mit vielen Leuten. Herr Riedi ist zwar bemüht, seinen Positivismus mit Ausdrücken wie «in den allermeisten Fällen» und die «grosse Mehrheit» zu relativieren, aber leider fällt seine einzige Kritik auf Fussgänger:innen, die, ohne Grund, Biker mit einem «giftige(n) Blick» begegnen. Seine Frage: «Was löst diese Ablehnung aus?»
Nicht verdiente «giftige Blicke» finde ich auch daneben. Ich möchte aber, ganz sachlich, etwas feststellen, das selten bis nie erwähnt wird: Es sind die Mountainbiker, die in den letzten Jahren immer mehr von «share the trail» profitiert haben. Die Wanderer:innen werden zwar selten angefahren, aber das unbekümmerte Wandern auf verkehrsfreien Wegen gehört der Vergangenheit an.
Es stimmt, dass alle, Wanderer:innen und Biker:innen, «Bewegung, Natur und Erholung» suchen, aber für uns Wanderer:innen kommt die Erholung leider zu kurz! Wie Autofahrer:innen auf der Strasse müssen wir auf den Verkehr achten und nicht plötzlich stillstehen, um – zum Beispiel – dem Raubvogel oben am Himmel zuzuschauen!
Es wird zwar einiges gemacht, um Probleme vorzubeugen. Wie Herr Riedi schreibt: Gstaad Tourismus kommuniziert «Routenvorschläge, bei denen wir wissen, dass das Miteinander funktioniert.» Dies ist erfreulich. Ich würde es aber schätzen, wenn im Gegenzug gross darauf hingewiesen würde, dass am beliebten Panoramaweg von Schönried nach Gstaad ein allgemeines Fahrverbot gilt. Leider missachten viele Biker die Signalisation!
SARAH EBNER, RODERSDORF UND SCHÖNRIED