Saanenland dominiert am Swiss Snow Happening 2026
14.04.2026 SportVor eindrücklicher Bergkulisse in Mürren setzt das Saanenland ein starkes Zeichen. Am Swiss Snow Happening gehen gleich mehrere Titel in die Region. Nach 16 Jahren holt sich das Demoteam Saanenland den Schweizermeistertitel zurück. Das Frauen-Demoteam Nüschti Synchro ...
Vor eindrücklicher Bergkulisse in Mürren setzt das Saanenland ein starkes Zeichen. Am Swiss Snow Happening gehen gleich mehrere Titel in die Region. Nach 16 Jahren holt sich das Demoteam Saanenland den Schweizermeistertitel zurück. Das Frauen-Demoteam Nüschti Synchro triumphiert bereits zum dritten Mal in Folge. Und mit Björn Brand stellt das Saanenland auch den besten Schneesportlehrer des Landes.
JOCELYNE PAGE
Das Swiss Snow Happening gilt als das wichtigste nationale Treffen der Schneesportlehrerszene. Vom 8. bis 11. April trafen sich in Mürren Hunderte Schneesportlehrerinnen und Schneesportlehrer aus der ganzen Schweiz. Sie massen sich in verschiedenen Disziplinen auf rund 2600 Metern über Meer bei der Mittelstation Birg. Aus sportlicher Sicht prägte dabei vor allem eine Region das Geschehen: das Saanenland.
Demoteam Saanenland: Rückkehr an die Spitze im Formationsfahren
Grosser Freudentaumel herrschte bei der Preisverleihung der Kategorie Formationsfahren Men/Mixed: Das Demoteam Saanenland holte sich den Schweizermeistertitel zurück – erstmals seit 2010. Die Grundlage legte eine geschlossene Teamleistung. «Von Anfang an hat es auf dem Hang gut funktioniert», sagt Teammitglied Benz Reichenbach auf Anfrage, der mit Lucien Blum, Joel Oehrli, Bigna Däpp, Silver Hauswirth, Tim Staub, Mirjam Oertle und Laszlo Neff den Meistertitel holte.
Anpassungen habe man schnell umsetzen können. «Wir hatten eine gute Dynamik im Team.» Die Vorbereitung verlief jedoch nicht ohne Schwierigkeiten. Zwei Ausfälle im Team machten die Suche nach Ersatz kompliziert. «Es ist nicht selbstverständlich, Leute zu finden, die voll mitmachen können», so Reichenbach. Trainiert wurde regelmässig, meist einmal pro Woche am Abend an den Hublen, ergänzt durch einzelne Wochenenden. Im Wettkampf zahlte sich diese Arbeit aus. Das Team erreichte 58,6 Punkte – eine Bewertung, die in dieser Form bislang noch nicht vergeben wurde. Entscheidend sei das Vertrauen gewesen. «Es braucht ein sehr hohes Niveau und viel Abstimmung. Und wenn man so lange darauf hinarbeitet, bedeutet das sehr viel», sagt Reichenbach.
Auch das Demoteam Schönried zeigte eine starke Leistung in Mürren: Es qualifizierte sich auch für das Finale und platzierte sich am Ende auf Platz 6 mit einer Endpunktezahl von 55,5.
Nüschti Synchro macht den Hattrick perfekt
Auch im Formationsfahren der Frauen ging der Titel ins Saanenland. Das Demoteam Nüschti Synchro – mit Natalie Hauswirth, Celine Solenthaler, Magali Thormann, Diana Bühler, Laura Annen, Chantal Reichenbach, Francine Annen, Anna Frei, Julie Trummer und Belinda Schwenter – gewann zum dritten Mal in Folge den Schweizermeistertitel. Entscheidend waren konstante Leistungen im Wettkampf. «Uns sind vier fast fehlerfreie Fahrten gelungen. Das macht uns stolz, denn die Konkurrenz war stark», hält das Team fest. Eine besondere Herausforderung war der steile Demohang. «Hier profitierten wir von den Trainingsmöglichkeiten am Wasserngrat und an den Hublen.»
Im Verlauf der Saison stiessen Julie Trummer und Belinda Schwenter neu dazu und integrierten sich schnell. Zwei Wochen vor dem Happening fiel Francine Annen verletzungsbedingt aus, eine Operation am Knie war notwendig. «Umso schöner war es, dass Francine dennoch mit uns nach Mürren reiste und uns vor Ort in jeder Hinsicht unterstützte.»
Drei Demoteams, drei Top-Ten-Platzierungen, zwei Goldmedaillen: Das Saanenland dominierte das nationale Kräftemessen. Und diese Dynamik sei spürbar gewesen, wie die Demoteams betonen. «Es ist schon etwas Besonderes, dass alle drei Saaner Skischulen mit drei hochkarätigen Demoteams vertreten sind. Wir unterstützen uns gegenseitig und feiern natürlich auch die Feste zusammen, ‹das fägt mega›», so Benz Reichenbach.
Björn Brand ist «King 2026»
Für einen weiteren Höhepunkt sorgte Björn Brand von der Skischule Gstaad. Er gewann die Gesamtwertung und wurde als bester Schneesportlehrer ausgezeichnet, so startete er in den Kategorien Riesenslalom, Nordic Cross, Telemark und Skicross. Bereits 2023 hatte er den Titel «Swiss Snow King» geholt. Der erneute Erfolg kam für ihn dennoch überraschend. «Ich ging nicht mit der Erwartung, nochmals zu gewinnen», sagt Brand. Entscheidend sei die mentale Einstellung gewesen: Er habe sich bewusst keinen Druck gemacht. «Ich habe in jeder Disziplin das zeigen können, was ich kann. Nicht mehr und nicht weniger.» Statt zu rechnen, habe er den Wettkampf genossen. Erst nach dem letzten Rennen, als andere Teilnehmende auf ihn zukamen, sei ihm klar geworden, dass es für den Titel reichen könnte. Auch zu Hause wurde gefeiert. «Der Kleine ergriff den goldenen Skihelm und spielte damit. Den wollte er nicht mehr aus den Händen geben», erzählt Brand lächelnd.
Breite Spitze aus der Region
Neben den Titeln überzeugte das Saanenland auch in der Breite. Mehrere Schneesportlehrerinnen und Schneesportlehrer klassierten sich in verschiedenen Disziplinen in den Top Ten. Podestplätze erreichten unter anderem Martin von Siebenthal (Skischule Gstaad) im Riesenslalom Blau (Men 4, Rang 3), Julie Trummer (Skischule Saanenmöser) in der Kategorie Women 6 (Rang 3) sowie Joel Oehrli (Skischule Gstaad) im Riesenslalom Rot
(Men 1, Rang 3).
Auszug aus der Rangliste – die besten 15 der jeweiligen Kategorie (keine Gewähr auf Vollständigkeit): Riesenslalom Blau, Men 4: 3. Martin von Siebenthal, Gstaad; 4. Philippe Marmet, Saanen-Schönried. Men 3: 1. Björn Brand, Gstaad; 8. Reto von Siebenthal, Gstaad; 9. Daniel von Siebenthal, Gstaad. Women 6: 3. Julie Trummer, Saanenmöser. Men 6: 8. Janic Hofmann, Saanen-Schönried. Riesenslalom Rot, Women 1: 7. Natalie Hauswirth, Saanenmöser; 8. Belinda Schwenter, Saanenmöser; 11. Laura Annen, Saanenmöser. Men 2: 8. Benz Reichenbach, Gstaad. Men 1: 3. Joel Oehrli, Gstaad. Ski Cross Men: 7. Lucien Blum, Saanenmöser; 8. Janic Hofmann, Saanen-Schönried; 11. Björn Brand, Gstaad. Snowboardcross Men: 11. Thierry Fritschi, Saanen-Schönried. Nordic Cross PRO Men: 9. Björn Brand, Gstaad. Telemark Sprint Men: 6. Björn Brand, Gstaad.





