Schulungs- und Weiterbildungsanlässe über invasive Neophyten der Berg- und Planungsregionen
09.06.2026 NaturIn den vergangenen Tagen führten die Berg- und Planungsregionen Kandertal und Obersimmental-Saanenland je einen Schulungs- und Weiterbildungsanlass zur Bekämpfung invasiver Neophyten in Frutigen und Zweisimmen durch.
In Frutigen wurden die Teilnehmenden durch ...
In den vergangenen Tagen führten die Berg- und Planungsregionen Kandertal und Obersimmental-Saanenland je einen Schulungs- und Weiterbildungsanlass zur Bekämpfung invasiver Neophyten in Frutigen und Zweisimmen durch.
In Frutigen wurden die Teilnehmenden durch den Forstwart Peter Fuhrer von Adelboden und Daniela Flück von der Firma Impuls AG geschult. Es nahmen Gemeindemitarbeiter, Försterinnen sowie Bau- und Forstunternehmer aus dem ganzen Kandertal an der Schulung teil, welche auch die Möglichkeit zu einem wertvollen Austausch unter Praktikern bot.
Besonders praxisnah habe sich die Schulung bei der Begehung verschiedener von invasiven Neophyten betroffener Flächen gezeigt, lässt sich einer Medienmitteilung entnehmen: «Im Gewässerraum der Engstlige wurde die Erkennung und Bekämpfung des Sommerflieders vermittelt, und rund um Frutigen kam die Erkennungs-App ‹InvasivApp› bei unterschiedlichen Pflanzenarten zum Einsatz.»
Im Saanenland-Obersimmental sei der Anlass wiederholt worden und auch dort auf reges Interesse gestossen. Ruedi Wyss, Gebietsaufseher vom Amt für Naturförderung des Kantons Bern, führte gemeinsam mit Daniela Flück den Anlass durch. Der Teilnehmerkreis bestand aus Werkhofmitarbeitenden, Förstern, Forstwarten und Bauverwaltern. Es wurden invasive Neophytenvorkommen in Zweisimmen begutachtet und das Auge für die wichtigsten Pflanzen geschult.
Zum Abschluss der Anlässe habe ein positives Feedback zu den Schulungen und den gezeigten Bekämpfungsmassnahmen resultiert, schreiben die Verantwortlichen. Gleichzeitig sei jedoch auf die fehlenden Handlungsmöglichkeiten der öffentlichen Hand bei privaten Grundeigentümern hingewiesen worden. Während auf öffentlichem Grund sämtliche invasiven Neophyten bekämpft werden müssen, könne dies auf Privatgrundstücken nicht eingefordert werden. Die Teilnehmenden beider Anlässe hätten sich deshalb gewünscht, dass die Politik künftig stärker Einfluss nimmt. «Nur wenn alle Beteiligten konsequent ihren Beitrag leisten, können invasive Neophyten langfristig wirksam in Schach gehalten werden.»
Regionale Strategie invasive Neophyten
Aufgrund der Globalisierung, gesteigerter Mobilität und des Klimawandels würden sich invasive Pflanzen und Tiere in der Schweiz immer weiter ausbreiten, schreiben die Berg- und Planungsregionen. Auch unsere Regionen seien davon betroffen, wenn auch noch nicht im gleichen Mass wie das tiefer gelegene Mittelland. Um die invasiven Neophyten wirksam zu bekämpfen, sei ein frühes Handeln wichtig. Deshalb hätten die Berg- und Planungsregionen Kandertal und Obersimmental-Saanenland unter Einbezug aller Verantwortlichen, also der Gemeinden, Schwellenorganisationen, Förstern, Strassen- und Bahnverantwortlichen, eine gemeinsame Bekämpfungsstrategie gegen invasive Neophyten erarbeitet. Diese liegt seit Herbst 2025 vor.
Ziel sei es, die Bekämpfung zu bündeln und aufeinander abzustimmen, sodass sie effizienter und auch kostengünstiger vorangetrieben werden kann.
In einer vierjährigen Projektphase solle nun die bestehende Bekämpfung durch die Verantwortlichen intensiviert werden, um die Situation insgesamt zu verbessern. Die Berg- und Planungsregionen Kandertal und Obersimmental-Saanenland unterstützten dabei koordinierend. Schulungen und Austauschanlässe sollten bei Interesse wieder durchgeführt werden. Zudem würden Abklärungen laufen, ob digitale Hilfsmittel wie eine Erkennungs-App oder ein digitales Erfassungssystem in einem verhältnismässigen Rahmen umgesetzt werden können.
PD/AMO
Die Strategie invasive Neophyten ist unter www.kandertal.ch und www.brossa.ch einsehbar.
INVASIVE NEOPHYTEN
Neophyten sind gebietsfremde Pflanzen, die nach dem Jahr 1500 entweder absichtlich als Zier- oder Nutzpflanzen oder unabsichtlich eingeführt worden sind. In der Schweiz sind rund 750 Neophytenarten bekannt, von denen 88 als invasiv gelten. Invasive Neophyten breiten sich schnell und stark aus und verdrängen einheimische Pflanzenarten.
Folgende Merkmale machen invasive Neophyten zu einem Problem:
– Sie haben keine natürlichen Feinde und verbreiten sich daher rasch.
– Sie tragen zur Verringerung der biologischen Vielfalt bei und verändern das Landschaftsbild.
– Sie beeinträchtigen die Naturverjüngung in Wäldern und schmälern die landwirtschaftlichen Erträge.
– Sie können die Gesundheit gefährden, etwa durch Allergien oder Hautreizungen.
– Sie können Bachböschungen destabilisieren und Erosion und Rutschungen begünstigen.
– Sie können Schäden an Infrastruktur und Bauten verursachen.
PD/BERG- UND PLANUNGSREGIONEN KANDERTAL UND OBERSIMMENTAL-SAANENLAND

