Sicherheit beim Skifahren und Snowboarden: Details zu Unfällen zeigen, wie sie verhindert werden können
30.12.2025 Schweiz3,5 Millionen Personen aus der Schweiz fahren zumindest gelegentlich Ski oder Snowboard auf der Piste. 62’000 von ihnen verunfallen jedes Jahr. Gut jede fünfte Person davon verunfallt so schwer, dass sie mindestens einen Monat lang arbeitsunfähig ist. ...
3,5 Millionen Personen aus der Schweiz fahren zumindest gelegentlich Ski oder Snowboard auf der Piste. 62’000 von ihnen verunfallen jedes Jahr. Gut jede fünfte Person davon verunfallt so schwer, dass sie mindestens einen Monat lang arbeitsunfähig ist. Diese Zahlen sind in den letzten Jahren insgesamt stabil geblieben. Das zeigt eine neue BFU-Analyse, wie die Beratungsstelle für Unfallverhütung in einer Medienmitteilung schreibt. Sie basiere auf der einzigen Hochrechnung des gesamten Unfallgeschehens beim Ski- und Snowboardfahren in der Schweiz. Damit werde gezielte Unfallprävention möglich.
Pro 1000 Skifahrertage gebe es rund drei Verletzte auf Schweizer Pisten. Das ergebe 62’000 Verletzte pro Jahr. Diese Zahlen seien in den letzten Jahren insgesamt stabil geblieben. Das zeigt eine neue Analyse, bei der die BFU anhand aller relevanten Daten und Erhebungen die einzige Hochrechnung des gesamten Unfallgeschehens beim Skifahren und Snowboarden über drei Jahrzehnte erstellt hat. Alle anderen Statistiken erfassen nur einen Teil dieser Unfälle.
Fahrverhalten und Material beeinflussen das eigene Unfallrisiko
Zu den Unfällen auf Skipisten würden gemäss BFU Details vorliegen wie bei kaum einer anderen Sportart. «Insbesondere die Verletztentransportstatistik der BFU und des Verbands Seilbahnen Schweiz bietet neben der Analyse eine im Sport einzigartige Datengrundlage», erklärt BFU-Forscherin Flavia Bürgi. Darin seien alle Unfälle detailliert erfasst, bei denen der Pistenrettungsdienst im Einsatz war – das sei etwa jeder fünfte.
Die Daten zeigten, dass sich Skifahrerinnen und Skifahrer mit Abstand am häufigsten am Knie verletzten. Davor könne eine optimal eingestellte Skibindung schützen. Es sei deshalb wichtig, dass die Bindung und der Skischuh richtig aufeinander abgestimmt seien.
Die BFU empfehle, die Skibindung vor jeder Saison von einer Fachperson einstellen zu lassen. Die BFU-Skivignette bestätige, dass die Bindung fachgerecht geprüft worden sei.
Neben einer schlechten Ausrüstung spielten auch Selbstüberschätzung und eine zu hohe Geschwindigkeit eine Rolle. Mehr als 90 Prozent der Unfälle auf Schneesportpisten seien Selbstunfälle. Die BFU empfehle Skifahrern und Snowboarderinnen deshalb, die Geschwindigkeit anzupassen und die FIS-Regeln einzuhalten.
Fundierte Erkenntnisse als Grundlage für gezielte Prävention
Aus den Daten lasse sich auch ableiten, wo im Schneesport Unfälle passieren. Dieses Wissen fliesse direkt in die Prävention ein. Ein Beispiel dafür sei die Fachdokumentation Snowparks, die darauf aufbaue. «Darin ist unter anderem beschrieben, wie ein Sprung gebaut werden soll, damit die Landung möglichst sanft und das Verletzungsrisiko möglichst klein ist», erklärt Benedikt Heer, Schneesportexperte der BFU. Mit dieser Grundlage könnten Skigebiete ihre Parks so gestalten, dass sie Fehler besser verzeihen – und Freestylerinnen und Freestyler ihre Tricks sicherer ausführen können.
Auch die Sicherheitsexperten von Seilbahnen Schweiz nutzten die gewonnenen Erkenntnisse bei der Überprüfung von Pisten und Snowparks. Sie führten regelmässig Kontrollen in Skigebieten durch.
Mängel würden neu digital erfasst und dokumentiert. Dadurch könnten die Skigebiete diese schnell und transparent beheben. So werde die Sicherheit in den Skigebieten systematisch erhöht. Wer die festgelegten Vorgaben erfülle, erhalte das Gütesiegel «Geprüfte Schneesportanlage».
Die wichtigsten Erkenntnisse der Analyse
Gemäss BFU sind 3,5 Millionen in der Schweiz wohnhafte Personen zumindest gelegentlich auf Pisten unterwegs; 3 Millionen mit Ski, 450’000 mit dem Snowboard.
62’000 Personen aus der Schweiz verletzen sich jedes Jahr; 53’000 Personen beim Skifahren und 9000 Personen beim Snowboarden.
15 Prozent davon verletzten sich mittelschwer und seien in der Folge mindestens einen Monat lang arbeitsunfähig. Dazu kämen 6 Prozent, die sich schwer verletzten und mindestens drei Monate ausfallen. Die restlichen rund 80 Prozent würden leicht verletzt.
Das Verletzungsrisiko beim Skifahren und Snowboarden sei in den letzten zehn Jahren insgesamt stabil geblieben. Pro 1000 Skifahrertage gebe es rund drei Verletzte.
Die BFU schreibt, sie habe für die Hochrechnung die Statistik der Unfallversicherer, die Daten zum Sportverhalten der Schweizer Bevölkerung des Sportobservatoriums des Bundes sowie Erkenntnisse aus BFU-Erhebungen berücksichtigt.
PD/AMO
