Simon Bach und Daniel Schneider neu im Vorstand
27.03.2026 Umwelt44 Waldbesitzer trafen sich am Freitag, 20. März, in der Arena in Zweisimmen zur jährlichen Generalversammlung. Die Gastgebergemeinde war durch Gemeinderätin Elisabeth Grünenwald vertreten, welche den Anwesenden das Dorf auf gewohnt unterhaltsame Art vorstellte. ...
44 Waldbesitzer trafen sich am Freitag, 20. März, in der Arena in Zweisimmen zur jährlichen Generalversammlung. Die Gastgebergemeinde war durch Gemeinderätin Elisabeth Grünenwald vertreten, welche den Anwesenden das Dorf auf gewohnt unterhaltsame Art vorstellte.
5063 Hektaren, dies ist die Grösse der gesamten Waldfläche im Obersimmental und Saanenland und befindet sich zu rund 60 bis 70 Prozent in Privatbesitz. Dass deren Nutzung und Pflege in den meist steilen Lagen aufwendig ist, erklärt sich von selbst. Jedoch sehen sich die Waldbesitzerinnen und Waldbesitzer noch mit anderen Herausforderungen konfrontiert, doch dazu später mehr.
Zügige Abhandlung der statutarischen Geschäfte
Präsident Daniel Hauswirth durfte drei neue Mitglieder in der Vereinigung willkommen heissen. Aufgrund der Demission der beiden langjährigen Vorstandsmitglieder Erich von Siebenthal und Peter Zingre kam es zu Ersatzwahlen. Die beiden vakanten Sitze wurden durch Simon Bach, Landwirt in Turbach, und Daniel Schneider, Förster im Saanenland, neu besetzt.
Die Rechnung 2025 schloss mit einem kleinen Gewinn ab und das Eigenkapital betrug per Ende letztem Jahr rund 86’000 Franken.
André Müller von der Energieholz AG Saanenland informierte anschliessend über die Versorgungslage ihres Betriebes. Diese sei gut, bzw. fast schon zu gut stellte er fest. Wie im vergangenen, werden auch im kommenden Sommer Unterhaltsarbeiten an den Öfen der EBL (Fernwärme Saanen-Gstaad) durchgeführt, welche durch die Energieholz AG Saanenland mit Holzschnitzel versorgt werden. Folglich führe dies zu einer ganz-, oder teilzeitigen Ausschaltung der Öfen von rund eineinhalb Monaten. Es werde das Möglichste getan, damit das reservierte und angemeldete Energieholz der Waldbesitzer in dieser angespannten Lage abgeräumt werden könne. Gleichzeitig stellte Müller leichte Entspannung in Aussicht. Bis spätestens im Jahre 2033 sollen die Öfen ersetzt werden, was zu einer Steigerung der Liefermengen an Holzschnitzel von 60’000 bis 62’000 Kubikmeter pro Jahr führen sollte.
Wildeinflussgutachten stuft die Wälder unserer Region als kritisch ein
Micha Trauffer ist bei der Waldabteilung Alpen für unsere Region zuständig. Neben allgemeinen Informationen aus dem Amt für Wald und Naturgefahren stellte Trauffer das aktuelle Wildeinflussgutachten vor. Dieses zeigt in einer kantonalen Übersicht, wo der Wildeinfluss auf die Waldverjüngung mit standortgerechten bzw. zukunftsfähigen Baumarten tragbar, kritisch oder untragbar ist. Die Wälder der Region Obersimmental und Saanenland wurden aufgrund des Gutachtens als «kritisch» eingestuft. Kantonal befinden sich rund 60 Prozent der Wälder im kritischen oder sogar untragbaren Bereich. Flächenmässig sind dies somit 95’000 Hektaren, welche eine mangelnde Waldverjüngung aufweisen. Diese unbefriedigende Situation führte dazu, dass die Wald-Wild-Lebensraumstrategie 2040 ins Leben gerufen wurde. Diese wurde vergangenen November genehmigt und gelangt ab diesem Jahr zur Umsetzung. Ziel der Strategie ist es einerseits, dass die Pflanzung von klimaangepassten Baumarten gefördert wird, und andererseits genau auf die Regulierung der Wildbestände geschaut wird, damit die als «kritisch» und «untragbar» eingestuften Waldflächen reduziert werden können.
Viel Öffentlichkeitsarbeit beim Verband der Berner Waldbesitzer
Beat Zaugg, Präsident des Verbands der Berner Waldbesitzer informierte über die Tätigkeiten seiner Organisation. So rühmte er das Waldevent, welches im vergangenen Jahr in drei Regionen des Kantons mit grossem Medieninteresse durchgeführt wurde, als grossen Erfolg. In diesem Jahr sei im Rahmen der Oberländischen Herbstausstellung in Thun eine Sonderschau über die gesamte Holzbranche geplant. Besorgt ist Zaugg jedoch auch ab der unterschiedlichen Auffassung über die Waldnutzung von Waldbesitzern und Privatpersonen. Insbesondere in Stadtnähe werden Holzschläge durch Letztere oftmals infrage gestellt. Auch in solchen Fällen sei die Kommunikation wichtig, um den Leuten aufzuzeigen, dass eine Waldverjüngung aus ökologischer, wie aber auch wirtschaftlicher Sicht essenziell sei. Das Biken im Wald stelle auch für immer mehr Waldbesitzer eine Herausforderung dar. Seien Biketrails geplant, gelte es für die Besitzer immer genau hinzuschauen, mahnt Zaugg. So sei es zwingend, mit der Trägerschaft von solchen Trails eine Vereinbarung abzuschliessen, wo Haftung, Unterhalt und Entschädigung geregelt seien. Im Weiteren habe der Verband einen Beraterpool aufgebaut, über welchen Waldeigentümer und Forstreviere Beratung zu den verschiedensten Themen in Anspruch nehmen können. Bei einem kalten Buffet, offeriert von der Waldbesitzervereinigung und der Gemeinde Zweisimmen, wurde die Diskussion zu den Themen aus der Versammlung angeregt fortgeführt.
UELI ZÜRCHER/«SIMMENTAL ZEITUNG»


